Corona-Pandemie

Auch die Waltroper Gastronomen bangen um das Weihnachtsgeschäft

Tag für Tag steigen auch in unserer Region die Inzidenzzahlen: Für die Gastronomiebranche vor Ort bedeutet dies herbe Umsatzeinbrüche, denn die meisten Firmen sagen ihre Weihnachtsfeiern ab.
Ein Anziehungspunkt in der Waltroper Innenstadt: die Weihnachts-Alm von Stadthallen-Wirt Max Schmitz. © Katja Wehrland

Eigentlich sind die letzten Wochen vor dem Weihnachtsfest für die Gastronomie die umsatzstärksten des Jahres. Eigentlich. Denn auch in diesem Jahr sorgen die steigenden Inzidenz-Zahlen für bittere Umsatzverluste. Soviel steht schon heute fest – wie eine Umfrage unserer Redaktion bei drei Gastronomen in Waltrop zeigt.

Sorge, dass die Festtage ins Wasser fallen

„Die größeren Firmen-Gesellschaften haben alle abgesagt“, klagt etwa Vinko Grbesa, Inhaber vom „Hotel-Restaurant am Park“ in der Bahnhofstraße. „Vor allem die Chefs haben Angst davor, dass das Virus die Firma stilllegt.“ Jetzt stehe er vor der Sorge, dass auch die Festtage ins Wasser fallen. Da habe sein Haus nämlich geöffnet – und er müsse jetzt die Ware bestellen, damit er seine Gäste wie gewohnt bewirten könne. Da gute Lebensmittel derzeit Mangelware und sehr teuer seien, müsse er finanziell mächtig in Vorlage gehen. „Hoffentlich lohnt sich das“, sagt Vinko Grbesa.

Die Kontrolle der Gäste nach 2-G-Regeln sei in seinem gut bürgerlichen Restaurant bislang kein Problem. „Die meisten zeigen ihre Covid-App mit dem Impf-Nachweis schon an der Tür vor und müssen dazu gar nicht aufgefordert werden“, berichtet der Restaurant-Chef. „Ich würde, wenn nötig, aber auch 2-G plus Schnelltest kontrollieren“, betont er. „Hauptsache, wir müssen nicht wieder in den Lockdown.“

Umsatzverlust ist bei Stromberg fast sechsstellig

Einen nahezu sechsstelligen Umsatzverlust beklagt auch Stefan Manier vom Gasthaus Stromberg. „Alle geplanten Weihnachtsfeiern in der Werkstatt Zeche Waltrop, die ich mit dem Veranstaltungsteam ,On the Rock‘ geplant hatte, sind storniert worden“, berichtet der Maître de Cuisine auf Anfrage unserer Redaktion. Allein die beiden Kabarett-Abende „Walli’s wilde Weihnacht“ mit Esther Münch alias Waltraud Ehlert am 4. und 5. Dezember sollen auf jeden Fall noch stattfinden, da das Spektakel nahezu ausverkauft ist. „Zur Sicherheit wollen wir dort vor Ort die Möglichkeit für einen Schnelltest einräumen“, kündigt Stefan Manier an.

Die Gastronomie allein kann die Innenstadt nicht retten, sagt Stefan Manier, Küchenchef vom Gasthaus Stromberg. © K_V © K_V

Spitzenkoch fürchtet Lockdown spätestens im Januar

Ansonsten helfe es nichts „herumzuheulen“, betont der Spitzenkoch. „Spätestens im Januar kommt der Lockdown“, fürchtet er – obwohl es auch im Gasthaus Stromberg in der Innenstadt schon seit Monaten keinen ungeimpften Gast gegeben habe, wie auch Mit-Inhaberin Brigitta Stromberg unserer Redaktion versicherte. „Ich kann nur an die Menschen appellieren, die in die Stadien oder auf die Weihnachtsmärkte gehen: Verhaltet Euch vernünftig – auch nach dem zweiten Bier oder Glühwein und tragt auf engem Raum eine Maske“, meint Stefan Manier. Sonst sähe es für die Gastronomie zappenduster aus.

Die Weihnachts-Alm ist prima angelaufen

Prima gelaufen ist seit der Eröffnung die Weihnachts-Alm auf dem „kleinen“ Marktplatz, die Stadthallen-Wirt Max Schmitz aufgebaut hat. Rund 150 Menschen finden in der urigen und toll geschmückten Hütte Platz. Dazu gibt es Open-Air-Stehtische, einen Eventstadl, eine süße Bude und eine Eisstockbahn. „Ab 18 Uhr abends und vor allem an den Wochenenden ist hier gut was los“, zeigt sich der junge Gastronom zufrieden. „Wenn das noch 14 Tage so läuft, dann bin ich mit meinem Team in den schwarzen Zahlen“, rechnet er vor.

Für Ungeimpfte droht hohes Bußgeld, für Veranstalter ein höheres

Allerdings spürt Max Schmitz seit einigen Tagen auch erste Bremsspuren: „Eine Weihnachtsfeier mit 90 Personen, die ein Supermarkt gebucht hatte, haben wir durchgeführt – und alle konnten 2-G-plus-Test vorweisen“, berichtet er. „Aber jetzt hagelt es nur noch Absagen. Das ist sehr ärgerlich. Noch können wir die freien Plätze allerdings häufig mit Privatanfragen auffüllen.“

Die Kontrolle am Tor des eingezäunten „Weihnachtsdorfes“ übernimmt das Team, und am Wochenende ein Sicherheitsdienst. „Es gilt 2-G, einige Ungeimpfte haben auch schon abweisen müssen“, so Max Schmitz. Schließlich müsse man mit satten Strafen rechnen, weiß er. „Wer weder geimpft noch genesen ist, zahlt 250 Euro Bußgeld, wenn er erwischt wird. Der Veranstalter wird sogar mit 2500 Euro zur Kasse gebeten.“

Info

Neue Coronaschutz-Verordnung

Seit heute (24.11.) ist die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft. Sie sieht für Restaurants, Feiern, Veranstaltungen und Freizeiteinrichtungen 2G- bzw. 2G-plus-Regelungen vor. „Das Ordnungsamt der Stadt Waltrop wird die Einhaltung der neuen Regelungen stichprobenartig kontrollieren“, erklärte der Waltroper Ordnungsamtschef Martin Voskort. Zugleich weist er insbesondere auf die Kontrollverantwortung der Gastronomie hin. Sie sei verpflichtet, beim Einlass den Impfstatus ihrer Gäste zu kontrollieren, betont er. Es gebe nur begründete Ausnahmen, etwa für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren.

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