Neue Regel zur Entsorgung

Kaputter Toaster: Aldi, Lidl, Rewe und Co. nehmen ab 1. Juli alte Elektrogeräte zurück

Alte Elektrogeräte können ab 1. Juli auch im Supermarkt zurückgegeben werden. Allerdings: Nicht jeder Supermarkt muss die Geräte annehmen. Welche Regeln gelten und was man beachten muss.
Ein Mitarbeiter eines Bauhofes vor einer Kiste mit kaputten Elektrokleingeräten.
Alte Geräte lassen sich in vielen Wertstoffhöfen zurückgeben. Oder beim Händler. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Wer Elektrogeräte verkauft, muss sie auch zurücknehmen – das gilt eigentlich schon seit Januar für Supermärkte. Ab 1. Juli wird der Service Pflicht. Doch auch hier gibt es Ausnahmen.

Wer Toaster und Handys, Mikrowellen und Waschmaschinen im Supermarkt kauft, kann eigentlich schon seit Januar 2022 seine alten Geräte dort zurückgeben.

Supermärkte ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche aufwärts müssen Rücknahmestellen anbieten, wenn sie mehrmals im Kalenderjahr oder sogar dauerhaft Elektro- und Elektronikgeräte im Sortiment anbieten. Dafür gilt aber bis noch bis zum 30. Juni 2022 eine Übergangsfrist. Ab 1. Juli wird der Service Pflicht.

Hier ein Überblick, wer wo welche Geräte nun entsorgen kann – und warum man das auch tun sollte:

Wie wird man eine alte Waschmaschine oder kaputte Spülmaschine los?

Kaputte und ausrangierte Geräte kann man in der Regel kostenlos am kommunalen Wertstoffhof abgeben. In diversen Kommunen gibt es zwar auch das Angebot, Elektrogeräte abholen zu lassen. Dies ist laut dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) aber kostenpflichtig.

Elektrogeräte lassen sich auch im Laden zurückgeben, wenn es sich um große Händler handelt. Der Vorteil bei dieser Form der Rückgabe: Wer dort ein Gerät kauft und sich nach Hause liefern lässt, kann das Altgerät meist abholen lassen. Fahrtwege und die eigene Schlepperei fallen also weg. Schon jetzt sind Fachhändler im Bereich Elektrogeräte zur Rücknahme verpflichtet, wenn sie eine Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern haben.

Kann ich alle Geräte dort einfach so zurückgeben?

Großgeräte wie Waschmaschinen, Mikrowellen und Fernseher, Rasenmäher und große Leuchten müssen Händler nur dann kostenlos annehmen, wenn ein entsprechendes Neugerät derselben Geräteart gekauft wird.

Elektro-Kleingeräte wird man hingegen immer auf Wertstoffhöfen und im Handel los – im Laden auch dann, wenn man nicht zeitgleich ein neues Gerät kauft oder das alte nicht bei diesem Händler gekauft hat. Das gilt für Geräte, die in keiner Abmessung länger als 25 Zentimeter sind, etwa Smartphones, Rasierer, Zahnbürsten und Taschenrechner.

Es gilt zugleich eine Beschränkung auf fünf alte Produkte, erklärt die von Herstellern und Verbänden der Elektro- und Elektronikbranche getragene Stiftung Elektro-Altgeräte Register (Stiftung AER).

Wie sind die Supermärkte darauf vorbereitet?

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die Supermärkte und Discounter dafür gut aufgestellt: „Der Einzelhandel ist gewappnet und mit seinen Vorbereitungen auf der Zielgeraden“, so Antje Gerstein, Geschäftsführerin beim HDE. „Alle werden pünktlich zum 1. Juli mit Rücknahmesystemen starten und den Kunden möglichst einfach die Gelegenheit geben, ihre Elektroaltgeräte zurückzugeben“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Auch die großen deutschen Lebensmittelhändler signalisierten bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur Startbereitschaft. Deutschlands größer Lebensmittelhändler Edeka verspricht: „Ab dem 1. Juli 2022 können unsere Kunden Elektrogeräte in unseren Märkten abgegeben.“ Und Wettbewerber Rewe verriet sogar, wie das in seinen Läden konkret aussehen soll: „Sie melden sich einfach an der Kassen, dann wird geprüft, ob das Gerät rücknahmewürdig ist.“ Die Geräte würden danach fachgerecht entsorgt. Das gleiche gilt den Angaben zufolge auch für Netto und Penny, die Discounttöchter der beiden Handelsriesen. Aldi verspricht ebenfalls eine „einfache und unkomplizierte Rücknahme von Elektro- und Elektronikaltgeräten“ in allen Märkten in Deutschland, ebenso Lidl.

Wie sieht das mit dem Onlinehandel aus?

Auch hier gibt es ab dem 1. Juli 2022 eine Verbesserung für Käufer: Auch kleine Online-Händler müssen dann bei jedem Kauf von Neugeräten die kostenlose Abholung und Entsorgung anbieten. Es ist laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) im Gesetz sogar vorgesehen, dass die Händler aktiv auf diese Möglichkeit hinweisen.

Für große Online-Händler von Elektrogeräten mit einer Versand- und Lagerfläche von mehr als 400 Quadratmetern gilt die Rücknahmepflicht schon jetzt. Entweder können die Käufer die alten Geräte per Paket einschicken oder sie an eine lokale Rücknahmestelle geben, die der Onlinehändler nennt. Oder man tauscht direkt bei Lieferung das Altgerät gegen das neue Modell aus.

Gibt es Tipps zum Entsorgen?

Die Stiftung AER rät, leicht auswechselbare Batterien und Akkus aus den Geräten herauszuholen. Gerade bei Lithium-Ionen-Akkus kann es sonst zu Bränden kommen. Wer alte Geräte noch kurz zu Hause einlagert, sollte sie daher auch kühl und dunkel halten.

Warum sollte man Elektrogeräte recyceln?

Das ist vor allem ein Thema der Nachhaltigkeit: Werden die Altgeräte recycelt, schont das Ressourcen. Viele Geräte enthalten wertvolle Metalle wie Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium und Messing. Werden diese Stoffe entnommen und der Wiederverwertung zugeführt, können daraus neue Produkte werden. Auch Kunststoffe sind teils wiederverwertbar.

von dpa/RND

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