Perseiden fotografieren

Perseiden: Sternschnuppen-Spektakel auch in den nächsten Nächten zu sehen

Die Sternschnuppen der Perseiden sorgen bei klarer Sicht auch in den kommenden Nächten für ein Spektakel am Himmel. Wie man die Sternschnuppen sogar mit dem Handy fotografieren kann.
An diesem Wochenende erreicht der Sternschnuppenstrom der Perseiden am Nachthimmel sein Maximum.
An diesem Wochenende erreicht der Sternschnuppenstrom der Perseiden am Nachthimmel sein Maximum. © picture alliance/dpa

Meist klarer Himmel und doch ein Störfaktor: An diesem Wochenende erreicht ein Sternschnuppenstrom am Nachthimmel sein Maximum. Seinen Höhepunkt habe der Perseidenstrom am Samstagmorgen (13.8.) gegen drei Uhr, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland, Sven Melchert. Doch auch in den nächsten Nächten kann das Sternschnuppen-Spektakel beobachtet werden.

Während das Wetter am Samstagmorgen und auch in den kommenden Tagen meist einen freien Blick in den Nachthimmel gewährt, gibt es einen anderen Störfaktor. Der Höhepunkt der verglühenden kosmischen Trümmerteile ist rund 24 Stunden nach Vollmond – und somit stört das Licht des Erdtrabanten für Schaulustige das Spektakel.

Um den Schwarm der Perseiden zu sehen, sollten Neugierige nach Angaben der Sternfreunde nach Osten schauen. Sternengucker könnten normalerweise etwa 30 bis 50 Meteore pro Stunde wahrnehmen. Durch den vom Mond aufgehellten Himmel werde man dieses Jahr aber nur einen Blick auf die hellsten Exemplare erhaschen können. Der Trabant stehe die ganze Nacht über dem Horizont.

Ursprung

Die Perseiden scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, doch sie sind eine Wolke von Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, in die die Erde jedes Jahr auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne eintaucht.

Am besten sucht man sich zum Sternegucken einen dunklen Platz aus, also einen Ort, der möglichst frei von künstlichem Licht ist. Das ist in Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet natürlich nicht einfach, ein kleiner Ausflug ins Umland lohnt sich daher auf jeden Fall. Die Temperaturen liegen zum Beispiel laut Wetteronline in Dortmund bei angenehmen 20 Grad gegen Mitternacht. Fährt man weiter aufs Land, kann es kühler sein, darum nicht vergessen, eine Jacke einzupacken.

Wie kann man die Sternschnuppen am besten im Bild festhalten?

Grundsätzlich ist das Fotografieren auch mit dem Smartphone möglich, wichtig ist, dass das Smartphone manuelle Einstellungen der Kamera ermöglicht, spezielle Kamera-Apps können dabei helfen. Die Belichtungszeit sollte mindestens 10 bis 30 Sekunden betragen, der ISO-Wert sollte möglichst hoch gewählt werden. Sowohl für das Handy als auch für Spiegelreflex- oder System-Kameras sollte ein Stativ eingesetzt werden, da das Bild sonst verwackelt. Experten raten aber von der Handy-Fotografie bei Nacht ab, da die Fotos oft verrauscht sind und dementsprechend die Qualität für einen eventuellen Druck leidet.

Hat man eine Spiegelreflex-Kamera, sollte man ein Weitwinkelobjektiv verwenden, um möglichst viel Himmel aufs Bild zu bekommen. Auch ein Fernauslöser ist hilfreich, um weitere Verwackelungen zu vermeiden. Als Blende sollte man 2,8 oder kleiner verwenden. Der Autofokus sollte nicht eingesetzt, sondern der Fokus manuell eingestellt werden.

Foto-Experten raten, am besten bereits vor Einbruch der Dunkelheit einen guten Standort zu suchen und Testaufnahmen zu machen.

Sicht auf die Perseiden soll klar sein

Das Wetter macht den Sternguckern keinen Strich durch die Rechnung. „Sieht gut aus“, sagte der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, Andreas Friedrich. Es gebe keine Wetteränderung und somit weiter milde und sternenklare Nächte. „Die Bedingungen sind wunderbar in ganz Deutschland.“ Einzig im Südosten vom Erzgebirge bis in den Bayerischen Wald könne es Wolken, aber keine Wolkendecke geben. Und so empfiehlt auch Melchert: „Das Auftreten der Perseiden ist nicht auf die kurze Zeit des Maximums beschränkt, man kann auch in den Tagen davor und danach sein Glück versuchen“ – am besten bequem liegend mit entspanntem Blick nach oben in östliche Richtung.

Die Perseiden scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, doch sie sind eine Wolke von Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, in die die Erde jedes Jahr auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne eintaucht. Der Komet wurde nach Angaben der Sternfreunde am 19. Juli 1862 unabhängig voneinander von Lewis Swift und Horace Tuttle entdeckt und braucht für einen Umlauf um die Sonne rund 133 Jahre. Das nächste Mal dürfte der Komet von der Erde aus im Jahr 2126 sichtbar werden.

dpa/bär

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