„Deutsche Sprache, schwere Sprache“ - was ist dran am Sprichwort?

Vor allem für Nicht-Muttersprachler kann Deutsch als Fremdsprache ziemlich kompliziert sein. © picture alliance / dpa
Lesezeit

Die Sprache Deutsch gilt als eine sehr komplizierte Sprache, für all die, die sie neu erlernen müssen. Doch woran liegt das und stimmt es wirklich, dass Deutsch so viel schwieriger zu lernen ist, als andere Sprachen?

Sprache ist mehr als eine Aneinanderreihung von Worten und grammatikalischen Regeln. Sprache ist auch Kultur und Sprache ist auch etwas fast Physisches. Körpersprache, Gestik und Mimik lassen uns oft ungefähr erahnen, was unser Gegenüber von uns will.

Viele Schwierigkeiten für Nicht-Muttersprachler

Die deutsche Sprache besitzt unzählige Grammatikregeln und Besonderheiten beim Satzbau, die tatsächlich sehr viel umfangreicher sind, als in vielen anderen Sprachen.

Dies kann bei Menschen, die mit einer anderen Muttersprache als Deutsch aufgewachsenen sind, zu vielen Problemen führen, die es andersherum nur selten gibt. Wir wissen, wie wir uns ausdrücken müssen, um eine bestimmte Aussage zu tätigen, doch wenn man Deutsch ganz neu lernt, fehlt einem die Gleichheit zu anderen Sprachen. Die Grundbausteine sind sehr vielfaltig und kompliziert, was einem den Start und die Perfektion des Sprechens erschwert.

Doch wie unterscheidet sich deutsch von anderen Sprachen? Ein sehr auffälliger Unterschied im Gegensatz zu den großen Weltsprachen, wie Englisch oder Spanisch ist zum einen, dass dort auf die Großschreibung von Substantiven verzichtet wird. Nur Satzanfang und Eigennamen werden großgeschrieben.

Außerdem haben wir mehrere Artikel. Statt dem englischen the, das für jedes Substantiv verwendet wird, gibt es im Deutschen drei verschiedene Artikel, die es richtig anzuwenden und somit auch zu lernen gilt – und zwar für jede Vokabel einzeln.

Unendlich lange Wörter machen die Sprache kompliziert

Ein weiteres sprachlichen Phänomen, welches selbst bei uns Muttersprachlern oft für Verwirrung sorgt, sind die scheinbar endlos langen Wortketten, die sich durch bestimmte Situationen ergeben. Ein Beispiel dafür wäre Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung. Das Wort zählt insgesamt 67 Buchstaben und ist damit Rekord-Anwärter für eines der längsten Worte weltweit.

In allen Sprachen der Welt ist es so, dass es für eine bestimmte Sache verschiedene Synonyme gibt, die eigentlich das gleiche bedeuten. Im Spanischen gibt es noch die Besonderheit der Akzentsetzung über den Buchstaben, die die Bedeutung eines Wortes maßgeblich ändern kann.

Im Deutschen hingegen hat ein Wort oft verschiedene Bedeutungen. Ein Beispiel dafür wäre das Wort sie. Zum einen dient es uns als Personalpronomen für eine weibliche Person, zum anderen als Personalpronomen für eine Gruppe und außerdem wird es noch in der Höflichkeitsform verwendet – ganz unabhängig vom Geschlecht des Gegenübers. Verständlich, dass diese sprachlichen Besonderheiten für Verwirrung sorgen können.

Satzbau wird für Lernende zur Herausforderung

Der größte Unterschied zu anderen Sprachen liegt aber definitiv in der Grammatik und im Satzbau. Die deutsche Sprache hat einen sehr einzigartigen Aufbau und so viele verschiedene grammatikalische Fälle, dass selbst viele Muttersprachler Probleme dabei haben, die korrekten Formen in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Viele Menschen, die die Sprache neu lernen, orientieren sich am Satzbau ihrer Muttersprache, doch leider bringt das in den meisten Fällen nicht besonders viel. Zwar ist die generelle Aussage verständlich, doch von korrektem Sprachgebrauch kann nicht die Rede sein.

Natürlich sind Sprachen wie Koreanisch oder Chinesisch noch deutlich komplexer, doch trotzdem erschließt sich mir ein wenig mehr, wie der Spruch „Deutsche Sprache, schwere Sprache“ zustande gekommen ist.