Kinoprogramm Oktober 2022: Viel Grusel zu Halloween & mehr

halloween kürbis
Bloß nicht erschrecken lassen! © Adobe Stock
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Im Oktober landet der Kürbis nicht nur als Suppe auf dem Teller, sondern auch als Deko-Objekt vor der Tür: Halloween steht an, und damit auch die Gruselsaison des Jahres, die sich auch im Kino widerspiegelt. Horrorfans kommen diesen Monat besonders auf ihre Kosten – wer sich nicht gern erschrecken lässt, kann aber auch auf einen der anderen empfehlenswerten Filme zurückgreifen. Viel Spaß!

In einem Land, das es nicht mehr gibt (Start: 6.10.)

Ein Sprung in den Sommer 1989. Ostberlin. Nur wenige Monate vor dem Fall der Mauer. Suzie möchte ihr Abitur beenden, fliegt aber unerwartet von der Schule. Ein Zufall bringt sie aber dazu, ihre Nahe Zukunft anders zu gestalten: Sie wird fotografiert, entdeckt und startet nun als Model durch. In der Berliner Undergroundszene lernt sie Rudi und Coyote kennen…

Einige erinnern sich noch an die Zeit, als Berlin zweigeteilt war – für andere ist es schon nur noch ein längst vergangener Teil deutscher Geschichte. Ein Film zwischen Drama und Zeitgeschehen.

The Woman King (Start: 6.10.)

Viola Davis ist für ihre außergewöhnlichen Rollen bekannt. Nicht selten sieht man sie als starke Frau, die für die Gleichberechtigung schwarzer Menschen kämpft. Eine Thematik, die auch in „The Woman King“ zentral erscheint. Sie mimt Nanisca, eine Anführerin der Agojie. Sie muss sich der französischen Invasion und sämtlichen umliegenden Stämmen stellen. Man probiert die Ehre ihres Volkes zu zerstören und gleich mehrere von ihnen zu versklaven. Doch so schnell gibt Nanisca nicht auf, geht es nicht nur um ihre eigene Zukunft, sondern auch um die ihrer engsten Mitmenschen und sogar um ihre Tochter Nawi.

Beruhend auf wahren Begebenheiten aus dem 18. Jahrhundert im Königreich Dahomey, das man heute als Benin kennt.

Vesper Chronicles (Start: 6.10.)

Dass sämtliche Ökosysteme zusammenbrechen, klingt gegenwärtig leider gar nicht mehr so unwahrscheinlich. In „Vesper Chronicles“ ist dies bereits passiert. Die letzten Überlebenden der Welt, überwiegend privilegierte Menschen, haben sich in abgeschnittenen Zitadellen zurückgezogen – andere wirren umher und kämpfen jeden Tag ums Durchkommen. Vesper lebt mit ihrem Vater in den Wäldern und ist eine talentierte Biohackerin. Sie möchte ihre Fähigkeiten einsetzen, damit endlich in der Umgebung wieder etwas wachsen kann. Eine Chance dafür ergibt sich nun zufällig.

Teils erdrückende, weil realistische Endzeitstimmung, die durch eine spannende Handlung und starke Bilder ergänzt wird.

Halloween Ends (Start: 13.10.)

Ist es wirklich der letzte Teil der legendären Reihe? Zum bereits 13. Mal schwingt Serienkiller Michael Myers das Küchenmesser und probiert Laurie Strode (zum siebten Mal verkörpert von Jamie Lee Curtis) endlich zu kriegen – doch die ist auf den Kampf vorbereitet.

„Halloween Ends“ stellt den dritten und angeblich auch finalen Teil der neuen „Halloween“-Reihe dar, die 2018 begonnen wurde. Sie schließt thematisch an den allerersten „Halloween“-Film aus 1978 und ignoriert alle anderen Teile des Franchise. Neben Jamie Lee Curtis ist auch der Originaldarsteller von Michael Myers, Nick Castle, in seiner Kultrolle mit dabei. Weitere Details über die Handlung werden bis zur internationalen Premiere gut behütet.

Triangle of Sadness (Start: 13.10.)

Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes gewann „Triangle of Sadness“ die Goldene Palme in der Hauptkategorie. Der schwedische Regisseur Ruben Östlund wurde bereits für seinen direkten Vorgänger „The Square“ (2017) mit dem Hauptpreis belohnt. Beide Filme sowie der 2014 erschienene „Höhere Gewalt“ ergeben inhaltlich einen losen Zusammenhang, sodass von einer Trilogie gesprochen werden kann.

