Ausstellung

Diese Waltroper Stoff-Kunstwerke sind bis hin nach Afrika bekannt

Die erste Ausstellung nach der Corona-Unterbrechung ist im Kulturforum Kapelle eröffnet worden – mit Quilt-Werken, die die Waltroper Künstlerin Ursula Münzner (73) gefertigt hat.
Eröffneten gemeinsam die Ausstellung "Stoff-Art" (v.l.): Clemens Schmale (VHS); Künstlerin Ursula Münzner, Bürgermeister Marcel Mittelbach und Dr. Heinz Josef Mußhoff (Kulturforum Kapelle). © Tamina Forytta

Die Arbeit aus 13 Jahren mit Nadel und Faden ist jetzt im Kulturforum Kapelle zu sehen – in der Ausstellung „Stoff-Art“, die mehr als 40 Werke der Waltroper Künstlerin Ursula Münzner zeigt. Wobei: Beim Begriff „Arbeit“ im Zusammenhang mit ihren Quilt-Werken schüttelt die 73-Jährige energisch den Kopf. „Das hat nichts mit Arbeit zu tun“, sagt Ursula Münzner. „Das ist eher eine Idee, und jeder, der mit Kunst zu tun hat, der weiß: Die muss dann raus.“

Raus und auf den Stoff. Drei Lagen bilden jeweils einen Quilt, und manche, die im Kulturforum Kapelle zu sehen sind (noch bis 10. Oktober, zu den Öffnungszeiten der Kapelle, immer aber samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr), sind mehrere Quadratmeter groß. Manche sind abstrakt, manche konkret, hier ist überraschenderweise Wachs mit eingearbeitet oder Kleister, dort sogar Moos, einige Werke sind knallbunt, manche in gedeckten Farben gehalten.

Mal abstrakt, mal konkret sind die Werke aus Textil gestaltet, die im Kulturforum Kapelle Waltrop zu sehen sind. © Tamina Forytta © Tamina Forytta

„Stoffe bestücken ihr Leben“, so brachte es Bürgermeister Marcel Mittelbach bei der Eröffnung am Freitag (17. 9.) auf den Punkt, als er Ursula Münzner begrüßte. Die Künstlerin und VHS-Dozentin hat früher als Produktionsleiterin in einer Waltroper Textilfirma gearbeitet. Und „Stoffstückchen“ heißt auch die Gruppe an der Volkshochschule, die gemeinsam näht und werkelt. Auf diese Weise wurden Waltroper Quilts bis nach Afrika bekannt.

„Sie hatte angebissen“

Und das kam so: Bei einer Gesprächs-Veranstaltung im Kulturforum Kapelle war auch Diederika Forster zu Gast, die an der Gesamtschule Waltrop die Partnerschaft mit einer Schule in Tansania mit ins Leben gerufen hatte. Und Diederika Forster berichtete auch von einem Besuch beim Leiter der tansanischen Partnerschule in Rubale, als sie feierlich ein selbstgenähtes Kleid geschenkt bekam. Dabei und bei der Geschichte um dieses Kleid habe Ursula Münzner aufgemerkt, erzählte Diederika Forster und ergänzt augenzwinkernd: „Sie hatte angebissen.“ Es dauerte nicht lang, da förderten die „Stoffstückchen“ afrikanische junge Leute. Mit je 400 Euro jährlich werden besonders begabte Schüler zwei Jahre lang bedacht. 17 junge Leute sind bislang gefördert worden.

Und auch in der Ausstellung kann man manche Stücke käuflich erwerben – sie sind mit roten Klebepunkten gekennzeichnet – und somit die Schule in Rubale unterstützen.

Beeindruckt war auch Dr. Heinz Josef Mußhoff von den Werken. Er selbst, gestand der Vorsitzende des Kulturforums Kapelle, sei nicht besonders geübt im Nähen. „Aber ich habe vor vielen Jahren mal Gardinen genäht habe für meine Studenten-Bude…“, so Mußhoff grinsend.

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