Persönliches/Studium

„Irgendwas mit Medien“ – die ewigen Vorurteile

Ein Studium im Bereich Medien: Dass es dieser Weg nach der Schule werden wird, war für Lisa schon lange klar. Viele Mitmenschen belächeln ihren Berufswunsch allerdings nur.
Studierende, die medien-orientierte Wissenschaften studieren, werden häufig belächelt. © pixabay.de

Es beginnt jetzt wieder die Zeit, in der es für alle Schulabgänger richtig ernst wird. Man kann nicht mehr die Augen davor verschließen, dass man die Entscheidung treffen muss, was denn nun als Nächstes kommt. Wahrscheinlich standen nie einer Generation so viele Türen offen, wie unserer und das ist Fluch und Segen zugleich. Zum Glück gibt es verschiedene Hilfs- und Orientierungsangebote.

Vorurteile und doofe Sprüche gehören dazu

Ich weiß nicht wie viele Berufs- und Studientests ich gemacht habe. In meinem Fall kam aber sowieso immer das dabei raus, was ich mir eh schon überlegt hatte: irgendwas mit Medien. Dieser Satz ist nicht nur der Albtraum aller Berufsberater, sondern anscheinend auch vieler anderer Menschen, wie ich erfahren musste.

Ich wusste schon ziemlich lange, dass Geschichten schreiben, Präsentationen halten, Diskussionen führen, und so weiter, das ist, was mir am meisten Spaß macht. Deshalb studiere ich jetzt Kommunikationswissenschaften.

Aber der Studiengang ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Wie oft durfte ich mir anhören „Das ist doch nur noch wieder so ein neumodisches Studium, mit dem man dann hinterher sowieso nichts machen kann“ oder „Ja, das studierst du dann ein paar Semester, dann brichst du ab und wirst Deutschlehrerin“. Ich persönlich weiß gar nicht, was daran so schlimm wäre wirklich Deutschlehrerin zu werden.

Man sollte das tun, woran man Spaß hat

Nach Gesprächen mit Kommilitonen und anderen Scenario-Redakteuren habe ich aber schnell herausgefunden, dass das noch eine der nettesten Zukunftsvisionen ist, die unsere Mitmenschen für Leute übrighaben, die „irgendwas mit Medien“ machen wollen.

Ich verstehe, wo diese negative Grundeinstellung herkommt. Wenn ich zum Beispiel Architektur studiere, weiß jeder was ich nach meinem Abschluss einmal machen will. Bei geisteswissenschaftlichen Fächern ist das oft nicht so eindeutig. Zum Teil wissen diejenigen selber nicht so genau, was sie einmal werden. Aber ist das so schlimm? Wir wissen ja nicht mal so genau, welche Berufe es in 10 Jahren gibt. Solange man weiß, dass man bei dem, was man tut, Spaß hat, dass man alles gibt und hart arbeitet, wird man schon einen Weg finden.

So zu denken, fällt mir aber auch nicht immer leicht. So oft habe ich schon daran gezweifelt, ob ich „das Richtige“ tue. Ohne den Rückhalt meiner Familie hätte ich mich vielleicht nicht mal getraut, mein Studium zu beginnen, und das finde ich traurig. Die Entscheidung wie man seine Zukunft gestalten möchte, ist schon schwer genug, auch ohne Vorurteile und unbegründete Erwartungen aus der Gesellschaft.

Enttäuschung statt Begeisterung

So oft konnte ich die Enttäuschung in den Gesichtern meiner Gesprächspartner sehen, wenn ich ihnen eröffnet habe, dass ich trotz gutem Abi nicht Medizin oder Jura studieren werde, sondern eben nur irgendetwas mit Medien. Ich kann mir nur ausmalen, wie es jemandem geht, der sich dazu entscheidet trotz Abitur gar nicht erst zu studieren.

Also ja, wir haben alle Möglichkeiten und wir haben auch so viele Wege uns zu orientieren. Und das ist wirklich toll! Im Endeffekt sollte man dann aber auch immer auf sich selber hören. Wenn Du das Gefühl hast, etwas für Dich gefunden zu haben, dann probiere es aus und stehe dazu. Vielleicht ist es nicht das Richtige, vielleicht schon. Aber egal, was Du nun machst, Vorurteile und dumme Sprüche sollten niemals über Deine Zukunft entscheiden!