Neues Einkaufszentrum

„Die Leute dürfen sich freuen, es gibt etwas Gutes“

Die Projektentwickler des neuen Einkaufszentrums auf dem früheren „toom-Gelände“ gewähren einen Einblick in die Komplexität ihres Vorhabens. Das Wichtigste ist: Es geht im Grunde schon los.
Ein Gastro-Kubus wird den Parkplatz des neuen Einkaufszentrums veredeln. © Architekturbüro Scheffler

Von der Fertigstellung ist die ganze Angelegenheit noch ziemlich weit entfernt, doch die Tatsache, dass in der sogenannten Warmhalle des einstigen Gartenmarkts schon kräftig gewerkelt wird, ist mehr als ein Indiz dafür, dass das Bestreben mit Volldampf vorangetrieben wird. Dirk Froese und Thomas Waller haben sich die Zeit genommen, den Stand der Dinge ausführlich zu erläutern. Die beiden sind Prokuristen der Josef Esch Bau aus Troisdorf, die das Projekt von der Grundstückseigentümerin, der VC Verwaltungs GmbH & Co. Wohnungs KG aus Mülheim, übertragen bekommen hat.

„Zunächst einmal muss man bedenken, dass wir es hier mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu tun haben“, erklärt Dirk Froese, „da gibt es bestimmte formaljuristische Bedingungen zu erfüllen.“ Vereinfacht gesagt: In dieser Sonderform des Bebauungsplans müssen Planung und Realität quasi identisch sein. Das bedeutet, dass man schon im Vorfeld jeden Kundenwunsch berücksichtigen muss, weil spätere Änderungen erst einmal nicht vorgesehen sind.

Lidl musste erst überzeugt werden

Zunächst einmal mussten die Projektentwickler den Lidl-Konzern mit ins Boot holen, der ja eigentlich in unmittelbarer Nachbarschaft bereits einen funktionierenden Markt betreibt. Doch letztlich setzte sich auch dort die Erkenntnis durch, dass man mithilfe von Synergieeffekten auf dem neuen Einkaufsareal noch mehr Umsatz erzielen könnte. Und damit sich am

noch aktuellen Standort an der Berghäuser Straße nicht unliebsame Konkurrenz ansiedelt, wird dort künftig nur noch Gewerbe, aber kein Einzelhandel zugelassen.

Für Komplikationen sorgte auch das Problemkind Adler. Das Modeunternehmen hat unlängst Insolvenz angemeldet, und das ließ alle Alarmglocken schrillen. Doch der Insolvenzverwalter hat schnell grünes Licht gegeben, was wohl auch den Rückschluss zulässt, dass Adler in Recklinghausen stets gut funktioniert hat. Die Besonderheit: Adler hatte geplant, den Verkauf während der Bauphase nicht einzustellen, was den Projektentwicklern logistische Klimmzüge abverlangt. Und so baut man gerade die eingangs erwähnte Warmhalle des ehemaligen Gartenmarktes um, um Adler dort in der ersten Bauphase unterzubringen. Nicht ohne von dem Unternehmen einen finanziellen Zuschuss zu verlangen und nicht ohne ganz andere Probleme: „Da sind alle Kupferteile gestohlen worden“, so Froese.

Immerhin gibt es für diese Umbaumaßnahme bereits eine Genehmigung, für alle weiteren Abbrüche und Neubauten müssen erst noch Anträge gestellt werden. Spezielle Probleme bei der Entsorgung des Altmaterials erwartet man nicht: „Wir haben Probebohrungen gemacht, da war alles unauffällig. Aber genau weiß man das vorher nie“, so Thomas Walter. Nur zu gerne würde man noch in diesem Jahr den Bauzaun aufstellen, doch es ist unklar, ob das klappt. Verlässlich sei laut Dirk Froese jedoch: „Die Leute sollen sich freuen, es gibt etwas Gutes.“

Harte Verhandlungen für mehr Stellplätze

Sicher war immer, dass man den Kunden wesentlich mehr und auch breitere Stellplätze bieten wollte, als der Gesetzgeber es verlangt. Deswegen wollte man den Platz zur Autobahn hin nutzen, doch es gibt die Regel, dass 40 Meter rechts und links von Autobahnen nicht neu gebaut werden darf. Nach hartnäckigen Verhandlungen war letztlich klar: Stellplätze gehen, mehr aber nicht.

Froese und Walter bestätigen, dass 14.700 m² Verkaufsfläche entstehen sollen, aber man dürfe nicht vergessen, dass inklusive Sozial-, Heizungs- und anderen Räumen 20.000 m² umbaut werden. Und insgesamt sei ein Grundstück von 47.000 m² zu gestalten. Ein großes Vorhaben, das seinen Preis hat: Über Geld spricht man auch in Projektentwicklerkreisen nicht, aber es verdichten sich die Gerüchte, dass eine Schätzung von 30 Millionen Euro als Investitionsvolumen recht realistisch ist.

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