Landgericht Bochum

„Letztes Wort“ im Marvin-Prozess: Angeklagter spricht von Scham

Im Prozess um den Fall Marvin hat sich der Angeklagte noch einmal kurz zu Wort gemeldet. In einer Woche wollen die Richter das Urteil verkünden – es geht um Haft und Sicherungsverwahrung.
Im Prozess um den Fall Marvin soll am 2. September das Urteil verkündet werden. © dpa

Knapp 15 Monate nach dem Prozessauftakt soll am 2. September um zwölf Uhr das Urteil im Fall Marvin verkündet werden. Wie bekannt wurde, hat Lars H. aus Grullbad am Donnerstag am Bochumer Landgericht offenbar in seinem ihm als Angeklagten zustehenden Schlusswort davon gesprochen, dass ihm das Geschehene leidtue – und er sich schäme.

Lars H. hatte zuletzt im Juni nach mehr als 40 Prozesstagen doch noch sein Schweigen gebrochen und vor der 8. Jugendschutzkammer am Bochumer Landgericht über seinen Verteidiger Markus Kluck sexuelle Kontakte zu Marvin eingeräumt. Außerdem hatte der 46-Jährige in einem Gerichtsvergleich Marvin eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 35.000 Euro zugesagt und sich verpflichtet, künftig monatlich mindestens 20 Euro von seinem Gefangenen-Taschengeld an den Teenager zu überweisen.

Die Staatsanwaltschaft hat für Lars H. Anfang Juli eine Haftstrafe von insgesamt elf Jahren, die Nebenklage anschließend sogar 15 Jahre Gefängnis plus Sicherungsverwahrung beantragt. Der heute 16-jährige Marvin hatte bei einer mehrtägigen Video-Zeugenvernehmung die Anklagevorwürfe – mehr als 400 sexuelle Übergriffe gegen Geld- und Zigarettenversprechen – bestätigt. Der Teenager war 2017 verschwunden und Ende 2019 am Rande einer Kinderporno-Razzia in der Wohnung von H. an der Hochstraße in Recklinghausen in einem Kleiderschrank entdeckt worden.

Der Abend in Datteln

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.