Landgericht Essen

Tod vorgetäuscht und 1,2 Millionen Euro kassiert: Ex-Profifußballer aus Marl steht vor Gericht

Ein ehemaliger Profi-Fußballer aus Marl soll seinen Tod vorgetäuscht und damit viel Geld erbeutet haben. Seit diesem Montag steht er vor Gericht.
Ein ehemaliger Profi-Fußballer aus Marl soll seinen Tod vorgetäuscht und damit viel Geld erbeutet haben. (Symbolbild) © picture alliance / dpa

Er spielte mit Manuel Neuer in der A-Jugend von Schalke 04, war später zwei Jahre lang Mitglied der zweiten Mannschaft und beendete seine Karriere beim VfB Hüls. Doch jetzt liegt ein tiefer Schatten über dem 31-jährigen Ex-Fußballer aus Marl. Er soll seinen Tod vorgetäuscht haben, um eine millionenschwere Lebensversicherung zu kassieren. Ab Montag beschäftigt der unfassbare Fall das Essener Landgericht.

Laut Anklage hat der 31-Jährige die Versicherung im Jahr 2015 abgeschlossen – zugunsten seiner nun ebenfalls mitangeklagten Ehefrau. Anschließend war er in den Kongo aufgebrochen, aus dem seine Eltern einst geflohen waren. Anfang 2016 dann die angebliche Todesnachricht: Der Ex-Fußballer, so hieß es, sollte bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen sein.

Beileidsbekundungen

Die Betroffenheit in Deutschland war groß. Einige seiner alten Weggefährten von Schalke 04 sollen kondoliert haben. Auch bei seinen späteren Vereinen im Kreis Recklinghausen waren Trauer und Entsetzen groß.

Ein paar Monate später nach der schockierenden Todesnachricht zahlte angeblich auch die Versicherung. Insgesamt 1,2 Millionen Euro sollen damals an die Ehefrau gegangen sein.

Marler Fußball-Profi war nur „scheintot“

Doch der Marler war nur „scheintot“. Nach Angaben des Essener Landgerichts war er 2018 in der Deutschen Botschaft in Kongos Hauptstadt Kinshasa aufgetaucht. Dort soll er behauptet haben, dass er entführt worden war. Von einem tödlichen Verkehrsunfall könne keine Rede sein.

Zunächst war der Verdacht offenbar nur auf seine Ehefrau gefallen. Jetzt sind jedoch beide angeklagt. Der Vorwurf: besonders schwerer Versicherungsbetrug. Der Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Das Essener Landgericht hat für den Prozess zunächst vier Verhandlungstage bis zum 16. November vorgesehen.

dpa