Bundestagswahl 2021

CDU, SPD & die Grünen: Parteiprogramme im Schnelldurchlauf

Die Bundestagswahlen in Deutschland stehen an. Damit Ihr Euch nicht durch die Parteiprogramme kämpfen müsst, haben wir das übernommen und stellen Euch die jungen Themen der Parteien vor.
Wer hier im Deutschen Bundestag künftig einen Platz bekommen wird, entscheidet sich bei der Bundestagswahl. © pixabay.de

Am 26. September 2021 heißt es wieder Kreuzchen setzen – nämlich bei den Bundestagswahlen. Bei diesen Wahlen wird sich entscheiden, wer den Platz von Angela Merkel einnimmt und wer in den Bundestag einzieht. Falls Ihr Euch noch unschlüssig seid, welcher Partei Ihr Euer Kreuzchen schenkt, aber keine Lust habt, Euch durch kilometerlange Parteiprogramme zu kämpfen, können wir helfen.

Wir haben die Wahlprogramme der sechs größten deutschen Parteien aus Jungwähler-Perspektive unter die Lupe genommen und geschaut, was welche Partei zu den Themen Klimaschutz, Schule, Ausbildung und Studium plant. In diesem Artikel fassen wir Euch die Programme der CDU, der SPD und der Grünen zusammen.

Klimaschutz und Bildungspolitik aus Sicht der CDU. © picture alliance / Christoph Schmidt/dpa © picture alliance / Christoph Schmidt/dpa

CDU:

Klima: Bis zum Jahr 2045 möchte die Union aus Deutschland ein klimaneutrales Industrieland machen. Bis 2045 also soll Deutschland seinen Beitrag zum internationalen 1,5-Grad-Pfad geleistet haben. Um dieses große Ziel zu realisieren, setzt die CDU auf den Ausbau des Schienenverkehrs und der E-Ladestationen für Autos.

Firmen sollen künftig nur noch recycelbare Verpackungen herstellen, das Tierwohl in der Landwirtschaft soll durch neue Gesetze geschützt werden, regionale Lebensmittel sollen sichtbarer und die Lebensmittelverschwendung bis 2030 deutlich minimiert werden.

Tablets und Laptops als festes Unterrichtsmaterial

Bildung: In Sachen Bildung ist die Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung der CDU laut Parteiprogramm eine „Herzensangelegenheit“. Daher wird wieder mehr Gewicht auf die Ausbildung im Handwerk gelegt. Der Schulunterricht soll in Zukunft mehr und mehr an die Digitalisierung angepasst werden: Schülerinnen und Schüler sollen mit Tablets und Laptops arbeiten und im Unterricht etwas über digitale Kompetenzen lernen.

In Sachen Studium will die Union, das BAföG flexibler gestalten, um es zu einem „Instrument der individuellen Förderung des Lebensunterhalts“ zu machen.

Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler in der Bildungspolitik der SPD. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

SPD:

Klima: Die SPD strebt ebenfalls an, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral ist. Bis 2040 soll unser Strom bereits vollständig aus erneuerbaren Energien erzeugt werden und bis 2030 sollen insgesamt erste Fortschritte in Sachen Klimaneutralität erkennbar sein.

Klimafreundliche Mobilitätssysteme

Leben, arbeiten und wirtschaften soll bei uns künftig klimaneutral möglich sein, z. B. indem wir wieder vermehrt mit dem Zug und ÖPNV unterwegs sind. Bis 2030 soll Deutschland das modernste und klimafreundlichste Mobilitätssystem haben. Bahnfahren soll generell günstiger und attraktiver als die Reise per Flugzeug werden.

Bildung: Jedem Schüler und jeder Schülerin sollen ein digitales Endgerät sowie ein Internetzugang zur Verfügung stehen, um den Unterricht digitaler zu gestalten. Um Chancengleichheit zu garantieren, wird über Sozialtarife für Netzzugänge für Schüler und Studierende nachgedacht. Wer nach der Schule über einen Freiwilligendienst nachdenkt, soll künftig per Rechtsanspruch eine Förderung erhalten, damit Freiwilligendienste für jeden, unabhängig der sozialen Herkunft, möglich werden.

Vergütungen für Azubis der Pflege- und Gesundheitsbranche

In Sachen Ausbildung strebt die SPD eine Ausbildungsgarantie an. Vollschulische Ausbildungen, wie sie aktuell in Berufen der Gesundheit, Erziehung und Pflege zu finden sind, sollen in Zukunft dual ausgerichtet werden, damit Auszubildende dort eine Vergütung erhalten.

Das BAföG soll in Zukunft wieder mehr Studierende erreichen, weshalb die Förderansprüche ausgeweitet werden sollen. Außerdem soll das neue Kindergeld als Basisabsicherung für alle bis zum Alter von 25 Jahren gelten.

Im Parteiprogramm der Grünen wird für ein Klimaschutz-Sofortprogramm plädiert. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Bündnis90/die Grünen:

Klima: Die Grünen planen ein Klimaschutz-Sofortprogramm, das in allen Sektoren sofortige Maßnahmen anstößt, damit Deutschland bereits ab 2035 zu 100 % mit erneuerbaren Energien arbeitet.

Dabei setzen die Grünen auf die Entwicklung von Strategien zum grünen Wasserstoff, eine Verkehrswende vom Auto hin zum Radfahren und der Nutzung des ÖPNV und Zero-Waste-Strategien. Containern soll beispielsweise entkriminalisiert und junge Azubis und Studierende in klimafreundlicher Mobilität unterstützt werden. Vegane und vegetarische Ernährung soll künftig für jeden zugänglich sein.

Chancengleichheit für Azubis und Studierende

Bildung: Tablets und Laptops sollen zu selbstverständlichen Lernmitteln und die Schulen digitaler aufgestellt werden, sodass vereinzelt auch Game-based Learning möglich werden kann. An Schulen soll es künftig Bildungsprogramme und Ansprechpartner zu den Themen Antidiskriminierung, Diversität und LSBTIQ* geben.

Eine Ausbildungsgarantie soll allen Jugendlichen den Beginn einer anerkannten Ausbildung ermöglichen. Einzelne Ausbildungsbausteine sollen als Teilqualifikationen anerkannt und zertifiziert werden, damit keine Leistung verloren geht.

Akademische und berufliche Bildung sollen künftig gleichwertige Chancen auf eine selbst bestimmte Lebensplanung und ein erfolgreiches Arbeitsleben bieten. Das BAföG soll zu einer Grundsicherung für alle Studierenden werden. Studiengebühren an staatlichen Unis lehnen die Grünen ab.

Lesen Sie jetzt