Klimawandel

Klimakrise: Es kann sein, dass wir die Kontrolle verlieren

Viele Staaten halten sich nicht genügend an die Ziele des Pariser Abkommens. Doch wenn wir einen bestimmten Temperaturanstieg überschreiten, hat das Folgen. Nico verrät uns, welche das sind.
Der Klimawandel wird für unseren Planeten verheerend sein. Wir erleben gerade die Anfänge einer Katastrophe, die sich nur noch abmildern, aber nicht mehr stoppen lässt. © pixabay.de

Vor allem durch Bewegungen, wie „Fridays For Future“ wird das Thema Klimaschutz immer präsenter. Eigentlich sollten dabei doch alle aufgeklärt genug sein, das gleiche Ziel zu verfolgen, nämlich die von menschen-gemachte Umweltzerstörung zumindest einzudämmen.

Zu diesem Zweck wurde 2015 in Paris das Weltklimaabkommen beschlossen, bei welchem die UN, also so gut wie alle Staaten des Planeten, das Ziel genannt hat, bis zum Jahre 2100 die Erderwärmung so weit einzudämmen, dass die Temperatur sich maximal um zwei Grad Celsius erhöht. Dafür wurden für die einzelnen Länder jeweils eigene Pläne und Strategien geschaffen, die die Treibhausgasemissionen drastisch verringern sollten.

ExpertInnen schätzen Anstieg von vier Grad

Diese steigen jährlich immer weiter und bis jetzt werden auch die Pläne zur Klimaverbesserung schlichtweg nicht eingehalten. Es gibt eine riesige Lücke zwischen dem, was eigentlich dringend verändert werden müsste und dem, was aktuell passiert. Experten und Expertinnen schätzen, dass alles unter vier Grad Temperaturanstieg bis zum Jahre 2100 nicht realistisch sei.

Für einen Laien – wie mich – klingen diese winzigen Temperaturunterschiede nicht wirklich dramatisch, deshalb habe ich mich einmal auf die Suche nach Prognosen begeben, die voraussagen sollen, wie sehr sich das Leben auf unserem Blauen Planeten durch diesen Temperaturanstieg verändern wird.

Was zunächst einmal verdeutlicht, wie rasend schnell sich die Erde durch unser Handeln erwärmt, zeigt die Erkenntnis von „National Geographic“, dass seit dem Aussterben der Dinosaurier vor über 60 Millionen Jahren keine natürliche Ursache mehr für einen vergleichbaren Temperaturanstieg gesorgt hat.

Das Wetter wird in den nächsten Jahren immer extremer

Obwohl die Prognosen der einzelnen Quellen stark variieren, sind sie sich in einem Punkt ausnahmslos alle einig: Die Zukunft sieht düster aus, und die Folgen des Klimawandels werden auch wir noch hart zu spüren bekommen.

In den nächsten Jahrzehnten wird das Wetter um einiges extremer, als wir es schon heute kennen. Hitzewellen beispielsweise werden nicht nur viel heißer, sondern auch um einiges länger andauern.

Aufgrund der immer extremer werdenden Wetterbedingungen, werden die Gebiete, die jetzt schon mit Dürreperioden zu kämpfen haben, noch trockener. © pixabay.de © pixabay.de

In Deutschland sind diese Auswirkungen in den letzten Jahren schon deutlich geworden. Jedes Jahr wird ein neuer Hitzerekord aufgestellt und Dürrephasen verlängern sich. Noch schlimmer wird es allerdings die Regionen um den Äquator treffen. In Nordafrika gehören heiße Temperaturen und Dürre zur Normalität, doch auch dort können diese Phasen sich so weit ausbreiten, dass eventuell jahrelang Dürre herrscht.

Aussichten für die Eislandschaften der Erde sind düster

Mit steigenden Temperaturen schmelzen die Eismassen der Erde und der Meeresspiegel steigt. Die Anzahl der Menschen, die jährlich von Überschwemmungen betroffen sind, könnte sich in den nächsten knapp 100 Jahren verzehnfachen.

Das könnte sogar so weit gehen, dass in den Sommermonaten das Eis der Pole komplett schmilzt. Dieser Meeresspiegelanstieg ist heute schon in vielen Weltmetropolen, wie New York oder Shanghai zu spüren, und in Zukunft wird sich diese Situation nur noch verschlimmern.

Hurrikan-Szenarien aus Filmen können eintreten

Außerdem sorgt der Anstieg des Meeresspiegels nicht nur für deutlich mehr, sondern auch für verheerendere Stürme. Hurrikans und Tornados würden regelmäßig eine Größe annehmen und mit so einer Intensität auftreten, wie wir es heutzutage nur aus Filmen kennen.

Das Schmelzen der Polarkappen hat zur Folge, dass die Meeresspiegel steigen und immer mehr Regionen mit Hochwassern zu kämpfen haben. © pixabay.de © pixabay.de

In Städten wie Hamburg oder New York wird daran gearbeitet, sich auf die nächsten Megastürme und damit einhergehenden Überschwemmungen vorzubereiten. Statt das Problem an der Wurzel anzupacken, versucht man die möglichen Schäden zu minimieren. Eine Strategie, die auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt ist. Der Meeresspiegel wird schneller steigen, als wir Menschen Dämme und effiziente Abflusssysteme bauen können.

Fehltritte lassen sich irgendwann nicht mehr korrigieren

Mit kommenden Dürren werden außerdem große Hungersnöte einhergehen. Vorrangig wird dies die Gebiete treffen, die heute schon zu wenig zu essen haben. Zudem werden fast alle Ökosysteme der Erde unter dem Klimawandel leiden. Wälder werden abgeholzt, das Eis schmilzt und die Meere werden verschmutzt. Tropische Wälder könnten zu regelrechten Savannen werden.

Was noch dazu kommt, sind einige Prognosen, die davon ausgehen, dass sobald gewisse Schwellenwerte überschritten werden, Prozesse quasi natürlich eintreten, die das Klima komplett kippen lassen. Es wäre demnach also unmöglich, die Veränderungen rückgängig zu machen. Das kann man sich zum Beispiel so vorstellen, dass nach dem Schmelzen der Eisflächen auf dem Festland, viele abgestorbene Pflanzenreste freigesetzt werden, die den Treibhauseffekt verstärken.

Jeder kann helfen, diesen Folgen entgegenzuwirken

Auf den ersten Blick wirkt die Situation aussichtslos, doch ich möchte zum Ende einmal betonen, dass es noch nicht zu spät ist. Die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, wie die Zukunft der Erde aussieht. Da der Klimawandel exponentiell und nicht linear steigt, ist es allerdings höchste Zeit etwas zu ändern.

Wir alle können unseren Teil zu diesem wichtigen Ziel beitragen: eine Vegane und/oder Regionale Ernährung zum Beispiel. Das Wichtigste ist allerdings eine weltweite Politik, die das gleiche Ziel verfolgt. Die Uhr tickt.