Auto fahren

Fahrsicherheitstraining: Lisa unterwegs auf nassen Straßen

Lisa hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, viel an ihrer Fahrpraxis zu feilen. Das hat sie beim Fahrsicherheitstraining nun geändert. Obwohl sie anfangs ein mulmiges Gefühl hatte.
Bei einem Fahrsicherheitstraining übt man unter anderem das Fahren und Bremsen auf einer nassen Straße. © picture alliance / dpa

Ich fahre ja gar nicht so ungern Auto. Ich parke nur nicht gern und andere Autofahrer finde ich zwischendurch schon etwas gruselig. So oder so ähnlich haben mich wahrscheinlich schon alle meine Freunde mal reden hören. Ich habe jetzt seit einigen Jahren meinen Führerschein, aber zum super Autofahrer bin ich noch nicht geworden.

Ist auch gar nicht so einfach, wenn man fürs Studium im Land der Fahrräder lebt und kein Auto hat. Dabei fahre ich wirklich gar nicht so ungern – denn einfach überall hinzukönnen, ohne die Eltern fragen zu müssen, ist echt toll. Aber es könnte halt auch immer so viel schief gehen. Was ist, wenn es auf einmal mega regnet oder jemand auf die Straße läuft?!

Auf Skepsis folgte Spaß

Keine Sorge, der Text ist nicht dafür da, um Euch Angst zu machen, sondern Euch davon zu erzählen, was ich gegen diese Gedanken tue. Denn klar kann das alles passieren, aber einfach nur darüber nachzugrübeln, rettet in einer brenzligen Situation weder mich noch andere.

Darum habe ich ein Fahrsicherheitstraining gemacht. Dort kann man all das, was einem auf der Straße besser nicht passieren sollte, ganz sicher ausprobieren. Mein Papa fand die Idee super, dass ich das ausprobiere, und erzählte mir schon Tage vorher wie viel Spaß ich dabei haben werden. Ganz ehrlich? Ich habe es ihm nicht geglaubt. Ich dachte, es wird ein Tag, den ich über mich ergehen lasse. Aber ich lag so was von daneben.

Slalom fahren, Kopfrechnen und zeitgleich blinken

Am Anfang mussten wir nur ein bisschen Slalom fahren und uns den Parcours anschauen. Wir waren acht junge Fahrer und alle noch etwas schüchtern und vorsichtig.

Nach ein paar Runden sagte unser Trainer dann durchs Funkgerät an, dass er uns im Slalom Rechenaufgaben stellen wird und wir gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung blinken müssen, in die wir lenken. So haben wir Ablenkung beim Fahren inszeniert. Die Hütchen standen zwar alle noch, aber drei mal drei ergibt seit Neustem ganz eindeutig eine gerade Zahl…

Reifen rutschen und blockieren

Richtig lustig wurde es dann, als die Strecke geflutet wurde und wir auf glattem Boden steile Kurven fahren sollten. Klar habe ich mal irgendwann in der Fahrschule gehört, dass das Profil der Reifen eine Auswirkung auf das Fahrverhalten des Autos hat. Aber live zu sehen, wie die Sommerreifen mancher Kursteilnehmer auf dem nassen glatten Boden wegrutschten, war schon was anderes.

So sicher ich mir war, dass ich tausend Tode sterben werde, wenn es daran geht eine Vollbremsung bei Nässe zu machen oder in einer glatten Kurve zu beschleunigen, so viel Spaß hatte ich auf einmal. Denn irgendwann war klar, hier kann gerade eigentlich nichts passieren, solange ich mich einfach an das halte, was der Trainer sagt.

Selbstüberschätzung kann gefährlich werden

Und auch wenn zwischendurch mein Kopf mal wieder etwas eher blockiert hat als mein ABS und ich zu früh gebremst habe, gab es nie Kritik. Die Devise war: Wir sind da, um zu üben, und auszuprobieren und wir machen das, womit wir uns sicher fühlen.

Natürlich bin ich durch den Kurs jetzt immer noch kein super erfahrener Autofahrer. Selbstüberschätzung ist wahrscheinlich das Gefährlichste, das es im Straßenverkehr gibt. Aber ich weiß jetzt, dass ich meist immer noch irgendwie reagieren kann. Ich würde tatsächlich allen so einen Kurs empfehlen. Auch wenn Ihr schon selbstbewusste Fahrer seid, probiert solche Gefahrensituationen lieber einmal in Sicherheit aus, als sie irgendwann komplett unvorbereitet zu erleben.