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CHIO Aachen: Christian Ahlmann ist zurück in der ersten Reihe

Gut zwei Jahre nach der Europameisterschaft in Rotterdam trägt Springreiter Christian Ahlmann wieder den Bundesadler auf der Brust.
Christian Ahlmann, hier im Youngster-Cup auf Nachito, reitet in Aachen im Nationenpreis. © Wolfgang Birkenstock

Der 46 Jahre alte Marler wurde von Bundestrainer Otto Becker für den prestigeträchtigen Nationenpreis in Aachen nominiert. Neben Ahlmann sind dort Daniel Deußer, Marcus Ehning und David Will für Deutschland am Start.

Ahlmanns Nominierung kommt überraschend, hat aber natürlich Gründe. „Die Championate ballen sich im Moment, da muss alles gut aufgeteilt werden. Und da meine Pferde gerade gut in Schuss sind, habe ich eine Chance bekommen“, berichtet der Marler am Donnerstagvormittag, Stunden vor dem Nationenpreis.

Den jüngsten Nachweis, dass es wieder aufwärts geht, erbrachte der ehemalige Weltranglistenerste bei der Global Champions Tour am vergangenen Wochenende in Rom. Sieg im Mannschaftsspringen, Platz zwei im Großen Preis – viel mehr geht nicht.

Nicht alle Reiter sind in der Breite gut aufgestellt

Die Terminhatz für die internationale Spitze ist aktuell groß: Erst die Olympischen Spiele in Tokio, dann folgte die Europameisterschaft in Riesenbeck vor zehn Tagen. Am Donnerstag steht der Nationenpreis in Aachen an, das traditionelle Heimspiel der deutschen Reiterei, dann folgt 14 Tage später das Nationenpreisfinale in Barcelona. Nicht alle Reiter aus dem Championatskader sind in der Breite gut aufgestellt. André Thieme etwa, Europameister von Riesenbeck und Mannschaftsilbermedaillengewinner, fehlt in Aachen ganz, weil er sein Erfolgspferd Chakaria schonen will.

Anders sieht die Lage im Frentroper Stall von Christian Ahlmann aus: Clintrexo, den der Marler im Nationenpreis reiten wird, „macht gerade richtig Spaß“, der hochveranlagte und mit Vorschusslorbeeren bedachte Hengst Dominator Z ist auf dem Weg zu alter Stärke zurück, wie der Reiter aufzählt. Und dann ist da noch der junge Mandato van de Neerheide, mit dem Ahlmann in Rom erfolgreich war. „Er ist aufgrund seines Alters zwar noch nicht die letzte Waffe, aber er ist so weit, Championate gehen zu können“, sagt der Doppeleuropameister von 2003.

Barcelona ist wieder eine Möglichkeit

Folglich hat sich Christian Ahlmann zurück ins Spiel gebracht bei Bundestrainer Otto Becker, der in Aachen einigen alten Hasen vertraut, zu denen neben Ahlmann auch Marcus Ehning und der aktuelle Weltranglistenerste Daniel Deußer gehören. Von der erfolgreichen EM-Mannschaft aus Riesenbeck ist nur Ehning beim Aachener Nationenpreis dabei, neben Thieme fehlt auch David Will.

Möglicherweise wird Christian Ahlmann damit wieder ein Kandidat fürs Nationenpreisfinale in Barcelona (30. September – 3. Oktober). Bislang habe er das Championat zwar nicht in seinem Kalender gehabt, wie er sagt. Aber der Marler lässt durchblicken, dass er sich nicht gegen eine Nominierung wehren werde.

Lange Pause hatte nicht nur sportliche Gründe

Der Nationenpreis von Aachen ist im Übrigen Ahlmanns erstes Championat seit der EM in Rotterdam im August 2019. Die zweijährige Pause hatte dabei aber nicht allein sportliche Gründe. „Viel dazwischen war ja nicht“, meint der Reiter mit Blick auf die Pandemie, die auch den internationalen Reitsport über Monate lahmgelegt hatte.

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