Carl und Yaya sind erfolgreiche Influencer und vermarkten ihr gemeinsames Leben auf Instagram. Sie sehen gut ist und haben verdammt viel Kohle. Auf einer Kreuzfahrt, zu der sie eingeladen werden, lassen sich Erholung und Arbeit perfekt miteinander kombinieren – oder? Das Personal verhält sich komisch. Bei einem Dinner erreicht die satirische Handlung ihre Katharsis.

Meine Chaosfee & ich (Start: 13.10.)

Ganz frei von Grusel und damit absolut familientauglich: Jella Haase, die viele wohl noch als Chantal aus „Fack ju Göhte“ kennen werden, spricht Hauptfigur Violetta in diesem bunten und mitreißenden Animationsstreifen.

Violetta ist 337 Jahre alt – sieht zum Glück aber nicht so aus. Sie ist nämlich eine kleine, wilde Fee, die gerne mal eine große Klappe riskiert. Leider hat sie ein ziemliches Problem: Sie zaubert ständig das Falsche und verirrt sich nun noch in die Welt der Menschen. Maxi ist 12, ein echter Mensch, und könnte ihr vielleicht helfen, den Weg zurückzufinden. Ein spannendes Abenteuer, das schon für die ganz Kleinen funktioniert und die Herbstferien bereichert.

Black Adam (Start: 20.10.)

Black Adam ist die gleichnamige Titelfigur, die Anhänger schon längst aus dem DC-Universum kennen werden. Dwayne Johnson darf nun erstmalig als eben jener Mucki-Held einen ganzen Solofilm tragen.

Vor 5000 Jahren war Black Adam Sklave im Staat Kahndaq. Seine Superkräfte halfen ihm schon damals, gegen das System zu rebellieren. Der Zauberer Shazam, durch den er die Superkräfte überhaupt bekam, sperrte ihn daraufhin allerdings ein. Erst 5000 Jahre später hat er nun die Chance, sein Leben fortzuführen. Ab sofort will sich Black Adam von niemanden mehr in die Schranken weisen lassen.

In weiteren Rollen: Noah Centineo, Pierce Brosnan und erneut Viola Davis.

Der Nachname (Start: 20.10.)

Sönke Wortmann ist zweifelslos ein Name im deutschen Filmgeschäft. „Der bewegte Mann“, „Das Wunder von Bern“, „Deutschland. Ein Sommermärchen“ und zuletzt „Eingeschlossene Gesellschaft“ gehen auf seine Kappe, aber eben auch der große Erfolg im Jahr 2018, „Der Vorname“.

Die Fortsetzung „Der Nachname“ folgt vier Jahre später, spielt aber zwei Jahre nach dem Vorgänger. Die Familie Berger/Böttcher (mit dabei: Iris Berben, Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz) sind für ein langes Wochenende gemeinsam in einer Finca auf Lanzarote. Allerdings wird die Gemütlichkeit, die durch eine große Ankündigung ihren Höhepunkt finden sollte, von den Problemen als frisch gebackene Eltern, den nicht mehr wegzudenkenden Differenzen einer Ehe und mehr zunichte gemacht. Ein Film voller Situationskomik, die jeder nachvollziehen kann.

Die Mucklas …und wie sie zu Pettersson und Findus kamen (Start: 20.10.)

Bereits sieben Filme über die schwedischen Kultfiguren Pettersson und Findus haben es schon in die Kinos geschafft und sind immer ein voller Erfolg. Nun geht man einen etwas anderen Weg und erzählt die Vorgeschichte der Mucklas.

Diese kleinen, koboldartigen Wesen leben versteckt im Haus und haben unterschiedliche Formen und Farben. Sie sind schon ewig treue Weggefährten. Aber wie kamen sie überhaupt zu Pettersson und Findus? Damit beschäftigt sich der nun erscheinende neue Streifen, denn das liebevolle Zuhause der Mucklas – ein chaotischer Krämerladen – wird von einem Kammerjäger heimgesucht. Die Welt da draußen sieht verlockend aus und birgt dennoch unzählige Fallen.

Liebevoller Familienspaß mit Abenteueranteilen. In einer der tragenden Rollen hört man Uwe Ochsenknecht als Synchronsprecher.

