Rosskastanien: So machen Sie Waschmittel, Gesichtsmasken, Duschgel und mehr daraus

Kastanien sind zwischen September und November an vielen Ecken zu finden. Sammeln Sie mit Freunden oder der Familie ein paar ein und verwenden Sie die Alleskönner mal auf neuem Wege. © Pixabay
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Wer nun damit rechnet, dass wir unterschiedliche Kastanienmännchen vorstellen – falsch gedacht. Tatsächlich kann aus gesammelten Kastanien viel mehr gewonnen werden als bloßes Kinderspielzeug. Ideen, die Sie überraschen werden, nachdem Sie mit Ihren Liebsten bereits einen schönen Herbstspaziergang hinter sich gebracht haben:

Als Waschmittel verwenden

Waschmittel ist teuer und für viele Hauttypen auch nicht geeignet. Greifen Sie auf eines der besten Naturprodukte zurück, nämlich auf selbstgemachtes Kastanienwaschmittel.

Dafür einfach fünf bis acht Kastanien und 300 Milliliter Wasser bereitstellen. Die Kastanien sollten im Optimalfall frisch gefallen sein und gesund aussehen. Gründlich säubern und mit einem Messer vierteln. Sind sie schon härter, dann eben in ein Stück Stoff einwickeln und mit einem Hammer zerkleinern. Handelt es sich um Weißwäsche, müssen die Kastanien zusätzlich geschält werden.

Die Kastanien mit dem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, auf kleine Flamme stellen und 15 Minuten köcheln lassen. Alternativ können das kalte Wasser und Kastanien in einem verschließbaren Glas für acht Stunden ziehen.

Zum Waschen das Wasser durch ein Sieb ins Waschmittelfach geben. Bei hartem Wasser zwei Teelöffel Waschsoda hinzufügen, um die Reinigungswirkung zu verbessern.

Putz-/Spülmittel herstellen

Grünspan von Wänden oder alte Fettränder im Vorratsschrank entfernen? Überhaupt kein Problem. Fünf Minuten Aufwand, ein paar Kastanien und ein bis zwei Liter Wasser – mehr braucht es nicht, um hervorragendes Putz- bzw. Spülmittel herzustellen.

10 Kastanien in ein Stück Stoff einwickeln und mit einem Hammer zerkleinern. Das entstandene Pulver in ein großes Glas füllen, ein bis zwei Liter – je nach Platz – kochendes Wasser draufgießen. Nach einiger Zeit lösen sich Saponine (pflanzliche Seifenstoffe) aus den Kastanien, ab und zu das Glas schütteln beziehungsweise das Wasser durchrühren.

Nach mindestens 12 und maximal 24 Stunden das Putzmittel durch ein Sieb in Gläser oder Flaschen füllen und die große Putzaktion starten.

Mit einer Gesichtsmaske gegen fettige Haut ankämpfen

Kastanien sind sogar für die Beautybehandlung geeignet. Auch hier einige Kastanien mit einem Hammer in einem Stück Stoff zerkleinern, zwei Esslöffel davon in einer Kaffeemühle zermahlen. Alternativ kann auch ein Mörser genommen werden. Das entstandene Mehl mit etwas Wasser anrühren, die Maske auftragen, zehn Minuten einwirken lassen und mit lauwarmem Wasser abspülen. Ein Peeling der besten Sorte.

Verwenden Sie erst reife Kastanien, das heißt also nur diejenigen, die sich von allein aus der Schale pellen und auf den Boden fallen. © Adobe Stock

Ein Vollbad zur Vorbeugung gegen Gicht und Rheuma nehmen

Aufwändig, aber lohnenswert: Suchen Sie sich einen Kilogramm Kastanien zusammen, weichen Sie diese in fünf Litern Wasser über Nacht auf. Kurz vor der Anwendung aufkochen lassen, 30 Minuten köcheln lassen und anschließend mit einem Sieb ins Badewasser hinzugeben. Fühlt sich schon beim Baden angenehm an und bewirkt gegen Rückenprobleme kleine Wunder.

