Neues Schuljahr

Mit Extra-Stunden die Lernrückstände aufholen

Nach den Ferien sind Schüler und Lehrer wieder im Corona-Schulalltag angekommen. Coronafälle hat es seitdem nur wenige gegeben. Dafür sind die Defizite der Schüler sichtbarer geworden.
Die Schülerinnen und Schüler sind nach den Sommerferien wieder im Schulalltag angekommen. Maskentragen und Abstandhalten gehören im zweiten Jahr in Folge noch immer dazu. © picture alliance/dpa

Fühlst du dich schlecht? Hast du Symptome wie Husten oder Schnupfen? Bist du fit? Diese Fragen müssen die Schülerinnen und Schüler der Bernard-Overberg-Realschule in König Ludwig bei der Gesundheitsabfrage regelmäßig beantworten. Nach den Sommerferien sind Schüler und Lehrer längst wieder im Corona-Alltag angekommen. Maskentragen, Desinfektion, Teststäbchen und Abstandhalten sind neben dem eigentlichen Unterricht noch immer an der Tagesordnung.

„Nur vier Kinder sind seit Schuljahresbeginn positiv getestet worden“, sagte Bernard-Overberg-Schulleiter Elmar Sudeick auf unsere Anfrage erleichtert. Zwei der positiv getesteten Schüler seien demnach Reiserückkehrer aus Ägypten gewesen. „Weil Ägypten zu dem Zeitpunkt als Risikogebiet galt, haben wir die Kinder vor Betreten des Schulgebäudes isoliert und getestet.“ Ein Schnelltest sei positiv ausgefallen. Genauso der spätere PCR-Test. „Weil es sich um Geschwister handelte, wurden beide sicherheitshalber nach Hause geschickt. Sie haben dann von zu Hause am Unterricht teilgenommen.“

Am Gymnasium Petrinum habe es laut Schulleiter Michael Rembiak „einige wenige Coronafälle“ gegeben. An der Gebrüder-Grimm-Grundschule waren es laut Konrektorin Martina Potts-Geister „eine gute Handvoll Coronafälle“, an der Grundschule Im Hinsberg habe es nach den Ferien keine gegeben.

Übrigens: Ob die Schüler gegen Corona geimpft sind, darf aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erfragt werden. Michael Rembiak, Petrinum, weiß aber: „In unserer Jahrgangsstufe 12 liegt die Impfquote bei nahezu 100 Prozent, in Klasse 8 bei etwa 33 Prozent. Wöchentlich werden es mehr.“

Gesundheit wichtiger als Unterrichtszeit

Montags, mittwochs und freitags steht der Schnelltest für Schüler weiterführender Schulen auf dem Stundenplan – so die aktuelle Vorgabe des Landes. Grundschüler müssen demnach nur zweimal wöchentlich ran – mit dem Lollitest. „Die Lollitests werden ins Labor geschickt und ausgewertet. Meistens erfahren wir am Abend, ob es positive Fälle gegeben hat. Bis wir erfahren, welcher Schüler betroffen ist, vergehen meistens zwei Tage. So lange muss die gesamte Klasse dann vorsorglich in Quarantäne bleiben“, sagt Martina Potts-Geister für die Gebrüder-Grimm-Grundschule. Elmar Sudeick, Bernhard-Overberg-Realschule: „An den Testtagen gehen uns wertvolle 15 Minuten Übungs- und Lernzeit verloren. Das Land NRW hat bis heute keine Lösung oder Unterstützung für den ausfallenden Regelunterricht entwickelt. Gleichwohl hat das Testen für uns oberste Priorität, wenn wir dadurch Krankheitsbilder vermeiden können.“

Schreibgeschwindigkeit und Konzentration abgenommen

Priorität hat aber auch die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts. Schließlich lerne es sich in der Schule anders, oft besser als im Homeschooling. Darin sind sich die Schulleiter einig. Zum Teil seien bereits in den Ferien Defizite und Lernrückstände aufgefallen. 50 Jungen und Mädchen der Bernard-Overberg-Realschule hätten in den letzten zwei Sommerferienwochen an Extra-Schultagen teilgenommen. „Da haben wir bemerkt, dass die Konzentrationsfähigkeit und auch die Schreibgeschwindigkeit der Schüler abgenommen hat“, so Sudeick.

Also führte die Realschule nach den Ferien sogenannte Methodentage mit unterschiedlichen Schwerpunkten ein. Auch an der Grundschule Im Hinsberg hätten 40 Schüler an gesonderten Schultagen teilgenommen.

Am Gymnasium Petrinum hat man sich ausdrücklich dagegen entschieden. Rembiak: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Schüler die Ferien brauchten. Zur Erholung, aber auch, um soziale Aspekte, wie Treffen mit Freunden und der Familie nachzuholen. Nun konnte man auch wieder in den Urlaub fahren. Das sind Dinge, die nach der langwierigen heißen Corona-Phase auf der Strecke geblieben sind.“

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