Scenarios Auslandsreihe

Around the World: Rettung der Schildkrötenbabys

Costa Rica - Teil 2: Mitten im costa-ricanischen Regenwald liegt Sarahs neues Zuhause. Von hier aus hilft sie mit anderen Freiwilligen, den Strand zu säubern und Schildkröten umzusiedeln.
Eine Babyschildkröte am Strand von Costa Rica. Der Schildkrötennachwuchs wird von der Organisation, für die Sarah arbeitet, vor Wilderern und Krabben gerettet. © Sarah Kappert

Als der Pick-up uns nach zwei Stunden Fahrt durch Dickicht und Flüsse endlich von seiner Ladefläche entlässt, fühlt es sich ein wenig so an, als hätte man uns inmitten des costa-ricanischen Regenwaldes ausgesetzt. Wir befinden uns in der Nähe von Manzanillo, in der Provinz von Puntarenas, vor einer großen Holzhütte mit einladender Veranda, umgeben von tiefem Urwald und seichten Flüssen – unserem Zuhause für die nächsten sechs Wochen.

Ein wilder Haufen aus der ganzen Welt

Wenn ich von „uns“ spreche, meine ich dabei übrigens unsere Gruppe an Volunteers, die ich bereits in den vergangenen Tagen in Costa Ricas Hauptstadt San José kennenlernen durfte. In einem Hostel mit dem treffenden Namen „Lost in Costa Rica“, verbrachten wir die Tage vor dem Beginn unseres Projektes gemeinsam. Für manche von uns gab es sogar schon spontane Tattoos vom hostel-eigenen Künstler.

Es lässt sich also definitiv sagen, dass in unserer bunten, neunköpfigen Truppe aus Paraguay, den Vereinigten Staaten und Deutschland definitiv nie Langeweile herrschen wird!

Tatsächlich ist auch unser neues Zuhause eine lebhafte Zusammenkunft aller Kulturen, wie ich schnell feststellen darf. Wir teilen uns die Hütte mit einer weiteren Gruppe an Freiwilligen, die aus Italien, Mexiko, Brasilien und Kolumbien angereist sind. Lange Abende, viel Musik und ein wilder Mix an Sprachen sind hier an der Tagesordnung.

Umgeben von wilden Tieren

Ausgesetzt im Regenwald also – umgeben von einer riesigen Anzahl an Tierarten, Pflanzenarten und dem endlosen Pazifikmeer. Wer ein wenig Zeit inmitten der Wildnis von Costa Rica verbringt, versteht schnell, wieso das Land gern als „Pura Vida“ (dt.: pures Leben) beschrieben wird.

Unser Leben in der lokalen Organisation Cirenas ist definitiv ein wildes Paradies voller einzigartiger Lebenserfahrungen. Theoretisch lässt sich hier alles entdecken – von Krokodilen, Leguanen und Wildkatzen bis hin zu Brüllaffen und Kolibris, unserer zikadenfressenden Babykatze Michito und natürlich Schildkröten und Krebsen.

Sarah fühlt sich in ihrem neuen Zuhause, mitten im Regenwald, angekommen … © privat © privat

Die meiste Zeit fühlt es sich so an, als würden wir fernab der Realität leben. Unsere Tage verbringen wir damit, lokale Pflanzen des Regenwaldes anzubauen und den Strand zu säubern, während wir in den Nächten am Strand patrouillieren, um Schildkrötennester in unsere eigens eingerichtete Kinderstube umzusiedeln.

In der Freizeit surfen und wandern

Letzteres ist besonders wichtig, da Schildkröteneier in Costa Rica eine lokale Delikatesse sind, weshalb unserer Organisation viel daran liegt, sie vor den Wilderern (oder auch Krabben) zu entdecken und zu schützen.

Aber auch abseits der Arbeit warten genug Abenteuer auf uns: So können wir unsere Tage am Meer verbringen, surfen, die Nachbarorte erkunden oder lange Wanderungen im Regenwald unternehmen. Jeder Tag in unserem Camp birgt neue Erfahrungen.

Wir haben hier nicht nur die Möglichkeit, einen kleinen Unterschied zu bewirken, sondern können durch unsere kulturelle Vernetzung gemeinsam einen viel größeren Beitrag leisten. Nicht nur als Studenten aus jeder denkbaren Fachrichtung, sondern auch einfach als junge Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Welt können wir hier zusammen Neues dazulernen und Nachhaltigkeit langfristig in unser Leben integrieren.

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