Hunde-Psychologie-Center

Neues Leben in der alten Rentei: Hier lernen Mensch und Hund

Verhaltensauffällige Hunde sind genau das Ding von Dirk David Schmitt. Der Hundepsychologe, der von Hundehaltern aus ganz Europa aufgesucht wird, weiß: Der Weg zum Hund führt über den Menschen.
Dirk David Schmitt mit seinem Rudel: In die alte Rentei ist wieder Leben eingekehrt. © Elena Schulze Langenhorst

Dirk David Schmitt ist „Coach für Mensch mit Hund“. Kürzlich hat er, im Gebäude der ehemaligen Rentei in den Waltroper Rieselfeldern, ein Hunde-Psychologie-Center eröffnet. Hier arbeitet er mit verhaltensauffälligen Hunden jeder Rasse und jeden Alters. Dabei helfen ihm auch die acht Hunde aus seinem Rudel, die er nach Bedarf als Therapiehunde einsetze.

Es geht nicht einfach nur um Kommandos

Man lerne bei ihm nicht nur einfache Kommandos, sondern eine souveräne Art der Hundeführung und ruhige Umgehensweise in Situationen mit Problempotenzial. „Wenn Hundehalter selbst souverän, fair und respektvoll agieren und sich nicht verärgern oder aus der Ruhe bringen lassen, dann kann ihr Hund sich an ihnen orientieren. Man lernt hier, seinem Hund ein gutes ‚Leittier‘ zu sein und ihn mit Kompetenz, Ruhe und Gelassenheit durch den Alltag zu führen.“

Souveräne Führung und Respekt

Dies und viele weitere Punkte fasst Dirk David Schmitt in seinem Slogan zusammen: „trained to lead“ – zu Deutsch: „ausgebildet zum Führen und Leiten“. Der Slogan beziehe sich maßgeblich auf die Hundebesitzer. „Klar, dass die Hunde hier auch selber lernen. Aber nur, wenn ihre Besitzer selbst mitmachen und umsetzen, was wir hier erarbeiten, kann es langfristige Besserung geben.“ Emotionen wie Mitleid, Unsicherheit oder Ärger seien oft kontraproduktiv: „Hunde sind sehr sensible Wesen. Sie spüren jede Stimmungsschwankung und reagieren konkret auf die Gefühle ihrer Besitzer. Unsicherheit oder Ärger vonseiten der Menschen können sich schnell in Angst und Aggression vonseiten der Hunde widerspiegeln“, erklärt Schmitt, der Jahrgang 1978 ist.

„Jeder Hund ist einzigartig“

Jedoch könne man viele Situationen nicht pauschal bewerten und daher auch nicht immer im Voraus Tipps geben. „Potenzielle Problem-Situationen sind von vielen Faktoren abhängig. Wenn man fragt ‚Was soll ich tun, wenn …?‘, dann kann man darauf meist nur sagen: ‚Das kommt darauf an, ob …‘“. Hundehalter müssten selbst ein Gespür dafür entwickeln, wie bestimmte Faktoren ihren Hund beeinflussen können. Denn – und das ist ein Punkt, der Dirk David Schmitt besonders wichtig ist – jeder Hund ist einzigartig. „Jeder Hund hat eine eigene Persönlichkeit, genau wie jeder Mensch.“ Aufgrund der Rasse stereotypisch bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben, halte er nicht für angemessen. „Bei uns wird niemand über einen Kamm geschoren, ob Mensch oder Hund.“ Er arbeite stets mit den individuellen Stärken und Schwächen der Hunde und achte gezielt auf ihren Charakter.

Oft „die letzte Hoffnung“

Das kann auch Mitarbeiterin Jennifer Below bestätigen. „Manchmal sind Hunde außer Rand und Band“, erzählt sie, aber wenn Dirk David Schmitt den Raum betrete, sei Stille. Wenn er von Hundehaltern einen bellenden und aggressiven Hund an die Leine nehme, sei das Tier oft sofort ruhig. „Ich bewundere die Wirkung, die Dirk David auf Hunde hat.“ Oft seien die Menschen, die Dirk David Schmitt aufsuchen, verzweifelt und hätten eine regelrechte Odyssee hinter sich. „Es kam schon oft vor, dass Leute sagten, wir seien ihre letzte Hoffnung. Viele können es gar nicht fassen, wie schnell die Arbeit mit Dirk hilft.“ Viele kämen dabei von weither: Aus ganz Europa suchten Leute mit ihren Lieblingen das Hunde-Psychologie-Center auf.

Bei der Eröffnung gab es auf dem Parcours schon einige Vorführungen. © Elena Schulze Langenhorst © Elena Schulze Langenhorst

Zu den Leitsätzen des Centers gehört ganz klar: Rücksicht auf andere zu nehmen, hat absolute Priorität. „Man muss als Hundehalter auch akzeptieren, dass nicht jeder Hunde mag. Den eigenen Hund sollte man so führen, dass er andere nicht bedrängt“, erläutert der Hundeflüsterer. Denn das harmonische Miteinander sei ja auch einer der Aspekte, die durch seine Arbeit gefördert werden. „Wenn ein Hund Leute anbellt, anspringt oder gar beißt, ist das für niemanden schön.“ Durch souveräne Führung und das gemeinsame Training von Mensch und Hund sollen mitunter solche Probleme vermieden werden. Zu anderen zu sagen: „Keine Angst, der will nur spielen“ helfe niemandem, der Angst vor Hunden hat. „Wir sollten stets respektvoll miteinander umgehen, sowohl mit anderen Menschen als auch mit anderen Hunden.“

Info

Gruppensitzungen im Ausnahmefall

Für Leute, die finanziell nicht imstande seien, eine Sitzung zu buchen – man denke beispielsweise an Rentner – wolle er gelegentlich Gruppensitzungen anbieten, sagt Schmitt. So werde in Kleingruppen die Möglichkeit geboten, für einen geringeren Beitrag eine Einschätzung und mögliche Lösungswege zu erhalten.

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