Bundestagswahl 2021

FDP, AFD & die Linke: Parteiprogramme im Schnelldurchlauf

Die Bundestagswahlen in Deutschland stehen an. Damit Ihr Euch nicht durch die Parteiprogramme kämpfen müsst, haben wir das übernommen und stellen Euch die jungen Themen der Parteien vor.
Der zweite Teil unserer Zusammenfassung der Parteiprogramme aus Jungwähler-Perspektive. © pixabay.de

Am 26. September 2021 heißt es wieder Kreuzchen setzen – nämlich bei den Bundestagswahlen. Bei diesen Wahlen wird sich entscheiden, wer den Platz von Angela Merkel einnimmt und wer in den Bundestag einzieht.

Falls Ihr Euch noch unschlüssig seid, welcher Partei Ihr Euer Kreuzchen schenkt, aber keine Lust habt, Euch durch kilometerlange Parteiprogramme zu kämpfen, können wir helfen. In diesem Artikel fassen wir Euch die Programme der FDP, der Linken und der AFD zusammen.

Klimaschutz und Bildungspolitik aus Sicht der FDP. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

FDP:

Klima: Die FDP bekennt sich zu den 17 Nachhaltigkeitszielen und dem Pariser Abkommen. Dinge wie ein generelles Tempolimit auf der Autobahn lehnt sie aber ab. Die FDP möchte Klimaschutzmaßnahmen gerne mit Marktwirtschaft verbinden und sieht eine Möglichkeit darin, Projekte in anderen Staaten zu finanzieren, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und diese Reduktion auf die eigenen Ziele anzurechnen.

Zudem setzen sie auch darauf, dass bei der Verkehrsplanung in Städten die Bedürfnisse von Radfahrern umfassend beachtet werden müssen. Das ausgesprochene Ziel sind dabei mehr und sicherere Radwege.

Auslandsaufenthalte für Azubis erleichtern

Bildung: Die FDP hat sich vor allem auf die Fahnen geschrieben, moderne Lernmethoden in der Schule zu fördern. Dazu wollen sie Learning Analytics einsetzen, um Schüler zu analysieren und dadurch das Lernen an sich und ihre Lernumgebung zu verbessern.

Die berufliche Ausbildung will die FDP aufwerten und attraktiver machen, indem sie bereits bis Ende 2021 den „Azubi-Pakt 2030“ auf den Weg bringen will, der besagt, Berufsausbildungen vollständig steuer-und abgabenfrei zu machen. Außerdem will die FDP mehr Azubis einen Auslandsaufenthalt ermöglichen.

Klimahysterie statt Klimakrise

Das BAföG möchte die FDP reformieren, indem zunächst jedem Studierenden ein Grundbetrag von 200 Euro im Monat zusteht. Wenn Studierende sich engagieren oder eine Nebentätigkeit ausüben, soll nochmal ein Zuschuss von 200 Euro dazukommen.

Die AFD will erst ab der 5. Klasse digitale Lernmittel einsetzen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

AFD:

Klima: Die AfD redet in ihrem Wahlprogramm eher von einer Klimahysterie als von einer Klimakrise. Dementsprechend wollen sie den Blick auf den Klimawandel verändern und diesem eher „positiv begegnen“. Das bedeutet konkret, dass die Alternative für Deutschland den menschengemachten Klimawandel infrage stellt.

Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen

Stattdessen geht die AfD davon aus, dass die globale Erwärmung und die sich häufenden Wetterextreme auf natürliche Klimaschwankungen zurückzuführen sind. Von daher ist es auch logisch, dass die AfD keine Notwendigkeit darin sieht, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu unternehmen.

Zusätzlich strebt die AfD den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen an und möchte bei der Energiegewinnung nicht komplett auf erneuerbare Energien umsteigen.

Berufliche Ausbildung stärken und fördern

Bildung: Die AfD setzt in der Bildungspolitik darauf, schon in der Grundschule deutsches Kulturgut zu vermitteln, was konkret bedeutet, dass sie von der ersten bis einschließlich zur vierten Klasse auf den Einsatz digitaler Medien verzichten möchte. Ab der fünften Klasse befürwortet sie die moderne IT-Ausstattung von Schulen aber. Nach der Grundschule legt die AfD zudem Wert auf ein mehrgliedriges Schulsystem und will deshalb Förder- und Sonderschulen erhalten.

Des Weiteren soll das berufliche Bildungs- und Ausbildungssystem gefördert werden, damit nicht jeder Schüler/jede Schülerin das Gefühl hat, studieren zu müssen, um später gut über die Runden zu kommen. Apropos Schüler und Schülerin: Im Parteiprogramm der AfD steht eindeutig, dass sie den „Genderwahn“ nicht unterstützen möchten.

Die Linke hat den frühesten Termin für deutsche Klimaneutralität gewählt. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Die Linke:

Klima: Die Linke ist vermutlich die Partei, die sich am konsequentesten für den Klimaschutz einsetzen möchte. Die Partei möchte 2035 für Deutschland Klimaneutralität erreichen. Den Klimaschutz möchte die Linke gerne über verschiedene Gesetze regeln: Statt sich den Markt selbst regulieren zu lassen, möchte sie klare Vorgaben für Konzerne setzen.

Digitale Grundausstattung für Schülerinnen und Schüler

Das große Ziel der Linken ist eine klimafreundliche und trotzdem noch bezahlbare Energieversorgung und vor allem auch Mobilität. Das Angebot von Bus und Bahn soll ausgeweitet werden. Langfristig ist sogar das Ziel, den Nahverkehr komplett kostenlos zu machen.

Bildung: Die Bildungsgerechtigkeit steht im Fokus. Deswegen befürworten die Linken Gemeinschaftsschulen mit Ganztagsbetreuung. Zudem soll jeder Schüler/jede Schülerin einen Laptop, einen Drucker und die dazugehörigen Verbrauchsmaterialien sowie einen kostenfreien Zugang zum Internet über einen Bildungstarif zu bekommen.

An den Schulen und Hochschulen soll der Zugang zum Internet verbessert werden, indem diese mit schnellen und leistungsfähigen Breitbandanschlüssen, sowie moderner Hard- und Software ausgestattet werden. Für Studis dürfte außerdem interessant sein, dass die Partei das BAföG rückzahlungsfrei, elternunabhängig und bedarfsgerecht verändern möchte.

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