Autobahn 40

Großbrand in Bochum: Feuer wurde gelegt – A40 drei Monate lang gesperrt

Die A40 in Bochum bleibt nach dem Großbrand in einem Reifenlager bis Ende November gesperrt. Eine 11 Meter hohe Betonwand droht einzustürzen. Das Feuer wurde gelegt – wie schon im November 2020.
Wegen erheblicher Schäden an der Stützwand der A40 bleibt die Autobahn zwischen dem Dreieck Bochum und Bochum-Zentrum bis Ende November gesperrt. © picture alliance/dpa

Wegen erheblicher Schäden an der A 40 bei Bochum nach einem Großbrand kommen auf viele Pendler im Ruhrgebiet mehr als drei Monate lang weitere Einschränkungen zu. Der Streckenabschnitt zwischen dem Bochumer Westkreuz und der Anschlussstelle Bochum-Zentrum bleibt bis voraussichtlich Ende November in Fahrtrichtung Dortmund gesperrt, wie die Autobahn GmbH des Bundes als Betreiberin am Mittwoch mitteilte.

Kurz nach der Hiobsbotschaft für Pendler teilte die Polizei am Mittwoch zudem mit, dass nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler bei dem Feuer am Dienstag von Brandstiftung auszugehen sei. Man sei dabei Videoaufnahmen auszuwerten. Bereits am 17. November 2020 war es in dem Reifenlager zu einem Großbrand gekommen. Auch damals sei das Feuer vorsätzlich gelegt worden. Geklärt werden konnte die Tat bislang nicht.

Die Auswirkungen des Brandes am Dienstag sind fatal: Eine elf Meter hohe Stützwand, die die Fahrbahn trägt, ist durch massive Hitzeschäden nicht mehr standsicher und muss verstärkt werden. Die im Schnitt täglich 50.000 Fahrzeuge sollen über die A 448 bis zur A 43 umgeleitet werden. „Es ist für die Verkehrsteilnehmer wirklich schlimm“, sagte Kathrin Heffe, Leiterin der Außenstelle Bochum bei der Autobahn Westfalen. „Das ist hier die Hauptschlagader durch das Ruhrgebiet.“ Der Ausweichverkehr werde auch die Stadt Bochum belasten, befürchtete Heffe.

Die Stützwand verläuft zwischen Autobahn und dem tief darunter liegenden Gelände mit einem Gewerbegebiet. Dort war in der Nacht zu Dienstag in einem Reifenlager aus bislang unbekannter Ursache ein heftiges Feuer ausgebrochen. Bis zu 40 Meter hohe Flammen und dichter Qualm beschäftigten die Feuerwehrleute stundenlang.

Rettungskräfte stehen auf dem Gelände eines Reifenlagers an der A40 in Bochum.
Rettungskräfte stehen auf dem Gelände eines Reifenlagers an der A40 in Bochum. © Feuerwehr Bochum/dpa © Feuerwehr Bochum/dpa

Polizei wertet Videoaufnahmen aus

Das Feuer ist nach bisherigem Stand der Ermittlungen vorsätzlich gelegt worden. Es sei von Brandstiftung auszugehen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Ermittlungen dazu dauerten an. Den Angaben zufolge werden auch Videoaufnahmen ausgewertet. Bereits am 17. November 2020 war es in dem Reifenlager zu einem Großbrand gekommen. Auch damals sei das Feuer vorsätzlich gelegt worden. Geklärt werden konnte die Tat bislang nicht.

Auch am Mittwoch war die Feuerwehr noch mit Einsatzkräften an der Brandstelle. Der Geruch nach verbranntem Gummi lag in der Luft. Die noch heißen Reifenreste wurden mit schwerem Gerät auseinandergezogen, immer wieder löschten die Feuerwehrleute aufflammende Glutnester. „Es hat gebrannt wie verrückt“, sagte Heffe.

Reparaturen sollen noch diese Woche beginnen

Bereits am Dienstag sei den Experten nach einer ersten Begehung klar gewesen, dass die Standsicherheit der auf einer Länge von 20 Metern beschädigten Stützwand nicht mehr gegeben sei. Die Außenseite der Betonwand sei „wie verbrannte Haut“, dahinter sei es ausgehöhlt. Das beschädigte Material müsse zunächst abgetragen werden, bevor eine verstärkende Wand davor gesetzt werden könne.

Nach dem Brand im Reifenlager löschen Feuerwehrleute noch die letzten Brandnester.
Der Verkehr wird am Bochumer Westkreuz von der A40 abgeleitet. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Bereits am Donnerstag sollen die Vorbereitungen für die Reparatur beginnen. Ersetzt wird das Bauwerk dann im Zuge des ohnehin geplanten Neubaus des Streckenabschnitts ab 2024. Vor knapp einem Jahr hatte Dutzende Autobahnkilometer weiter westlich bei Mülheim ein brennender Tanklaster folgenschwere Schäden verursacht.

Drei Eisenbahnbrücken, die an der Unfallstelle die A 40 überqueren, mussten abgerissen werden. Die Bahn bezifferte den Unfallschaden insgesamt auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Die für Pendler wichtige Autobahn im Ruhrgebiet war für Wochen gesperrt. Die Reparaturarbeiten an den Brücken sorgen mit tagelangen Sperrungen der Autobahn immer wieder für erhebliche Staus im Ruhrgebiet.

dpa

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