Ultrawandern für den guten Zweck

Stephanie Filthaus: 26 Stunden Wandern ohne Schlafpause

„Gänsehaut pur. Der Zieleinlauf ist ein unbeschreiblicher Moment.“ Wenn Stephanie Filthaus aus Datteln wandern geht, dann immer mit der Absicht, einen guten Zweck unterstützen zu wollen.
Ultrawanderin Stephanie Filthaus mit ihren Kindern Jakob und Lotta (r.). © André Hilgers

In den kommenden Wochen möchte die 37-Jährige dem Frauenhaus in Datteln finanziell unter die Arme greifen. In dieser Mission nimmt Stephanie Filthaus an gleich zwei Ultrawander-Veranstaltungen teil.

Am kommenden Samstag (11.9.) schnürt sie beim Mammutmarsch in Wuppertal über 100 Kilometer ihre Wanderschuhe. Drei Wochen später geht die zweifache Mutter dann bei der Sieben-Seen-Wanderung in Leipzig an den Start – über eine Distanz von 107 Kilometer. Das ist die Stadt, in der Stephanie Filthaus aufgewachsen ist. 2012 zog sie dann nach Datteln.

Als Vierjährige wollte sie Briefträgerin werden

Ihre Leidenschaft zum Wandern hat die 37-Jährige schon in ihrer Kindheit entdeckt, wie sie augenzwinkernd erzählt: „Meine Mutter Antje Reck hat mir mal erzählt, dass ich als Vierjährige schon Briefträgerin werden wollte, weil man da so viel laufen muss.“ Mit der Zeit habe sie dann immer längere Strecken in Angriff genommen, unter anderem auch zusammen mit Ehemann Sebastian (36) und ihren beiden Kindern Lotta (8) und Jakob (6).

„Ich möchte auch irgendwann, wie meine Mama, bei so einem Lauf mitmachen“, sagt Lotta. „Ich will mindestens 100 Kilometer laufen.“ Momentan sind die Kinder auf dem besten Wege dort hin, betont die Dattelnerin: „16 km haben die beiden schon mal geschafft.“ Bei den Ultrawanderevents bleibt der Nachwuchs allerdings bei Oma und Opa.

„Wenn der Schweinehund kommt, muss man sich geistig Mut machen“

Eine besondere Herausforderung, meint die 37-Jährige, sei es bei diesen Veranstaltungen, den inneren Schweinehund zu überwinden. „Irgendwann kommen die Schmerzen. Dann muss man sich geistig Mut machen. Aber am Ende lohnt es sich, wenn man ins Ziel kommt und diesen einzigartigen Augenblick erlebt“, erklärt Stephanie Filthaus.

„Die Wunden gehen, der Stolz bleibt.“ Vor zwei Jahren war sie schon mal in Wuppertal mit von der Partie. Die Strecke führte unter anderem über Hagen und Herdecke an der Ruhr vorbei. Damals benötigte sie für die 100 km rund 26 Stunden, ohne Schlafpause. „Irgendwann in den frühen Morgenstunden kommt der tote Punkt, wenn man an dem See vorbeiläuft, an dem es oft kalt, nass und dunkel ist. Aber spätestens nach drei bis vier Stunden, wenn die Sonne wieder aufgeht, bin ich wieder wach“, sagt die Ultrawanderin. 2019 konnte Stephanie Filthaus bereits 530 Euro an das Dattelner Frauenhaus überweisen.

Vor allem durch Spenden aus ihrem privaten Umfeld kam diese Summe zusammen. Nun möchte sie auch Unternehmen mit ins Boot holen, die Interesse haben, einen Beitrag pro gewandertem Kilometer hinzuzusteuern. „Jeder Cent bedeutet sehr viel und ist entscheidend“, sagt Stephanie Filthaus.

Interessierte können sich per E-Mail direkt bei Stephanie Filthaus melden unter st.filthaus@gmail.com

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