Schalke 04

Schalke 04: Der „Mann mit den goldenen Händen“ ist gestorben

Er war ein Kult-Masseur. Wenn kein Arzt weiter weiß, geh zu „Eule“. Gemeint war Klaus Eulering, der auch achteinhalb Jahre für Schalke arbeitete. Jetzt ist er mit 78 Jahren verstorben.
Sein Schnurrbart war auch ein Markenzeichen von Kult-Physiotherapeut Klaus Eulering zu seiner Schalke-Zeit. © imago

Es ist heute kaum mehr vorstellbar, dass es mal eine Zeit gab, wo sich nur eine Person um die Spielermuskeln von Fußball-Profis gekümmert und parallel dazu eine eigene Physiotherapie-Praxis hatte. Anfang der 1980er Jahre hieß der Mann beim FC Schalke 04, der diese Doppelbelastung scheinbar mühelos stemmte, Klaus Eulering.

Er war ein Kult-Masseur, der rund um die Uhr erreichbar war. Selbst ohne vorher verabredeten Termin warteten die Kunden in seiner Praxis in Gladbeck manchmal stundenlang gern auf den „Mann mit den goldenen Händen“, weil sie wussten, dass sie bei ihm in den besten Händen waren.

Physiotherapeut mit trockenem Humor

Achteinhalb Jahre lange knetete er beim FC Schalke 04 die Spielermuskeln. Doch nicht nur bei den Königsblauen wurde seine Arbeit sehr geschätzt. Auch im Amateurfußball hinterließ der gebürtige Gladbecker seine Spuren, unter anderem bei Adler Osterfeld und dem SV Schermbeck.

Eulering ließ sich nie aus der Ruhe bringen. Auf Schalke arbeitete er, als die Präsidenten ständig wechselten. Neben seiner Fachkompetenz war er mit einem trockenen Humor ausgestattet.

„Psychokeramisches Syndrom“

Ein Beispiel: Eulering riet einem Spieler, der ihm auf die Nerven ging: „Du musst dringend zum Arzt, du hast ein psychokeramisches Syndrom.“ Der Spieler befolgte den Rat und kehrte irritiert zurück. Der Arzt wisse nicht, was damit gemeint sei. Daraufhin sagte „Eule“ trocken: „Du hast einen Sprung in der Schüssel.“

Jetzt ist er mit 78 Jahren verstorben. Diese Nachricht wird viele Revierfußballer mit Trauer erfüllen.

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