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Ein Tag in der Kaiserstadt: Die schönsten Seiten von Aachen entdecken

Staunen im Dom, relaxen im Schatten des Rathauses oder das Umland erkunden: Aachen hat viel zu bieten. Die Grenzlage im Herzen Europas verspricht einen kulturell-vielfältigen Tagestrip.
© © 2019, Joerg Hempel, Germany

Aachen ist nicht zuletzt dank seiner vielen Studierenden eine junge Stadt – da verwundert es kaum, dass sie sich immer wieder neu erfindet. Hinzu kommt die unmittelbare Nähe zu den Niederlanden und Belgien, was sich vor allem in der Architektur der knapp 250.000-Einwohner-Stadt niederschlägt. Acht Tipps, die das Flair der Kaiserstadt erlebbar machen.

Elisenbrunnen

Unter Aachenerinnen und Aachenern ein beliebter Treffpunkt; für einen Tagesausflug zudem der ideale Start: Wer den Stadtkern erkunden möchte, beginnt idealerweise am zentral gelegenen Elisenbrunnen. Das klassizistische Bauwerk gilt als das Wahrzeichen der Kur- und Badestadt Aachen, wussten doch schon die Römer und natürlich auch Karl der Große die heißen Quellen zu schätzen, die hier heute aus zwei Brunnen gen Tageslicht sprudeln.

Der 1827 errichtete Elisenbrunnen wurde während des Zweiten Weltkriegs fast komplett zerstört, in den 1950er-Jahren jedoch wieder originalgetreu rekonstruiert. Auch wenn man dem austretenden, 53° C-warmen Schwefelwasser heilende Kräfte nachsagt, darf es aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung heute nicht mehr getrunken werden. Tipp: Hinter dem beeindruckenden Bauwerk befindet sich der Elisengarten – dieser wurde zwischen 2007 und 2009 neu gestaltet und lädt zum Verweilen ein.

Der Elisenbrunnen liegt mitten im Stadtzentrum und bietet sich als idealer Treffpunkt an. © Andreas Herrmann

Aachener Dom

Aachens ganzer Stolz und zudem Unesco-Weltkulturerbe: der Dom. Gelegen inmitten der Altstadt stellt die beeindruckende Bischofskirche des Bistums Aachen den touristischen Publikumsmagneten schlechthin dar. Ende des 8. Jahrhunderts von Karl dem Großen in Auftrag gegeben, avancierte der Aachener Dom zur Krönungskirche vieler deutscher Herrscher.

Wer sich für eine Führung entscheidet, darf unter anderem einen Blick auf den Krönungsstuhl aus der karolingischen Zeit werfen. Neben bis zu 27 Meter hohen gotischen Fenstern weiß auch der imposante Kronleuchter im Oktogon des Doms zu beeindrucken. Spannend sind zudem die Sagen, die sich rund um das Gotteshaus ranken: So soll sich in den bronzenen Türgriffen des Eingangs (in Form von Löwenköpfen) der Daumen des Teufels befinden. Besichtigungen: werktags ab 11:00 Uhr, samstags und sonntags ab 13:00 Uhr.

Imposant: Der Kronleuchter im Oktogon des Aachener Doms. © Andreas Herrmann

Rathaus und Marktplatz

Nur wenige Meter vom Dom entfernt – zu erreichen über den Katschhof – befindet sich das Aachener Rathaus samt Marktplatz. „Sehen und gesehen werden“ lautet das Motto, tummelt sich hier doch immer wieder mal die Prominenz aus Kultur und Politik, etwa alljährlich am Himmelfahrtstag zur Verleihung des renommierten Aachener Karlspreis.

Doch auch abseits des großen Rummels lohnt es sich, im Schatten des historischen Rathauses die kulinarischen Angebote der ansässigen Gastronomie unter die Lupe zu nehmen oder dienstags und donnerstags das Treiben auf dem Aachener Wochenmarkt live zu erleben. Bevor es weitere Sehenswürdigkeiten der Kaiserstadt zu entdecken gilt, darf ein Blick ins Rathaus nicht fehlen: Im Rahmen einer Führung wartet da unter anderem der eindrucksvolle Krönungssaal – dort fanden einst im Mittelalter die Krönungsmähler statt.

