Kirche

Trotz Widerstands: Woelki hält an Firmung fest – Papst Franziskus ordnet Überprüfung an

Kardinal Woelki hält trotz des Widerstands einer Gemeinde an der Firmung von 17 Jugendlichen fest. Das Erzbistum befindet sich seit Monaten in einer Krise. Jetzt schaltet sich sogar der Papst ein.
Der Kölner Kardinal Woelki hält trotz des Widerstands einer Kirchengemeinde an der Firmung von 17 Jugendlichen fest.
Der Kölner Kardinal Woelki hält trotz des Widerstands einer Kirchengemeinde an der Firmung von 17 Jugendlichen fest. © picture alliance/dpa

Nach einem Gespräch mit Mitgliedern der Düsseldorfer Kirchengemeinde St. Margareta bleibt der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki dabei, dass er dort 17 Jugendliche firmen will. „Stand heute ist, dass er an der Firmung festhält“, sagte am Freitag ein Sprecher des Erzbistums Köln. Allerdings werde es in den kommenden Tagen noch ein Gespräch mit den Firmlingen geben. Dieses solle Grundlage einer endgültigen Entscheidung sein.

Mehr als 140 Mitglieder der Gemeinde hatten Woelki in einem Offenen Brief aufgefordert, von der Firmung abzusehen. In der Gemeinde sind zwei Pfarrer tätig gewesen, die des sexuellen Missbrauchs verdächtigt werden. Einer von ihnen ist inzwischen tot. In beiden Fällen wird Woelki vorgeworfen, zu lange seine schützende Hand über die Priester gehalten zu haben.

Kardinal Woelki führt Gespräch mit Gemeinde

Am Donnerstagabend sprach Woelki vor Ort zwei Stunden lang hinter verschlossenen Türen mit gut 40 Mitgliedern der Gemeinde. Am Freitag teilte er dazu mit: „Wir können Gräben nur überwinden, wenn wir miteinander reden. Ich kann viele Sorgen und Vorwürfe verstehen und mir ist es wichtig, sie zu hören. Nur dann können wir zusammen weitergehen und Lösungen finden.“

Der Gemeindepfarrer Oliver Boss sagte am Freitag im WDR, das Gespräch sei in großer Offenheit verlaufen. „Kardinal Woelki hat seine Position der Dinge dargelegt, die Gemeindevertreter (…) haben ihre Fragen, ihre Statements ebenfalls in sehr großer Offenheit ihm gegenüber geäußert“, sagte Boss. „Ich denke, dass überhaupt miteinander geredet wurde, das war schon ein sehr gutes Zeichen.“

Papst Franziskus ordnet Überprüfung des Erzbistums Köln an

Etwa 100 Gemeindemitglieder demonstrierten bei Woelkis Ankunft mit roten Karten gegen ihn. Woelki ging an ihnen vorbei, ohne das Gespräch mit ihnen zu suchen. „Er hat uns gar nicht richtig zur Kenntnis genommen“, kritisierte eine der Demonstrantinnen im WDR Fernsehen. „Er guckt darüber hinweg, und es dreht sich um ihn. Das ist mein Eindruck, den ich von ihm habe.“

Papst Franziskus hat jetzt eine Überprüfung des Erzbistums Köln von Kardinal Rainer Maria Woelki angeordnet. Er entsendet eine sogenannte Apostolische Visitation in das größte deutsche Bistum, das sich seit Monaten in einer schweren Krise befindet. Das teilte am Freitag das Erzbistum Köln mit.

dpa/mia

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