Persönliches

Einseitige Freundschaft: Meldet Euch doch endlich mal wieder!

Freundschaft bedeutet Miteinander, daher nervt es umso mehr, wenn man alleine die Beziehung aufrecht erhält. So geht es momentan Sophia. Sie überlegt nun, wie sie sich verhalten soll.
Freundschaften leben vom Miteinander, Zusammenhalt und der Kommunikation mit anderen. Darum müssen im Idealfall alle Beteiligten etwas für diese besondere Beziehung tun. © pixabay.de

Soziale Begegnungen brauchen Übung und sind trotzdem immer wieder komisch, das habe ich in den letzten Wochen gemerkt. Ohne Menschen ist man einsam, mit Menschen ist es kompliziert. Ich würde immer wieder das Komplizierte wählen, auch wenn das Frustration bedeuten kann. Ja, genau, es geht um das Thema Freundschaftspflege. Und ja, ich vergesse genauso manchmal, auf eine SMS zu antworten, gebe mir aber generell Mühe, dass das nicht so oft vorkommt.

Freundschaften leben von gegenseitiger Kommunikation

Was ich aber echt schade finde, ist, dass ich bei manchen Leuten in meinem Freundeskreis seit Wochen diejenige bin, die nachfragt. Klar, manchmal hat man viel zu tun und so weiter – trotzdem hasse ich das Gefühl, hängengelassen zu werden oder nicht wichtig genug zu sein. Während ich also fleißig meinen Kontakten texte, und frage, ob sie Zeit haben, kommt eher selten was zurück.

Das hört sich jetzt ganz schön nach Selbstmitleid an, ich weiß. Und trotzdem muss es mal gesagt werden! Freundschaften leben doch davon, dass zwei Leute sich umeinander kümmern und nachfragen, was bei dem Gegenüber so läuft. Oder vielleicht sind manche auch träge geworden, was das Treffen angeht? Ist ja auch vieles einfacher, so in der Videokonferenz vor dem Laptop.

Hinterherrennen ist auf Dauer zu anstrengend

Die Frage ist nun: Was mache ich jetzt mit meiner Enttäuschung, mit dem Gefühl, irgendwo bestellt und nicht abgeholt worden zu sein? Obwohl, wenn man es genau nimmt, wurde ich ja nicht mal bestellt. Ich will nicht immer diejenige sein, die anderen hinterherrennt, das ist mir auf Dauer zu anstrengend.

Option 1: Den Menschen, die mir lieb sind, die Freundschaft kündigen, aus Trotz. „Sollen die doch mal sehen, wie das ist.“ Oldschool, wie in der vierten Klasse. Das Problem hier ist, dass die Zeit, die ich mit meinen Leuten verbringe, wenn es dann endlich klappt mit dem Treffen, ja dann doch immer sehr toll, um nicht zu sagen super, ist. Und lange sauer sein kann ich sowieso nicht. Zusätzlich hätte ich ja auch keinen Gewinn davon, sondern nur langfristige Bitterkeit.

Neue Freunde zu suchen, kommt nur bedingt in Frage

Option 2: Mir neue, coolere Freundschaften basteln. Ginge bestimmt, blöd ist nur: Das geht nicht so von heute auf morgen. Es macht mich immer misstrauisch, wenn ich von Bekannten höre, die in eine neue Stadt ziehen und nach einer Woche überschwänglich berichten, dass sie schon „ganz viele neue Freund*innen gefunden haben“. Ja klar. Wahre Freundschaften brauchen Zeit, um sich zu entwickeln!

Option 3: Selber eine gute Freundin sein, mich immer wieder bei den Menschen melden und nachfragen. Und dann, beim nächsten Treffen mal sagen, wie es mir geht. Ja, ich glaube, so könnte es gehen.

Während ich diesen Text schreibe, bekomme ich eine Sprachnachricht von einer Freundin: „Hi, ich hab so lange nicht mehr geschrieben, sorry! Hoffentlich geht es dir gut, wenn du Zeit hast, können wir uns gerne diese Woche treffen!“ Tja, so ist das manchmal.