Ehrenamt

Partner für alle Fälle: Familienpaten suchen Verstärkung

Als Ehrenamtliche wirken sie im Auftrag des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) im Ostvest für junge Familien und Alleinerziehende. Fünf Familien wünschen sich eine solche Unterstützung.
Die Familienpaten des SkF suchen Verstärkung: Anette Martens (v.l), Maria Billmann und Michael Mahl sind als Paten im Einsatz. Begleitet und unterstützt werden sie von Kirsten Esser vom SkF. © Simone Hollenhorst

Familien in besonderen Lebenssituationen, die ein „Extra-Paket“ mit sich herumtragen, stellt der Alltag oftmals vor große Herausforderungen. Ihnen fehlt es an Unterstützung, Hilfe und Begleitung. An dieser Stelle kommen die „Familienpaten“ ins Spiel. Das sind Ehrenamtler, die diesen Familien im stressigen Alltag als starke Partner zur Seite stehen. Und die „Paten“ suchen jetzt wieder dringend Verstärkung. Der Bedarf in Datteln ist groß: Fünf Familien wünschen sich eine Patenschaft, sie stehen aktuell auf der Warteliste – die Paten können auch aus den Nachbarstädten wie Waltrop und Oer-Erkenschwick kommen.

Persönlicher Kontakt war eingefroren

Zehn Patenschaften bestehen derzeit in der Kanalstadt. Viele Wochen war der persönliche Kontakt zwischen den Ehrenamtlern und den Familien aufgrund von Corona eingefroren, seit März sind wieder Treffen möglich, wie Dipl.-Pädagogin Kirsten Esser, Ansprechpartnerin beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) für dieses Projekt, berichtet. Die Pandemie und die Lockdowns haben die Situation für die belasteten Familien nicht einfacher gemacht. „Viele Familien waren in der Zeit sehr eng zusammen“, sagt Kirsten Esser.

Klar, es gab kaum Kontakte, kaum Freizeitangebote. Das erschwert mitunter auch die Arbeit für die Paten. „Die Distanz zu Außenstehenden ist noch groß“, sagt eine Patin (sie möchte namentlich nicht genannt werden) in der Gesprächsrunde, in der sich die Ehrenamtler nun wieder regelmäßig über ihrer Arbeit austauschen. Doch davon lassen sich die engagierten Ehrenamtler nicht ausbremsen. Im Gegenteil.

Vom Nichtschwimmer zum Schwimmabzeichen

Einer, der voller Tatendrang ist, ist Michael Mahl (60) aus Waltrop. Er hatte in der Zeitung von den Familienpatenschaften gelesen und sich daraufhin als Pate gemeldet. Eine Patenschaft in einer Dattelner Familie hat er jetzt erfolgreich hinter sich gebracht. Der Familie geht es besser, und Michael Mahl ist froh, dass er ihnen im Alltag helfen konnte. Hauptsächlich hat er sich um den Sohn der Familie gekümmert, ihm das Schwimmen beigebracht.

Kein unbekanntes Fahrwasser für Mahl, war er doch früher bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aktiv. „Der Junge war Nichtschwimmer und hat zum Abschluss sein Schwimmabzeichen gemacht“, sagt der Waltroper. Die Patenschaft hat Mahl viel bedeutet: „Es war schön, dass ich helfen konnte“, sagt der 60-Jährige. Jetzt steht er in den Starlöchern für seine nächste Patenschaft und freut sich eine neue Familie kennenzulernen.

Patenschaften sind ganz unterschiedlich

Wie die Patenschaften aussehen – das ist ganz unterschiedlich. Interessierte sollten sich einen Zeitraum von einem Jahr für ein solches Projekt vorstellen können und ein bis zwei Mal pro Woche ein bis zwei Stunden „Zeit“ verschenken können. Idealerweise haben Paten bereits Erfahrung im Umgang mit Kindern, denn häufig sind es Alleinerziehende, die sich Unterstützung wünschen.

Wie die Hilfe der Paten dann aussieht, das machen Familien und Paten unter sich aus: Die Kinder aus der Kita oder von der Schule abholen, Spielplatzbesuche oder Fahrradausflüge – all das ist möglich. „Das ist ein kreatives Ehrenamt“, erklärt Esser. Manchmal hilft es auch, einfach nur ein offenes Ohr für die Erwachsenen zu haben, ihnen mit Tipps und Tricks im Alltag unter die Arme zu greifen.

Obwohl die Paten ihre Treffen mit den Familien selbst planen, werden sie bei ihrer Arbeit nicht alleine gelassen. Der SkF steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite, es gibt feste Ansprechpartner und regelmäßige Austauschtreffen. Zudem werden die Paten vor ihrem Einsatz umfassend geschult (Zehn Schulungstermine, je zwei Stunden), zum Beispiel in Erster Hilfe, Kommunikation und rechtlichen Fragen.

So kommt man in Kontakt

Die Familienpatenschaften sind ein Angebot vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) im Ostvest und richten sich an Familien in Datteln. Paten können aber auch Interessierte aus den umliegenden Städten der Region werden. Für die Familien ist die Hilfe kostenlos. Die Familienpatenschaften werden von der Stadt Datteln finanziert. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, meldet sich bei Kirsten Esser vom SkF, Tel. 02363/9100934 oder per E-Mail: kirsten.esser@skf-ostvest.de

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