Stadt setzt Frist

Altkleidercontainer ohne Genehmigung müssen in Waltrop jetzt weichen

Knallrote Altkleidercontainer sind in Waltrop zahlreich vertreten. An mindestens acht Standorten werden die Sammelbehälter jetzt weichen müssen. Denn sie stehen dort ohne Genehmigung.
An den Containern, die ohne Genehmigung in Waltrop abgestellt worden sind, kleben nun rote Hinweiszettel der Stadt – inklusive Fristsetzung zur Entfernung. © Simone Hollenhorst

Orangefarbene Zettel der Stadt Waltrop kleben an den proppevollen, roten Altkleidercontainern mit der großen Luke, die an der Gasstraße direkt neben den Altglascontainern stehen. Es sind Schreiben der Stadt Waltrop, in denen der Eigentümer der Container dazu aufgefordert wird, diese zu entfernen. Denn sie stehen auf einer öffentlichen Fläche der Stadt Waltrop und haben dafür keine Genehmigung, geht aus den Zeilen hervor. Den Verantwortlichen wird in den Schriftstücken eine Frist gesetzt, um die Behälter abzutransportieren. Die beiden Container an der Gasstraße etwa müssen bis Samstag, 25. September, weichen. Andernfalls, so steht es auf den Zetteln, entfernt die Stadt die Container – und stellt die Kosten dafür dann dem Eigentümer in Rechnung.

Mindestens acht widerrechtliche Container-Standorte

Die beiden roten Altkleidercontainer an der Gasstraße sind nicht die einzigen, die ohne Genehmigung in Waltrop aufgestellt worden sind. An mindestens acht Stellen im gesamten Stadtgebiet, das bestätigt Stadt-Sprecherin Andrea Middendorf auf Anfrage unserer Redaktion, zeichnet sich ein ähnliches Bild. Widerrechtlich aufgestellte Container, die meisten davon in Rot, gibt es zum Beispiel noch an der Franzstraße, der Recklinghäuser Straße, in der Kettelersiedlung oder an der Lohbuschstraße. Und überall dort kleben seit einigen Tagen die orangefarbenen Zettel mit der städtischen Frist dran. Wem sie gehören, welche Organisation oder Firma für die großen Schlucker verantwortlich ist,

steht bisher offenbar noch nicht fest. Auf den Containern finden sich keine Firmennamen oder sonstige Kennzeichnungen, an manchen kleben lediglich kleine Aufkleber mit einer Handynummer.

Diese beiden Altkleidercontainer an der Gasstraße stehen dort illegal und müssen entfernt werden. © Martin Pyplatz © Martin Pyplatz

Dass alle Container ausnahmslos ohne Genehmigung und auch ohne Kenntnis der Stadt aufgestellt worden sind, daran gibt es keine Zweifel. Denn: Seit 2019 erteilt die Stadt keine Sondernutzungsgenehmigungen mehr, die für das Aufstellen solcher Container auf öffentlichen, städtischen Flächen nötig wären. Im Klartext: Altkleidercontainer auf städtischem Grund und Boden in Waltrop aufzustellen, wird ausnahmslos nicht erlaubt. Das hat der Stadtrat Anfang 2019 beschlossen und dazu eine Sondernutzungssatzung geändert.

Altkleidercontainer brachten schon viel Ärger

Zuvor hatte es so manches Mal Ärger rund um die Altkleidercontainer auf öffentlichen Flächen gegeben. 2012 hatte eine auswärtige Firma sogar den Klageweg beschritten, um eine Sondernutzungserlaubnis für seine Container in Waltrop zu erstreiten. Weil also mit diesen Sondernutzungserlaubnissen, die übrigens jedes Jahr aufs Neue erteilt werden müssen, ein erheblicher Verwaltungsaufwand einhergeht und sich die Altkleiderverwertung insgesamt als schwieriges Unterfangen darstellt (es gibt zahlreiche gewerbliche und karitative Sammlungen, der Verkehr muss berücksichtigt, Anlieger geschützt werden), hat sich die Stadt mit einer klaren Kante gegen die Altkleider- und Schuhcontainer auf öffentlichem Grund entschieden.

Matratzen und Sitzsäcke in den Containern entsorgt

In der Vergangenheit waren viele der großen roten Behälter häufig gut gefüllt – so manches Mal auch mit Dingen, die dort nicht hineingehören. In den Containern an der Gasstraße hatten Bürger zum Beispiel schon einmal versucht, eine alte Matratze hineinzuquetschen. Auch ein Sitzsack quoll schon einmal daraus hervor. Doch auch Kleidung und Schuhe, so scheint es, werden dort zuhauf entsorgt. Wohin also mit ausgedienten Pullovern, Hosen und Schuhen, wenn man mal wieder zu Hause ausgemistet hat? An vielen Stellen im Stadtgebiet gibt es Altkleider- und Schuhcontainer auf privaten Flächen, zum Beispiel auf dem Parkplatz des Netto-Marktes in Waltrop-Ost. Auch auf dem Gelände der Kirche St. Marien an der Riphausstraße stehen Sammelbehälter. Darüber hinaus sind die Wohlfahrtsverbände mit Kleidersammlungen aktiv. Das Team der Waltroper Kleiderkammer freut sich stets über gut erhaltene Kleidung. Dort sollte man sich aber immer vorher informieren, welche Kleidungsstücke und Größen gerade benötigt werden.

Keine Altkleidersammlung beim V+E

  • Der Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E) nimmt keine Altkleider und Schuhe auf seinem Wertstoffhof an. Das bestätigt V+E-Chef Bernd Funke auf Nachfrage. Früher gab es spezielle Sammelbehälter des V+E für Altkleider und Schuhe in Waltrop. Gesammelt wurde seinerzeit in Kooperation mit karitativen Einrichtungen unter dem Motto „Alles aus einer Hand“. Seit Änderung der Satzung 2019 gibt es diese Container aber nicht mehr.
  • Blick in die Nachbarstadt: Die Stadt Datteln hat sich einen anderen Weg überlegt, dem Ärger rund um Altkleidercontainer aus dem Weg zu gehen. 2018 hat die Stadt 40 städtische Sammelbehälter flächendeckend aufgestellt und erlaubt seitdem keine gewerblichen oder karitativen Container mehr auf öffentlichem Grund. Datteln bittet die Bürger darum, ihre Altkleider und Schuhe in den städtischen Sammelbehältern zu entsorgen. Weil die Stadt mit der Kleiderverwertung Erlöse erzielt, könne das dazu beitragen, die Müllgebühren stabil zu halten.

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