11:0 gegen SuS Bertlich

Drei Platzverweise, ein Rettungswagen und elf Buden – in Ahsen ist was los

Spektakel am Ahsener Gerneberg. Am sechsten Spieltag schoss sich der SV Borussia Ahsen gegen SuS Bertlich den Frust von der Seele. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Felix Blasey.
Der Wermutstropfen beim 11:0-Sieg der Ahsener: Felix Blasey hatte sich in einem Zweikampf eine Knöchelverletzung zugezogen. Ein Rettungswagen brachte ihn vorsorglich ins Krankenhau © Andre Hilgers

Eindrucksvoll hat sich der SV Borussia Ahsen nach drei Niederlagen in Folge zurückgemeldet. Das Team von Trainer Philip Stromberg fegte den SuS Bertlich mit 11:0 (3:0) vom Platz. Die rund 50 Zuschauer auf dem Sportplatz am Gerneberg erlebten ein Spektakel wie selten zuvor.

Del Puerto Schillo eröffnet das Feuerwerk

Die Gastgeber gingen von Beginn an keinerlei Kompromisse ein. Direkt machte sich auch bemerkbar, dass Topstürmer Daniel del Puerto Schillo nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause wieder an Bord war. Er eröffnete das Torfeuerwerk für die Borussia mit seinem Treffer zum 1:0 (7.). Doch die Euphorie der bärenstarken Ahsener wurde schnell getrübt, denn bereits keine 120 Sekunden später, zückte Schiedsrichter Dieter Kroll (Haltern) die Rote Karte gegen Kapitän Darius Salehi, der Bertlichs Christian Wetklo – der Schalker Ex-Keeper lief wie auch Trainer Thomas Droste auf dem Feld auf – per Notbremse stoppte (9.). Von der Unterzahl war bei der Stromberg-Elf allerdings kaum etwas zu spüren. Im Gegenteil: Tom Judwerschat erhöhte sogar auf 2:0 (14.). Allerdings hatten auch die Bertlicher einige gefährliche Konteraktionen, schwächten sich dann aber selbst. Der wegen eines Fouls vorbelastete Daniel Bongers sah wegen Meckerns Gelb-Rot (43.). Für die Vorentscheidung im Lippedorf sorgte erneut Rückkehrer Schillo mit dem 3:0 wenige Augenblicke vor der Pause (45.).

Blasey mit Knöchelverletzung ins Krankenhaus

Nach dem Seitenwechsel dominierten die Hausherren das Geschehen auf dem holprigen Geläuf nach Belieben. Bertlich war nur noch physisch anwesend. Judwerschat erhöhte zwischenzeitlich auf 4:0 (47.). Dann der nächste Rückschlag für Ahsen: Felix Blasey hatte sich in einem Zweikampf eine Knöchelverletzung zugezogen (53.).

Ein Rettungswagen brachte ihn vorsorglich ins Krankenhaus. „Der Knöchel war sehr geschwollen. Wir hoffen das Beste für Felix“, betonte Martin Weinhold, Co-Trainer der Borussen. Mit dem Schock in den Gliedern machten die Hausherren da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Als ob sie ab diesem Moment nur noch für ihren verletzten Mitspieler spielen würden.

Ex-Profi Wetklo meckert und fliegt

Einmal mehr Schillo (60.) sowie Lukas Ostkamp (70.) schraubten den Spielstand zwischenzeitlich auf 6:0. Für die Hertener kam es nun knüppeldick, kassierte auch noch Christian Wetklo die Ampelkarte wegen wiederholten Foulspiels (74.). Er war bereits in Durchgang eins mehrfach wegen verbaler Provokationen aufgefallen. Jetzt brachen alle Dämme. Ostkamp (77., 86.), Justin Brinkmann per Doppelpack (80., 83.) und Berlichs Frank Berndt per Eigentor (89.) machten das 11:0 perfekt.

„Bertlich ist für uns kein Maßstab“, erklärte Stromberg nach Abpfiff. „Wir hatten kurzfristig zwölf Ausfälle auf der Liste. Das war eine bemerkenswerte Leistung von uns. Mit den elf Gegentoren waren die Gäste noch gut bedient.“

„Wir werden unsere Mannschaft nicht abmelden“

Am Spielfeldrand brodelte indes die Gerüchteküche, dass der SuS Bertlich seine erste Mannschaft demnächst vom Spielbetrieb abmelden werde. Das dementierte Bertlichs Trainer Thomas Droste aber entschieden: „Unsere Mannschaft wird sich mit Sicherheit nicht auflösen. Und so lange die Trainerfrage im Vorstand unseres Vereins nicht aufkommt, bleibe ich auch weiter der Coach. Die Körpersprache einiger unserer Spieler hat mich sehr enttäuscht. So eine hohe Niederlage kann passieren, hätte aber nicht sein müssen“, meinte Droste.