Persönliches

Nie wieder Fahrrad fahren!

Um der Umwelt und sich selbst mal wieder etwas Gutes zu tun, hat Miriam ihr eingestaubtes und längst vergessenes Fahrrad reaktiviert. Leider ohne Happy End ...
Hätte Miriam ihr Fahrrad doch mal lieber zu Hause gelassen ... © pixabay.de

Ich muss gestehen, ich fahre gerne Auto. Meine Beziehung zu meinem Wagen würde ich als innig beschreiben (sogar einen Namen hat die Karre) und somit fahre ich leider viel zu oft viel zu kurze Strecken.

Wegen der geschlossenen Sportvereine kann ich diese Bequemlichkeit bewegungstechnisch leider kaum noch kompensieren, und so reaktivierte ich vor ein paar Wochen in einer Mischung aus Bewegungsdrang und Umweltbewusstsein mein altes, treues Fahrrad.

Schlechte Wetterverhältnissen erschwerten den Start

Nachdem ich eine Spinne vom Lenker gescheucht und beschlossen hatte, den Dreck und sich ausbreitenden Rost am Gestell zu ignorieren, strampelte ich hoch motiviert los, fest entschlossen, dem eiskalten Wind, der Umwelt und meiner Figur zuliebe zu trotzen.

Leider nahm der anfängliche Enthusiasmus recht schnell rapide ab, da ich schon nach einigen hundert Metern feststellte, dass meine Reifen nur noch eine Nuance von „vollkommen platt“ entfernt waren. Der von vorne kommende Wind sorgte außerdem für maximalen Luftwiderstand, somit war bei meiner Ankunft mein Körper unter der Jacke schweißnass und Gesicht und Ohren halb erfroren. Die Aussicht, auf die gleiche Art und Weise irgendwie auch wieder nach Hause fahren zu müssen, besserte meine Laune nicht gerade.

Dem Fahrrad fehlte plötzlich ein wichtiges Gadget

Als ich nach etwa einer Stunde zu meinem Rad zurückkehrte, wurde mir endgültig klar, dass der Umstieg aufs Rad eine Scheißidee gewesen ist: Ein freundlicher Mitmensch hatte mir unterstützend für diese Lektion den Sattel samt Halterung fein säuberlich vom Gestell entfernt und netterweise auch gleich mitgenommen.

Ich stieß ein paar wirklich sehr unanständige Flüche aus und durchsuchte das nahegelegene Gebüsch und die Mülltonnen. Nichts. Welcher (hier verdammt schlimme Beleidigung einfügen) klaut bitte einen steinalten Sattel von einem steinalten Fahrrad samt einer angerosteten Halterung?!

Damit, dass ihr der Sattel geklaut wird, hat Miriam wohl nicht gerechnet. © Miriam Schulemann © Miriam Schulemann

Der Ausflug hinterlässt einen bleibenden Eindruck

Weiter passiv aggressiv vor mich hin fluchend, stieg ich auf das sattellose Fahrrad und eierte im Stehen zum nächsten Fahrradladen, wo ich für 70 (!) Euro einen gar nicht mal so bequemen Sattel und eine neue Halterung erstand, die vom Fahrradmechaniker aus Mitleid mit mir auch gleich montiert wurde. Immerhin wurden mir nun auch gleich die Reifen aufgepumpt.

Demoralisiert, aber immerhin mit doppelter Geschwindigkeit strampelte ich durch die Kälte nach Hause und konnte nicht aufhören darüber nachzudenken, dass mich ein Parkticket lediglich zwei Euro gekostet hätte. Entnervt, durchgefroren und 70 Euro leichter stellte ich das Fahrrad zurück in den Schuppen. Wäre ich doch einfach mit dem Auto gefahren!