Bürgerstiftung EmscherLippe-Land

Zivilcourage-Preis: Hilfe für die Ukraine steht im Mittelpunkt – und ein dickes Preisgeld

Eigentlich lobt die Bürgerstiftung EmscherLippe-Land den Zivilcourage-Preis erst später im Jahr aus. Aber besondere Ereignisse - hier der schreckliche Krieg in der Ukraine - erfordern besonders schnelles Handeln.
Christian Lamprecht, Joe Bausch, Miguel de Freitas und Ludger Suttmeyer (von links) stehen im Waltroper „Hotel am Park“ rund um ein Plakat, das auf den Zivilcourage-Preis 2022 hinweist.
Präsentieren den Zivilcourage-Preis der Bürgerstiftung EmscherLippe-Land (v.li.): Christian Lamprecht, Schirmherr Joe Bausch, Miguel de Freitas und Ludger Suttmeyer. © Tamina Forytta

Eigentlich wollten sie sich gerade langsam zusammensetzen und überlegen, welchen Schwerpunkt sie diesmal mit dem Zivilcourage-Preis der Bürgerstiftung EmscherLippe-Land setzen wollten. Dann kam der Arbeitsgruppe, die den Wettbewerb vorbereitet, die bittere Realität dazwischen – der Krieg in der Ukraine. Und sofort war klar: Das wird der Schwerpunkt in der 2022er-Auflage des Zivilcourage-Preises. Der Wettbewerb wird im Bereich der Bürgerstiftung ausgeschrieben, sprich in Waltrop, Datteln, Oer-Erkenschwick, Lünen und Castrop-Rauxel. Und ein ziemlich bekanntes Gesicht, nämlich Joe Bausch, Schauspieler, Arzt und Buchautor, ist erneut Schirmherr des Zivilcourage-Preises.

„Gemeinsam gegen den Ukraine-Krieg“

„Gemeinsam gegen den Ukraine-Krieg: Helfende Hände für ein friedliches Ende“, so lautet in diesem Jahr die Unterzeile. Und Ludger Suttmeyer, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung EmscherLippe-Land, hat darüber hinaus noch eine verlockende Nachricht: Das Preisgeld, das in den vergangenen drei Jahren jeweils 5000 Euro betrug, wurde verdoppelt. Sprich: 10.000 Euro sind diesmal ausgelobt. „Wir möchten Flagge zeigen für die Ukraine“, so Suttmeyer.

So funktioniert der Zivilcourage-Preis

Der Zivilcourage-Preis funktioniert so: Wer ihn gewinnt, bekommt selbst eine persönliche Belohnung, die das Immobilienunternehmen Gründken & de Freitas (Waltrop) und die Firma Stolzenhoff Catering (Lünen) ermöglichen. Aber der Gewinner darf vor allem das Preisgeld für eine (lokale) Hilfsaktion seiner Wahl einsetzen. Man kann sich selbst vorschlagen oder eine andere Person.

Unzählige Menschen engagierten sich ja zurzeit, sagt Ludger Suttmeyer: indem sie Hilfstransporte organisierten, Spendensammlungen auf die Beine stellten, Flüchtlinge aufnähmen oder auch dabei helfen würden, damit die soziale Integration von aus der Ukraine Geflüchteten gelinge, so Suttmeyer weiter.

Joe Bausch seinerseits zeigte sich froh darüber, wie schnell und flexibel das Team vom Zivilcourage-Preis gehandelt habe: Denn eigentlich geht die Bewerbungs-Phase um den Preis erst im Sommer los, im Dezember war zuletzt immer die Preisverleihung. In diesem Jahr ist der 15. Mai Einsendeschluss, und die Prämierung soll möglichst noch vor den Sommerferien vonstatten gehen.

Letzten Endes deswegen, weil alle Beteiligten sehen, dass das Geld jetzt gebraucht wird. Die großen Organisationen seien ja auch derzeit dabei, das Ihrige zu tun, sagte Bausch, aber manchmal seien es gerade die Aktionen im Kleinen, die viel Gutes bewirkten. Das habe er selbst auch noch nie erlebt: wie viele Leute sich jetzt engagierten, sich extrem viele Gedanken machten, wie sie helfen könnten. Und vielleicht könne man durch den Zivilcourage-Preis dazu beitragen, dass sie „noch ein bisschen mehr Gas geben können“.

Bausch seinerseits ist derzeit in den letzten Zügen seines dritten Buches. Nach „Knast“ (2012) und „Gangsterblues“ (2018) kommt jetzt „Maxima Culpa – Jedes Verbrechen beginnt im Kopf“. Vorbestellt werden kann es sogar schon. Und auch der nächste Tatort ist schon in Planung – Bausch ist seit 1997 regelmäßig als Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth an der Seite von Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär zu sehen. „So lange ich noch selbst zur Leiche gehen kann und auch alleine wieder hochkomme, mach ich das“, sagt Bausch augenzwinkernd am Rande des Pressetermins für den Zivilcourage-Preis. Mittlerweile im siebten Jahr wirkt Joe Bausch bei der Sat.1-Sendung „Im Kopf des Verbrechers“ – und überdies sei er froh, jetzt auch wieder verstärkt bei Vorträgen und Lesungen unterwegs zu sein. Das habe ihm und offenbar auch dem Publikum in der Corona-Zeit sehr gefehlt, sagte der 68-Jährige.

Zurück zum Wettbewerb: Wer sich selbst oder jemanden anders vorschlagen möchte, lädt entweder auf www.buergerstiftung-emscherlippe-land.de ein Formular herunter und füllt es aus oder man schickt eine formlose E-Mail an info@buergerstiftung-emscherlippe-land.de

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