Meinung

Rezos erneute Zerstörung: Das sagen wir zum neuen Video

YouTuber Rezo hat mit „Zerstörung Teil 2: Klima Katastrophe“ wieder mal ein diskussionswürdiges Video mitten im Wahlkampf hochgeladen. Annika hat sich die 33 Minuten angeschaut. Ihr Fazit.
YouTuber Rezo hat bereits 2019 mit einem entlarvenden Politik-Video für Zündstoff gesorgt. Im aktuellen Wahlkampf hat er sich nun die Klimastrategien der deutschen Parteien angeschaut. © picture alliance/dpa

Aktuell befinden wir uns mitten im Wahlkampf der Bundestagswahl am 26. September. Von überall prasseln Videos in den sozialen Netzwerken auf uns ein, die auf leichte und zeitgemäße Art und Weise versuchen, uns Inhalte der Parteien näherzubringen und generell zu verstehen, was die Parteien wollen, wofür sie stehen und wo wir als junge Menschen am besten unser Kreuz bei der Wahl setzen sollten.

Spannende Abwechslung neben Partei-Videos

Von Parteien selbst sind die Videos oft wie eine einzige Dauerwerbesendung – verständlicherweise. Schließlich wollen die Parteien uns ja gerne für sich gewinnen. Doch manche Videos bieten einem dann doch mehr, wie beispielsweise das von YouTuber Rezo, der in „Zerstörung Teil 2: Klima Katastrophe“ beängstigend auf den Punkt bringt, wie es mit der deutschen Klimapolitik momentan so aussieht und was die Parteien in Zukunft auch noch dahingehend geplant haben.

Rezo, der schon 2019 ein äußerst kritisches, aber auch aufschlussreiches Video über die CDU veröffentlicht hat, setzt sich auch in diesem Wahlkampf alles andere als wohlwollend mit den Deutschen Politikern am Hebel der Macht auseinander. Und es ist so wichtig und so richtig, wie er es tut, meiner Meinung nach.

Rezo bereitet seine Fakten verständlich auf

Wenn man will, kann man ihm vorwerfen, er würde Werbung für die Grünen machen. Oder ihn nicht ernst nehmen, weil er blaue Haare hat. Aber was er sagt, hat Hand und Fuß. Die Skandale, die er anspricht, sind nicht erfunden oder an den Haaren herbeigezogen – sie scheinen nur irgendwie niemanden zu interessieren.

Auch die Faktenlage bezüglich der Klimakrise bereitet er sehr schön auf und zeigt, dass selbst die Grünen mit ihren Zielen zur Klimaneutralität noch zu wenig fordern.

Anhand von wissenschaftlichen Daten macht er deutlich, welche Schritte bis wann notwendig sind und wie Deutschland momentan diesbezüglich aufgestellt ist. Achtung, Spoiler: Nicht so gut. Zum Ende seines etwa 30-minütigen Vortrags kommt eine Szene, die sich vor allem nicht an sein übliches Zielpublikum wendet, sondern an die ältere Generation der Ü50-Jährigen und darüber.

Appell, weiter als an sich selbst zu denken

Es ist ein emotionaler Appell bei der Wahl Ende September nicht nur an sich selbst zu denken, sondern vor allem auch an den Nachwuchs, die eigenen Kinder und deren Kinder und dafür zu wählen, dass diese auf der Erde noch einigermaßen ungefährdet durch Klimakatastrophen leben können.

Der Gedanke dahinter ist vermutlich, dass wir unseren Eltern und unseren Großeltern, unseren Tanten und Onkeln und allen, die wir irgendwie erreichen können, dieses Video zeigen sollen, um sie davon zu überzeugen, dass wir einen starken Wandel brauchen, um weiter auf der Erde leben zu können.

Gehör bekommt man nur selten

Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass es nicht so einfach ist, sich Gehör zu verschaffen in dieser Generation. Vor allem nicht, was das Thema Klima betrifft. Wir sollten es dennoch versuchen. Selbst wenn unsere Eltern und Großeltern Rezo mit seinen blauen Haaren nicht ernst nehmen. Das was er sagt, kann man kaum in Frage stellen.

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