Vulkanausbruch

Neuer Lavastrom auf La Palma: Kanareninsel kommt nicht zur Ruhe

Auch drei Wochen nach dem Vulkanausbruch kämpft die Kanareninsel weiter mit den Folgen. In dieser Woche kam es erneut zu mehreren Erdbeben, neue zerstörerische Lavaströme haben sich gebildet.
Lava fließt aus einem Vulkan auf der Kanareninsel. Am Vulkan im Höhenzug Cumbre Vieja entstand am 2. Oktober ein neuer Schlot. Auch drei Wochen nach dem ersten Ausbruch kommt La Palma nicht zur Ruhe. © picture alliance/dpa/AP

Santa Cruz de La Palma. Vor drei Wochen ist der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen – und das einstige Urlaubsparadies kommt seitdem nicht zur Ruhe. Immer wieder bilden sich neue, zerstörerische Lavaströme, so auch an diesem Wochenende. Die rund 1000 Grad heiße Masse sei ausgetreten, nachdem die Nordflanke des Vulkankegels in der Cumbre Vieja eingestürzt sei, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Samstag.

In Sicherheit gebracht werden musste glücklicherweise deshalb vorerst niemand: Die betroffene Region war schon zuvor evakuiert worden. Der Vulkan schleuderte eine Aschewolke bis in eine Höhe von dreieinhalb Kilometern. Livebilder zeigen, wie er ununterbrochen Rauch und Asche spuckt. Immer wieder erschüttern an diesem Wochenende auch kleine bis mittlere Erdbeben den Süden der Insel, das heftigste Beben hatte eine Stärke von 4,1.

Bisher verschonte Flächen werden in Mitleidenschaft gezogen

Nur wenige Tage zuvor, am Donnerstag (7. Oktober), hatten ebenfalls ein relativ starkes Erdbeben und ein neuer Lavastrom auf der Vulkaninsel für neue Unruhe gesorgt. Mit einer Stärke von 4,3 sei der registrierte Erdstoß der heftigste seit dem Vulkanausbruch vor drei Wochen auf der Kanareninsel gewesen, teilte das spanische Seismologische Institut mit. Zudem entstand nach Mitteilung der Regionalbehörden ein Nebenstrom der Lava. Bisher verschonte Flächen seien dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden, Plantagenarbeiter und Wissenschaftler hätten in aller Eile in Sicherheit gebracht werden müssen.

Am selben Tag musste wegen der Vulkanasche der Flugverkehr zur Insel auf unbestimmte Zeit unterbrochen werden. Die Tourismusbranche auf der Insel leidet sowieso stark unter dem Ausbruch: Sehr viele Buchungen seien storniert worden. Dabei versichert der Tourismusbeauftragte von La Palma, dass nur zehn Prozent der Fläche von dem Vulkan betroffen sind, und die Reiseverbindungen sicher seien.

Karte zeigt Lavaströme auf La Palma

Drohnenaufnahmen von Katze sorgen für Aufregung

Für Aufregung sorgten zudem Drohnenaufnahmen, die vermutlich eine Katze, die in einem von Lava umgebenen leeren Wasserbassin eingeschlossen ist, zeigen. Eine Tierschutzorganisation hatte einen Hilfeaufruf für das Tier gestartet und gefordert, dass ihm – solange es von dort nicht wegzuholen sei – über eine Drohne Futter gebracht werde.

Der Vulkan war am 19. September ausgebrochen, die austretende Lava hat auf ihrem Weg zum Meer seither etwa 1150 Gebäude und Infrastruktureinrichtungen zerstört. Rund 6000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zu Schaden kam bisher niemand. Die Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und in der Landwirtschaft werden auf etwa 400 Millionen Euro geschätzt.

RND/hsc/mit dpa

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