Polizei erteilt Platzverweise

Verbaler Schlagabtausch: AfD auf dem Altstadtmarkt

Wahlkämpfendes AfD-Spitzenpersonal, Anhänger und Gegner der Partei trafen am Donnerstagabend auf dem Altstadtmarkt aufeinander. Die Polizei erteilte mehrere Platzverweise.
AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla sprach vor etwa 120 Zuhörern auf dem Altstadtmarkt. © Jörg Gutzeit

Rund 120 Zuhörer fanden sich am späten Donnerstagnachmittag vor der Bühne der AfD ein, um der Wahlkampfveranstaltung der Partei beizuwohnen. Diese Zahl nennt die Polizei. Blaue AfD- und Deutschlandfahnen wehten in der lauen Brise. Auf der Bühne standen neben Bundessprecher und Spitzenkandidat Tino Chrupalla und dem Recklinghäuser Direktkandidaten Lutz Wagner auch der NRW-Landessprecher und MdB Rüdiger Lucassen sowie der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk, der auch Vorsitzender des Wirecard-Untersuchungsausschusses ist. Die Redner warnten vor einer neuen Flüchtlingswelle, wetterten gegen Clankriminalität und Gendersternchen. Gegen Ende von Chrupallas Rede tauchten plötzlich drei vermummte Jugendliche vor der Bühne auf. Die Polizei schritt ein, erteilte den 16-, 18- und 22-Jährigen Platzverweise. Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber berichtete von insgesamt „einem knappen Dutzend“ Platzverweisen. Zudem gab es sechs Anzeigen, unter anderem wegen Beleidigung und Bedrohung.

Die Polizei hatte den Altstadtmarkt schon vor Beginn der Veranstaltung unter anderem mit Kräften einer Hundertschaft abgeriegelt. Verdächtig erscheinende Personen wurden am Betreten des Platzes gehindert. Wie jene etwa zehn schwarz gekleideten Jugendlichen, die über das Lampengässchen in Richtung Altstadtmarkt eilten. Die Ordnungskräfte waren alarmiert. Parallel zur Wahlkampfveranstaltung der AfD waren zwei Protestkundgebungen angemeldet worden. Jene der Linksjugend war jedoch noch am Donnerstag abgesagt worden. Auf dem Kirchplatz versammelte der „Verband der Verfolgten des Naziregimes“ nach Polizeiangaben etwa 60 Teilnehmer für eine Gegenkundgebung.

Nicht verletzt, aber heiser

Schließlich hielten einige Gegendemonstranten auch auf dem Altstadtmarkt Anti-AfD-Plakate hoch. An einer Fassade riet ein Transparent: „Lebe so, dass es die AfD stören würde.“ Die Politiker auf der Bühne ernteten Jubel und Buhrufe. Um 18.29 Uhr stimmte die AfD die deutsche Nationalhymne an. Schließlich gingen die Teilnehmer aller Lager nach Hause – niemand verletzt, manche vermutlich heiser. Und nein, niemand hatte Tino Chrupalla einen Gedichtband überreicht.

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