Freizeit

Ins Freibad trotz Pandemie: Wann wird die Saison eröffnet?

Vielerorts öffnen die Freibäder Anfang Mai. Ein einheitlicher Start in die Saison ist in diesem Jahr aber nicht möglich. In manchen Regionen könnten Menschen bald unter freiem Himmel schwimmen.
Ein einheitlicher Start in die Saison ist in diesem Jahr Corona-bedingt aber nicht möglich – die Öffnung ist an die jeweiligen Inzidenzwerte gebunden. © picture alliance/dpa

Wann wird in diesem Jahr die Freibadsaison eröffnet? Das fragen sich derzeit nicht nur leidenschaftliche Schwimmfans, sondern auch die Entscheider in Städten und Gemeinden. Die bestimmen nämlich selbst, wann und wie sie ihre Bäder öffnen – abhängig von den jeweiligen Inzidenzwerten.

So viel ist sicher: Ein einheitlich bundesweiter Start in die Saison fällt in diesem Jahr aus. Man sei jedoch entschlossen, „Freibäder zu öffnen, sobald sie dies dürfen und es die Wetterlage erlaubt“, teilte Uwe Lübking, Beigeordneter beim Deutschen Städte- und Gemeindebund auf Anfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschlands mit. Im Vorjahr durften die meisten Bäder erst Ende Juni Gäste empfangen – so lange wolle man aber dieses Mal nicht warten. Aus diesem Grund bereite man den Betrieb bereits seit Wochen oder Monaten vor, so Lübking. Viele Städte und Gemeinden planen einen Öffnung für Mitte bis Ende Mai.

Dazu müssen aber auch die Inzidenzwerte stimmen. Die kürzlich vom Bund beschlossene Notbremse greift deutschlandweit in allen Städten und Kreisen, in denen die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. In diesem Fall müssen unter anderem Freizeit, Kultur und Gastronomie geschlossen bleiben – Schwimmbäder fallen unter den Freizeitsektor. Momentan liegen fast alle Regionen in Deutschland über deutlich über diesem Wert.

Hallenbäder sind in den meisten Ländern sowieso schon länger geschlossen. Ausnahmen gab es zum Beispiel in Hannover: Dort konnte man in diesem Frühjahr kurzfristig ein ganzes Schwimmbad buchen – durfte es allerdings auch nur mit einem Haushalt nutzen.

Standby-Modus im Süden, Optimismus im Norden und Osten

Lübking zufolge betrage die Vorlaufzeit in der Regel bis zu acht Wochen – erst dann seien Bäder bereit für die Öffnung. Dank der geleisteten Vorarbeit sei der Betrieb nun aber binnen zwei Wochen startklar. Die Anlagen befinden sich also im Standby-Modus. Dies ist etwa in Bayern der Fall, wo derzeit kein einziger Kreis unter der 100-er-Marke liegt. Da die 7-Tage-Inzidenz für das Bundesland (Stand: 29. April) bei rund 174 liegt, ist eine Öffnung im Mai sehr unwahrscheinlich.

Große Hoffnung machen hingegen die aktuellen Corona-Zahlen in Schleswig-Holstein: Es ist das einzige Bundesland, das mit einer Inzidenz von 68,5 weit genug von der kritischen 100 entfernt ist, sodass ein Saisonstart im Mai durchaus realistisch ist.

Auch in Brandenburg lassen die Corona-Zahlen auf eine baldige Öffnung der Bäder hoffen. In Potsdam liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 121,3. Sollte dieser Wert in den kommenden Tagen sinken, könnten die Freibäder noch im Mai öffnen. Auch in anderen brandenburgischen Landkreisen sind die Werte unter der 100-er-Marke.

Niedersachsen untersagt Öffnung der Bäder bis zum 9. Mai

In Niedersachsen gibt es zwar einige Regionen, in denen die Inzidenz unter 100 liegt und Freibäder – zumindest in der Theorie – zum 1. Mai Gäste begrüßen dürfen. Allerdings hat das Land eine Öffnung der Schwimmbetriebe unabhängig von den Corona-Zahlen bis zum 9. Mai untersagt.

Etwa in Celle rechne man mit einem baldigen Start der Freibadsaison, wie die Cellesche Zeitung berichtete. Dort liegt die Inzidenz bei 91,1. In Hannover bereiten sich die Bäder auf eine Saison vor, von der noch keiner weiß, wann sie beginnen wird. Das teilte ein Stadt-Sprecher der dpa mit.

Schwimmbäder: Freizeitstätten oder Sportanlagen?

Lübking fordert gegenüber dem RND: „Schwimmbäder sollten gemeinsam mit den Sporthallen als Sportstätten eine eigene Kategorie bilden.“ Dass Bäder laut Notbremse des Bundes zu Freizeit zählen, passe angesichts ihrer gesellschaftlichen Bedeutung nicht, so Lübking. Mit dieser Maßnahme würde zugleich der Schul- und Vereinssport und in Bädern vor allem das Anfängerschwimmen gewährleistet werden. Er weist auch darauf hin, dass die Anlagen dank ihrer großen Rauminhalte und den vorhandenen Lüftungsanlagen „relativ sichere Orte“ in Bezug auf eine Ansteckung mit Covid-19 seien.

Einschränkungen für Badegäste auch in diesem Jahr wahrscheinlich

Lübking betont, dass die Bäder im vergangenen Jahr bereits Erfahrungen sammeln konnten, wie man unter Corona-Bedingungen öffnen kann. Darauf könne jetzt aufgebaut werden. Für Gäste bedeutet das: Termin buchen, Zeitslots nutzen und Abstandsregeln einhalten.

Darüber hinaus warnt Lübking davor, die Freibäder zu spät zu öffnen. Andernfalls könnten Menschen „die Abkühlung in unbewachten Badestellen suchen“, wo Abstandsgebote und Hygienekonzepte nicht kontrolliert würden. Hinzu kämen die grundsätzlichen Gefahren, die von unbewachten Badestellen ausgehen.

RND

Der Artikel "Ins Freibad trotz Pandemie: Wann wird die Saison eröffnet?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
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