Ernährungsmythen aufgeklärt: Was ist dran an Low Carb & Co?

Eine ausgewogene Ernährung ist am besten. © pixabay.de
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Viele träumen von der perfekten Sommerfigur oder wollen nach den letzten anderthalb Jahren ohne viel Bewegung einfach etwas fitter und gesünder leben. Ein großes Thema, noch größer als ausreichend körperliche Aktivität und Sport, ist allerdings die Ernährung. Doch leider scheiden sich bei diesem Thema oft die Geister. Aus diesem Grund habe ich ein paar der bekanntesten Ernährungsmythen näher untersucht.

1. „Essen nach 18 Uhr macht dick“:

Das gängigste und wahrscheinlich bekannteste Gerücht ist, dass Essen nach 18 Uhr schneller dick macht. Angeblich blockiert die späte Nahrungsaufnahme den Fettverbrauch und lässt die ungewollten Pfunde über Nacht entstehen. Kennen wir alle… Meine Freundin hat mir schon oft versucht, dieses System zu erklären. Das ist allerdings komplett falsch. Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme spielt eigentlich überhaupt keine Rolle.

Pflanzliche Alternativen für genügend Proteine

Viel mehr sollte man darauf achten, was und wie viel man isst. Am Ende des Tages kommt es auf die Kalorien- und Nährstoffbilanz an, also wie viel Ihr aufgenommen und wie viel Ihr verbraucht habt. Ein Kaloriendefizit sorgt zwangsläufig dafür, dass Energielager im Körper genutzt werden, da spielt es erstmal keine Rolle, wann Ihr esst.

2. „Veganern/Vegetariern fehlt es an Proteinen“:

Ein weiterer Mythos, den sich vor allem Vegetarier und Veganer häufig anhören müssen, ist, dass durch das Fehlen von Fleisch ein Eiweißmangel entsteht. Fakt ist, dass Fleisch eine gute Eiweißquelle sein kann, doch Linsen, Bohnen, Samen und Quark ähnlich viel Eiweiß enthalten und oft sogar besser für den Körper sind, da sie zudem noch andere wichtige Nährstoffe enthalten.

Auf krassen Verzicht folgt der Jojo-Effekt

3. „Diäten machen schlank“:

Als nächstes kommen wir zu einem Punkt, der mir persönlich besonders viele Kopfschmerzen bereitet, da er eigentlich offensichtlich falsch, beziehungsweise langfristig kontraproduktiv ist: „Diäten machen schlank“. Viele Diäten bauen auf dem Streichen von gewissen Lebensmitteln auf, um die Kalorienzufuhr drastisch zu senken, damit ein schneller Gewichtsverlust eintreten kann.

Doch da liegt auch schon der Knackpunkt. Kurzfristig werdet Ihr Gewicht verlieren, doch da unser Körper in solchen Extremsituationen in eine Art „Überlebensmodus“ schaltet, wird jede größere Menge an Nahrung direkt gespeichert und in Fettreserven umgewandelt. Der klassische „Jojo-Effekt“ ist bei den meisten radikalen Diäten vorprogrammiert. Krasser Verzicht schnürt außerdem den Heißhunger!

4. „Kohlenhydrate machen dick“:

Der letzten Ernährungsmythos ist ebenfalls ein Klassiker: „Kohlenhydrate machen dick“. Viele Rezepte, die bei Gewichtverlust helfen sollen, sind „low carb“, sprich sie enthalten wenig Kohlenhydrate. Doch Kohlenhydrate sind nicht per se ungesund, eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Ähnlich wie bei Fetten kommt es darauf an, welche Art Ihr zu Euch nehmt.

Weißmehlprodukte, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke lassen Euren Insulinspiegel verrücktspielen und können im schlimmsten Fall sogar zu Diabetes führen. Diese „einfachen Kohlenhydrate“ sind nicht viel mehr als leere Kalorien, die fast überhaupt keine Nährstoffe enthalten. Die sogenannten „komplexen Kohlenhydrate“ hingegen spenden dem Körper viel Energie. Dazu gehören unter anderem Vollkornprodukte, Kartoffeln oder brauner Reis.

Eine ausgewogene Mischung machts

Das Thema Ernährung und Sport sind heute wahrscheinlich präsenter denn je. Immer mehr Menschen verzichten beispielsweise auf Fleisch und treiben regelmäßig Sport. Zu viel oder zu wenig von einer bestimmten Sache sind langfristig nicht gesund. Ein guter Weg für einen gesunden Körper ist eine Mischung aus gesunder und ausgewogener Ernährung und dem richtigen Maß an körperlicher Betätigung.