Hier lässt es sich aushalten: Marktplatz und Aachener Rathaus bilden eine eindrucksvolle Symbiose. © Studiopress/Guy van Grinsven

Printen

Rechteckig, bissfest und (nicht nur in der Weihnachtszeit) lecker: die Printe. Das Lebkuchengebäck ist seit rund 200 Jahren nicht mehr aus Aachen wegzudenken und kommt in ganz unterschiedlichen Varianten daher – etwa als Kräuter-, Früchte- oder Schokoladenprinte.

Einst als „Gebildebrot“ zur Herstellung in kunstvoll geschnitzte Holzformen gepresst, entsprang der Name der Nascherei unter anderem dem niederländischen „prent“, was im Öcher Platt so viel wie „eingedrückte Abbildung“ bedeutet. Ein Besuch in den unzähligen Bäckereien und Cafés der Aachener Innenstadt ist also Pflicht; beim Werksverkauf der Firma Lambertz werden zudem allerlei süße Wünsche erfüllt (Ritterstraße 9).

Die Aachener Printe ist im Stadtbild immer wieder anzutreffen. © Andreas Steindl

Pontviertel

Aachen ist eine Studentenhochburg: Über 40.000 Wissbegierige tummeln sich an den insgesamt fünf Hochschulen der Stadt. Und diese 15 Prozent der Aachener Gesamtbevölkerung prägen somit auch das Stadtbild, was ganz besonders im Pontviertel sichtbar wird.

Zwischen historischem Ponttor – erbaut im 14. Jahrhundert – und Marktplatz erstreckt sich mit der Pontstraße die beliebte Ausgehmeile (nicht nur) für Studierende. Hier reihen sich unzählige Kneipen, Restaurants und Cafés aneinander; studentenfreundliche Preise inklusive. Tipp: Ein kühles Getränk im Biergarten des Café Kittel (Pontstraße 39).

Vom Lousberg aus bietet sich ein fantastischer Ausblick über die Dächer der Stadt. © Andreas Herrmann

Lousberg

Mehr Ausblick geht nicht! Mit 264 Metern bildet der Lousberg die höchste Erhebung der Innenstadt ab. Neben Spaziergängern und Joggern kommen hier auch Familien auf ihre Kosten: Während die Kleinen sich auf einem der Spielplätze austoben können, machen es sich die Großen in einer der Hängematten am Nordhang des Lousbergs gemütlich. Idealer Anlaufpunkt nach einem ausgedehnten Stadtbummel!

Vom Lousberg aus bietet sich ein fantastischer Ausblick über die Dächer der Stadt. © Guy van Grinsven/ Studiopress

Dreiländereck

Alternativ zum Lousberg lohnt sich ein Trip zum Dreiländereck. Zwar befindet sich dieses bereits im niederländischen Vaals, doch die grenzüberschreitenden Wege im Aachener Umland sind erfreulich kurz. Dort, wo Deutschland, die Niederlande und Belgien in 323 Metern Höhe aufeinandertreffen, existieren inmitten vielfältiger Natur beschauliche Wanderwege, ein spannendes Labyrinth sowie verschiedene Aussichtstürme. Nach dem Fußmarsch vielleicht ein Picknick? Der „Drielandenpunt“ hält aber auch gleich mehrere Restaurants und Cafés bereit.

Am Dreiländereck treffen Deutschland, die Niederlande und Belgien aufeinander. © Andreas Herrmann

Kornelimünster

Rund 20 Autominuten vom Zentrum entfernt befindet sich Aachens wohl idyllischster Stadtteil: Kornelimünster – das Tor zur Eifel – begeistert vor allem durch seinen historischen Stadtkern, der neben malerischen Kirchen und Kapellen vor allem mit der ehemaligen Reichsabtei zu beeindrucken weiß.

Der 1721 errichtete Bau ist heute Heimat einer Dauerausstellung zeitgenössischer Kunst aus NRW. Fühlt sich ein Besuch Kornelimünsters ohnehin schon wie eine kleine Zeitreise an, verstärkt der „Historische Jahrmarkt“ diesen Eindruck noch: Jahr für Jahr ab Mittwoch vor Fronleichnam strotzt das Örtchen nur so vor Gauklern, Karussells und Jahrmarkt-Atmosphäre.

Wer ein wenig zur Ruhe kommen möchte, wird in Kornelimünster fündig. © Andreas Herrmann

Der Abend in Datteln

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