Coronavirus

Neue Daten zeigen: Covid-Intensivpatienten werden zunehmend jünger

Zunehmend Jüngere werden mit schweren Covid-19-Verläufen auf den Intensivstationen behandelt - Die Lage in den Kliniken ist noch angespannt. Vor allem NRW ist betroffen.
Zunehmend Jüngere werden mit schweren Covid-19-Verläufen auf den Intensivstationen behandelt, zeigt eine deutschlandweite Analyse. © picture alliance/dpa

Aktuell machen die 60- bis 69-Jährigen den größten Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland aus. Das geht aus neu errechneten Daten der Interdisziplinären Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (Divi) hervor. Bislang hatte es nur einzelne Stichproben aus Kliniken gegeben, die Hinweise zur Altersstruktur lieferten – aber keine bundesweit ausgewerteten Daten. Nun wird die Altersstruktur neuerdings immer donnerstags in der Divi-Intensivregister-Statistik zur aktuellen Corona-Lage veröffentlicht.

Die Daten (Stand: 6. Mai) zeigen: Die Altersstruktur hat sich in der dritten Infektionswelle verschoben. Zunehmend jüngere Covid-19-Patienten kämpfen auf den Intensivstationen mit einem schwerem Verlauf. Die Auswertung zeigt zudem, dass die über 80-Jährigen, größtenteils bereits durch Impfungen geschützt, inzwischen einen geringeren Anteil ausmachen – mit gegenwärtig 7,6 Prozent. Die meisten Schwererkrankten sind hingegen zwischen 50 und 79 Jahre alt.

Dritte Welle gebrochen – Entlastung auf Intensivstationen erwartet

Die Lage in den Kliniken ist derzeit grundsätzlich noch angespannt: 88 Prozent der Intensivbetten sind laut Divi-Intensivregister aktuell belegt. Insgesamt in intensivmedizinischer Behandlung sind 4768 Patienten, davon invasiv beatmet 2836, also 59 Prozent (Stand: 6. Mai).

Die gute Nachricht: Der Anstieg bei der Zahl an intensivpflichtigen Patienten scheine aktuell gestoppt, heißt es im aktuellen Situationsbericht des Robert Koch-Instituts (RKI). Seit Anfang Mai sinke die Zahl der Intensivpatienten kontinuierlich. In den Vorwochen befand sie sich aber noch auf einem hohen Plateau mit um die 5000 Covid-19-Patienten.

Die Lage könnte sich in den kommenden Wochen auch auf den Intensivstationen verbessern. „Die dritte Welle scheint gebrochen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagvormittag in Berlin. Allerdings mahnte er zugleich: „Die Infektionszahlen sinken wieder, sind aber noch immer auf einem hohen Niveau – und sinken nicht überall gleich schnell.“

Auf den Intensivstationen gebe es bisher nur einen Rückgang der Patientenzahlen bei den leichteren Covid-19-Fällen, berichtete zudem RKI-Präsident Lothar Wieler. Über 70 Prozent der Intensivbereiche meldeten begrenzte oder ausgelastete Kapazitäten. „Das sind Höchstwerte in dieser Pandemie.“

Freie Intensivbetten: unterschiedliche Lage in den Regionen

Es gebe weiterhin eine erhebliche Auslastung und geringe Verfügbarkeit der so wichtigen High-Care Betten, berichtete auch der Leiter des Divi-Intensivregisters und Intensivmediziner Christian Karagiannidis. „Der Druck in der Intensivmedizin ist weiter enorm hoch“, schrieb er am Freitag mit Blick auf die aktuellen Daten bei Twitter.

Die Verfügbarkeiten freier Betten, nach Landkreis erhoben, zeigen zudem: Es gibt auch starke regionale Unterschiede, was die Auslastung der Intensivstationen betrifft. Besonders viele Intensivpatienten gibt es den Daten zufolge im Moment in Nordrhein-Westfalen. Dort sind in mehreren Landkreisen gegenwärtig nur unter 10 Prozent der Intensivbetten frei.

Der Artikel "Neue Daten zeigen: Covid-Intensivpatienten werden zunehmend jünger" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
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