Was dein Herz dir sagt – Adieu ihr Idioten! (Start: 20.10.)

Das bereits 2020 in Frankreich erschienene komödiantische Drama „Was dein Herz dir sagt – Adieu ihr Idioten!“ sackte 2021 bei den César-Awards – dem wichtigsten Filmpreis unserer Nachbarn – sechs Trophäen ein, darunter auch die beiden Hauptpreise als bester Film und für die beste Regie. Nun kommt er endlich auch zu uns.

Suze ist Friseurin, 43 und schwer krank. Sie ist Mutter, seit sie 15 Jahre alt ist, gab auf Empfehlung ihrer Eltern hin das Kind jedoch zur Adoption frei. Nun möchte sie es endlich kennenlernen, bevor es zu spät ist. Mit dem IT-Spezialisten JB und dem blinden Archivar Serge Blin, die sie gerade erst kennengelernt hat, macht sie sich gemeinsam auf die Suche. Französisches Kino, wie es zu sein hat. Könnte in der kommenden Saison ein kleiner Hit werden.

Rheingold (Start: 27.10.)

Fatih Akin ist dafür bekannt, dass er grandiose, aber auch oft kontroverse Filme macht. Dennoch gehört er zu den Größten seines Fachs hierzulande.

2022 bekommt sein Werk nun einen weiteren Anstrich. Er nimmt sich die Biographie Xatars „Alles oder nix“ an, einer der wohl umstrittensten deutschen Rapper. Der Iraker ließ in den 80ern seine Familie zurück, die ins Gefängnis gesteckt wurde. Auf eigener Faust startet er ein neues Leben in Deutschland. Er schafft es aus den untersten Schichten der Gesellschaft bis an die Spitze der Charts, dafür ist er zwischenzeitlich Drogendealer und plant einen folgenschweren Goldraub.

See How They Run (Start: 27.10.)

Schauspiel- plus Kostümkino und damit die perfekte Alternative für diejenigen, die an Halloween zwar ins Kino wollen, aber keinen Horrorfilm schauen mögen: Mit Sam Rockwell, Saoirse Ronan und Adrien Brody stehen gleich mehrere der beliebtesten Schauspieler der letzten Jahre beisammen und spielen in einer irrwitzigen Krimikomödie Personen des Londoner West Ends, mitten in den 1950ern.

Dort laufen die Pläne für ein neues Theaterstück, die allerdings mittendrin gestoppt werden müssen – der unmoralische Regisseur wurde ermordet. Der kluge Inspektor Stoppard und Neuling Constable Stalker übernehmen und sind plötzlich in einem Strudel aus mysteriösen Geschehnissen und zwielichtigen Charakteren des Londoner Undergrounds.

Bodies Bodies Bodies (Start: 27.10.)

„Bodies Bodies Bodies“ ist in der Welt des gleichnamigen Films ein böses Partyspiel, das sieben Freunde in einem abgelegenen Haus während eines Sturms spielen wollen, um die Zeit schneller herumzukriegen. Zwei wichtige Charaktere der Gruppe sind die zwei besten Freunde Sophie und David, die sich seit ihrer Jugend kennen. Alle sind durch Alkohol in guter Laune. Kann das Spiel, in dem Morde aufgeklärt werden müssen, nicht die Stimmung zum Überkochen bringen? Nicht, wenn plötzlich wirkliche Morde geschehen.

Sehr zeitgemäßer und abgrundtief böser Überraschungshorror mit ordentlichen Comedy- und Suspense-Thriller-Anteilen.

Piggy (Start: 27.10.)

Ähnlich zeitgemäß und ähnlich blutig, aber dennoch in eine ganz andere Kerbe schlägt die spanisch-französische Produktion „Piggy“, die sich den ungewöhnlichen Mix aus Thriller, Horror und Drama zu eigen macht. Ungemütlich, emotional und für einige wohl schwer aushaltbar.

Sara ist eine der Wenigen, die den Sommer hasst. Andere freuen sich, kürzere Outfits tragen zu dürfen, sie wird hingegen aufgrund ihres Übergewichts gemobbt. Doch heute scheint ein Tag wie kein anderer zu werden: Ein Unbekannter hat all ihre Peiniger entführt und sie hat die Chance, sich an ihnen zu rächen. Spielt sie mit? Wenn ja, wie weit würde sie gehen? Tut er ihr womöglich auch was an?