Duschgel kreieren

Vier Zutaten braucht es: Fünf Rosskastanien, eine Bio-Quitte oder ein Bio-Apfel, ein gehäufter Esslöffel Flohsamenschalen oder ein bis zwei Esslöffel Leinsamen, 300 Milliliter Wasser. Optional kann ein Teelöffel Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Kokosmilch hinzugegeben werden.

Kastanien mit einem Hammer zerkleinern, drei Esslöffel der Kastanienkrümel mit dem Wasser in einen Topf geben. Die Quitte oder den Apfel in kleine Stücke schneiden und fein in den Topf reiben. Achtung: Bei der Quitte vorher den Flaum abreiben. Das Kernhaus darf mit dazu. 10 Minuten sanft köcheln lassen.

Ein Tuch über eine Schüssel legen, den gekochten Sud darauf abseihen. Sud mit Flohsamen oder Leinsamen verrühren, optional das Öl/die Milch hinzugeben, fünf Minuten ziehen lassen, bei mittlerer Temperatur erneut aufkochen, bis die Masse wie Eiweiß aussieht.

Falls Leinsamen verwendet wurden, müssen die nun mit einem Teigschaber ausgestrichen werden, Flohsamenschalen hingegen bleiben im Gel. Duschgel innerhalb von sechs Tagen aufbrauchen und im Kühlschrank aufbewahren. Wird es bei 90 Grad für 30 Minuten im Backofen pasteurisiert, hält es sich ungeöffnet einige Wochen.

Blattläusen den Kampf ansagen

Blattläuse können einem den letzten Nerv rauben. Verabschieden Sie sie für einen langen Zeitraum mit Ihrem selbstgemachten Kastaniensud.

16 Kastanien halbieren, mit einem Liter Wasser in einen Topf geben, kurz aufkochen und 30 Minuten köcheln lassen. Sud abkühlen lassen und abseihen. Abgekühlten Sud in eine Sprühflasche füllen und befallene Pflanzen nach Bedarf besprühen.

Wikingerseife als Mitbringsel für Freunde vorbereiten

Kastanien sammeln, pulen und das weiße Innenleben kleinhacken. Stückchen in Marmeladengläser füllen, mit Wasser aufgießen und verschließen. Gläser über Nacht stehenlassen. Sobald sich Schaum auf der Oberfläche gebildet hat, kann der Sud durch ein Tuch abgeseiht werden. Fertig ist die Seife, die Sie in einem schicken Seifenspender verschenken können.

Natürlich dürfen Sie auch ganz klassisch Kastanienmännchen basteln. Wir zeigen Ihnen aber, dass noch viel mehr möglich ist. © Adobe Stock

Mit einem eigenen Heizkissen keine kalten Füße mehr bekommen

Einen alten Kissenbezug mit einigen Kastanien füllen, die Sie vorab im Ofen bei rund 100 Grad erwärmt haben. Auf die Füße legen, Decke drüber, Kakao dazu, Film an und vom Alltag abschalten.

Als Mottenschutz nutzen

So einfach wie genial: Im Kleiderschrank großzügig ein paar Kastanien verteilen und Sie haben einen natürlichen Mottenschutz. Motten mögen die hübschen Früchte nämlich so gar nicht. Dafür wird Ihr Schrank auch innen optisch aufgewertet und Ihre dicken Jacken bleiben frei von Löchern.

Alles, was übrig bleibt: An Wildtiere verfüttern

Bleiben trotzdem ein paar Kastanien übrig, die vielleicht auch schon ein paar Tage alt sind, ist dies genau der richtige Anlass, um zum nächsten Wildtiergehege zu spazieren. Nehmen Sie die Kastanien mit und füttern Sie Rot- und Damwild, die Kastanien für ihr Leben gerne verdrücken, aber in ihrem Gehege sonst vielleicht gar keine vorfinden können. Ein aufgehendes Herz auf beiden Seiten.