Ver- und Entsorgungsbetrieb Waltrop - mit Video

Wenn der Bürgermeister zum Praktikanten wird – ein Tag beim V+E

Was macht eigentlich der Ver- und Entsorgungsbetrieb? Das weiß der Bürgermeister natürlich in der Theorie. Aber ein Praktikumstag beim V+E war für Marcel Mittelbach jetzt dennoch erhellend.
Bürgermeister Marcel Mittelbach fuhr am Donnerstagmorgen mit auf dem Müllwagen durch Waltrop. © Tamina Forytta

Marcel Mittelbach musste am Donnerstag (16. 9.) seinen Wecker ein Stündchen früher stellen, denn an diesem Tag ging der Bürgermeister mit den Mitarbeitern des Ver- und Entsorgungsbetriebs (V+E) auf Tour. Start war bei der Müllabfuhr, die von der frühen Truppe sind, und da hieß es für Mittelbach hellwach sein: Denn wenn der Müllwagen die Tonne greift und leert, dann steht man am besten nicht im Radius der Mülltonne, denn der Mechanismus arbeitet mit viel Schwung…

Ein Praktikum beim V+E hatte sich der Bürgermeister vorgenommen, weil ihm die Stadtverwaltung an sich ja vertraut ist – dort ist er einst bekanntlich selbst ausgebildet worden. Aber den Ver- und Entsorgungsbetrieb wollte er gern noch einmal besser kennenlernen, erklärte Marcel Mittelbach, als er um 7 Uhr seinen „Dienst“ beim V+E antrat.

Auch beim Asphalt-Team brachte sich Marcel Mittelbach ein. © Katja Wehrland © Katja Wehrland

Der Ver- und Entsorgungsbetrieb hat derzeit insgesamt 75 Mitarbeiter. Die vier Tätigkeitsbereiche sind Straßen, Abfall, Abwasser und Stadtgrün. Organisiert ist der V+E als Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR). Träger einer AöR ist immer eine öffentliche Verwaltung und die „Anstalt“ dient einem öffentlichen Zweck. In Waltrop hatte der Stadtrat im Juni 2007 beschlossen, den V+E umzuwandeln: Bis dahin war der V+E ein stadteigener Regiebetrieb. Dieser war im Jahr 2002 gegründet worden und hatte die Arbeiten des ehemaligen Baubetriebshofes übernommen.

Umwandlung in AöR brachte Einsparungen

Die Umwandlung in eine AöR brachte Einsparungen mit sich, aber sie ermöglichte dem Betrieb fortan auch mehr Eigenständigkeit und Flexibilität im operativen Geschäft. Der V+E habe zum Beispiel auch einen eigenen Personalrat, erklärt Bernd Funke. Funke ist Vorstand des V+E und leitet den Betrieb in dieser Funktion. Der Vorstand wird alle fünf Jahre neu bestellt. Das erledigt der Verwaltungsrat, neben dem Vorstand das zweite Organ des V+E, dessen Vorsitzender immer der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin ist. Die übrigen sechs Mitglieder werden jeweils vom Stadtrat zu Beginn seiner Legislatur gewählt.

Risse mit heißen Asphalt im „Hangel“ ausgebessert

Und nun war also der Verwaltungsrats-Vorsitzende für einen Tag auch Praktikant des Ver- und Entsorgungsbetriebs. Erst die Müllabfuhr, dann ging es ans Asphaltieren – im „Hangel“ mussten Risse mit heißem Asphalt ausgebessert werden – und schließlich stieg Mittelbach noch auf einen Aufsitz-Rasenmäher. Was nahm er mit aus dem Tag? Zum einen, dass Kommunikation wichtig ist, aber auch, wie wichtig für die Tätigkeit der V+E-Leute gute Arbeitsmittel und Gerätschaften sind. Und: „Wenn ich in Zukunft das Wort ,Abfallgebühren‘ lese, werde ich immer an meinen Tag auf dem Müllwagen zurückdenken, das war echt eine prägende Erfahrung“, sagt Mittelbach.

Bernd Funke habe ihm zudem gespiegelt, dass die Mitarbeiter durchaus Respekt vor Mittelbachs Praktikums-Einsatz gehabt hätten. Wenn Mittelbach im Anzug vorbeikomme, sei das schon ein Zeichen der Wertschätzung. Aber wenn er den Anzug gegen Arbeitskleidung tausche und dann vorbeikomme, sei das noch „eine Schippe drauf“.

Info

Was macht der V+E?

Wofür der Ver- und Entsorgungsbetrieb zuständig ist, das merken die Waltroper an vielen Stellen in ihrem Alltag: Die Abfallbeseitigung ist Aufgabe des V+E, außerdem die Stadtreinigung und der Winterdienst, die Gewässerunterhaltung und die Abwasserentsorgung.

Letzteres machte sich in den vergangenen Jahren häufig bei Arbeiten an der Kanalisation bemerkbar, denn wo nötig, werden in Waltrop die Abwasserrohre unter den Straßen verbreitert, zuletzt etwa an der Veiinghofstraße.

Die Mitarbeiter kümmern sich zudem um die Waltroper Grünflächen im Stadtgebiet, schneiden also beispielsweise Sträucher und pflegen Wiesenflächen.

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