„Comfort One Ranchfestival“

Endlich wieder Konzerte: Gitarrenklänge am knisternden Lagerfeuer

Auf manche Dinge wartet man gerne: Die gut 80 Besucher des Waltroper „Comfort One Ranchfestivals“ an der Borker Straße erleben einen stimmungsvollen Abend voll guter Musik.
Das Duo Mountaindelyx war ein musikalischer Höhepunkt beim Comfort One Ranchfestival in Waltrop. © Martina Bialas

Eine lange Durststrecke war die Corona-Pandemie auch für das Künstlerpaar Hyon-Suk Yung und Michael Bernd („Shorty“). Aber jetzt haben die Ranchbesitzer Maike Schritt und Holger Thamm in akribischer Vorbereitung ein Festival auf die Beine gestellt und Großartiges geleistet. „Klein und fein“ heißt es in diesem Jahr noch. Das Fest ist ein Dankeschön an ihre Familien, Freunde und Nachbarn und Musikerkollegen, die das Künstlerpaar in der Pandemie immer wieder motivierten durchzuhalten.

Und das Durchhalten hat sich gelohnt: Die Bands Nettle River und Yoko Hansa, das Duo Mountaindelyx und Solist Bobfather nehmen auf der kleinen Seebühne oder zwischen ihrem Publikum Platz und drücken mit ihrer Musik dem Abend seinen ganz besonderen Stempel auf. Der See erwacht aus seinem langjährigen Dornröschenschlaf, als die Zuhörer ihn einkreisen und unter illuminierten Bäumen ein besonderes Flair genießen.

Stefan Kullik als „Eisbrecher“

Bobfather alias Stefan Kullik gibt den Eisbrecher, er startet mit seinen kurzen, melodischen Rocksongs, die ankommen. Die Fans wissen um die Qualität des Sängers, der in den späten 90er- und frühen 2000er-Jahren mit seinen trashigen, folkigen Bands Jim Wayne Swingtett und Sons of Jim Wayne durch Europa tourte. Das Duo Mountaindelyx zieht sich ans knisternde Lagerfeuer unter einem alten knorrigen Baum zurück und präsentiert seine unplugged Versionen. Ihre Stimmen zum Kontrabass und zur Gitarre sind unverschnörkelt, die eigenen oder gecoverten Songs bleiben im Ohr, weit weg vom Mainstream. Die Zuhörer lassen sich fallen und gehen mit.

Die Band Nettle River genoss ihr Heimspiel auf der kleinen Seebühne und eroberte ihre Fans in Sekunden. © Martina Bialas © Martina Bialas

„Nettle River“ will es an diesem Abend ebenfalls wissen. Die Musiker und Sänger bezeichnen sich schlicht als Alt-Country- und Bluegrass-Band, ihre ungezähmte Spielfreude dominiert den Auftritt. „Hey, endlich wieder hören lassen, was man kann“, kommunizieren sie nach ihrer Zwangs-Spielpause. Der Abend nimmt weiter an Fahrt auf, die Fans jubeln. Ein Bier oder eine Bowle in der Hand, die Cowboyhüte in den Nacken geschoben, die Füße in der staubigen Erde verankert, hören sie zu. Gitarre, Schlagwerk, Bass, Banjo und die echt guten Stimmen lassen Ohren und Herzen aufgehen. Die Musik passt wie die Faust aufs Auge zu diesem Abend.

Nächstes Festival ist schon angedacht

Die Sonne ist längst untergegangen, die Songs streifen den klaren Nachthimmel. Und es geht noch mehr. Die Neuband Yoko Hansa beweist ihre Kreativität, singt selbstgeschriebene Songs, im hauseigenen Studio geprobt. „Und jetzt raus damit auf die Bühne, es wurde Zeit“, sagt das Quartett selbstbewusst. Um 5.55 Uhr ist Schluss, das Lagerfeuer qualmt aus, Hyon-Suk Yung und Shorty sind platt, aber glücklich. Im Kopf haben sie jetzt die Planung für ein „Comfort two Ranchfestival“, das haben sie ihren Besuchern versprochen.

Der Abend in Datteln

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