Großes Problem in einigen NRW-Städten

Hunde-Urin greift auch in Waltrop Straßenlaternen an – der V+E sagt, was man tun kann

Hunde-Urin und Straßenlaterne: Das ist keine gute Kombination. Das Pipi der Vierbeiner schadet der Standsicherheit der Masten. Auch in Waltrop hat man das Thema auf dem Schirm.
Ein Hund steht neben einer Laterne.
Hunde und Straßenlaternen - keine gute Kombination, jedenfalls, was die Standsicherheit der Masten angeht. Auch in Waltrop hat man das Thema auf dem Schirm. © dpa

Wenn der Hund an einer Straßenlaterne das Beinchen hebt, ist das nicht nur eine Duftmarke zwecks Reviermarkierung. Es ist auch ein kleiner Beitrag dazu, dass die Masten der Laternen schneller rosten. Die Stadt Viersen hatte mit dem Thema jetzt ein großes Problem – und auch wenn es in Waltrop bisher noch keine drastischen Konsequenzen wie in der Stadt am linken Niederrhein gibt, so hat auch hier der zuständige Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E) die Sache auf dem Schirm.

Worum geht es? „Das Ammoniak im Hunde-Urin, Salze, Wasser und das Aluminium reagierten miteinander, erklärt der Viersener Stadtsprecher. „Diese chemische Reaktion führt zu Korrosion. Im Ergebnis schwächt dies den Mast so sehr, dass er nicht mehr standsicher ist.“ Bei Überprüfungen sind in Viersen bereits mehr als 100 Straßenlaternen entdeckt worden, die nicht länger stehen bleiben dürfen, teilte die Stadt mit.

Stahlmanschetten nachrüsten – das wäre übertrieben, sagt der V+E

Nachfrage bei V+E-Chef Bernd Funke: Ja, natürlich sei das Problem auch in Waltrop bekannt. Und klar sei auch, was man tun könne: nämlich den Übergangsbereich zwischen dem unteren Teil der Masten und dem Boden – eben den Teil, den die Vierbeiner in der Regel anpinkeln – mit doppelten Stahlmanschetten besonders zu schützen, um diesen besonders empfindlichen Teil der Mast-Systeme vor Schäden zu bewahren. Allerdings findet es Funke angesichts der Finanzlage der Stadt nicht angemessen, nun jede Laterne – für deren Wartung und Reparatur und gegebenenfalls auch Ersatz der V+E übrigens seit 2015 zuständig ist – mit diesen Manschetten nachzurüsten. „Wenn aber eine Laterne ohnehin ersetzt werden muss, schaffen wir eine neue an, die mit dieser Manschette versehen ist“, sagt Funke.

Ob die Laternen noch standsicher sind, das wird entsprechend den Vorschriften in regelmäßigen Abständen mit dem sogenannten Rütteltest ermittelt, bei dem der Mast mit einem Minibagger mit Greifarm künstlich in Schwingungen versetzt wird und geprüft wird, ob er die Kräfte aushält.

Kein Appell an die Hundehalter

Zurück zum Thema Hunde-Urin: Wird V+E-Chef Funke nun die Waltroper bitten, darauf zu achten, dass ihre Vierbeiner nicht mehr an Laternen ihr Beinchen heben? „Nein“, sagt Funke klar. Das gehe dann doch wohl zu weit. Er erinnert sich noch lebhaft an die von ihm mit initiierte Aktion „Waltrop gegen Häufchen“, bei der es darum ging, Hundekot aufzusammeln, das dann bei der Stadt gewogen wurde. Die gleiche Menge wurde an Tierfutter gekauft, und das ging ans Tierheim in Castrop-Rauxel, das bekanntlich auch für Waltrop zuständig ist. Auf diese Idee gab es nicht nur positive Resonanz. Man solle sich doch „um wichtigere Themen kümmern“, hörte man gelegentlich aus der Bürgerschaft. Diese Kritik möchte sich Funke in Sachen Hunde-Urin und Laternen gerne ersparen.

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