Rüdiger Sander arbeitet an seinem zweiten Buch

Autor sucht historische Aufnahmen aus Suderwich

Zwei Jahre hat Rüdiger Sander recherchiert. Sein zweites Buch über die Geschichte Suderwichs steht kurz vor der Fertigstellung. Es gibt aber noch Lücken. Er hofft auf Hilfe von Bürgern.
Rüdiger Sander arbeitet an einem neuen Buch über Suderwich. © Oliver Kleine

Rüdiger Sander interessiert sich sehr für Recklinghäuser Stadtgeschichte. Der Suderwicher besitzt nicht nur eine Sammlung von sage und schreibe 5500 historischen Postkarten aus Recklinghausen. 2019 hat Sander sein erstes Buch im Eigenverlag veröffentlicht. Fünf Jahre hat er an „Suderwich, Essel und Berghausen‘s wahre Kommunikationsorte“ gearbeitet.

Vom Dorf zum Industriestandort

Die notwendige jahrelange Materialsuche in Archiven hat ihn nicht abgeschreckt. Im Gegenteil. Auch die letzten beiden Jahre hat der 64-Jährige ungezählte Stunden im Stadtarchiv, in privaten Archiven oder bei Suderwicher Bürgern verbracht, um historische Dokumente und Informationen zu sammeln.

„Suderwich verändert sein Gesicht“ ist der Titel des neuen Werks.

Blick auf die Beamten-Häuser auf der Suderwicher Straße um 1905, im Hintergrund die Zeche König Ludwig 4/5. © K_V © K_V

Auf rund 300 Seiten zeigt Rüdiger Sander, wie sich Suderwich im Laufe von Jahrhunderten verändert hat. Er beginnt mit dem dörflichen Charakter in der vorindustriellen Zeit des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1900 setzte mit dem Abteufen des Schachtes König Ludwig 4/5 ein starker Wandel ein. Wenige Jahre später entstanden die ersten Zechenkolonien und etliche neue Straßen.

Straßen- und Eisenbahn hielten in Suderwich

Bald fuhr auch die Straßenbahn nach Suderwich. Das ehemalige Dorf erhielt einen eigenen Bahnhof, der Suderwich mit der Welt verband. Viele weitere Neubausiedlungen kamen seither dazu. „Die Ausdehnung ist mittlerweile enorm im Vergleich zum Dorfkern“, sagt Rüdiger Sander. Allerdings wurden einige Errungenschaften der Vergangenheit inzwischen wieder zurückgebaut. Die Zeche wurde geschlossen, die Straßenbahn fährt nicht mehr und auch der Bahnhof ist längst Geschichte.

Der Kreuzungsbereich Suderwichstraße/Ehlingstraße im Jahr 1952. Links die Gaststätte Schwarz (später „Mondgrotte“). Rechts im Schatten der Alleebäume die Straßenbahn der Linie 3. © K_V © K_V

Aber in Sanders Band gibt es ihn ebenso zu sehen wie jede Menge weiterer historischer Bilder, Landkarten und Zeitungsartikel aus mehreren Jahrzehnten. „Das Buch ist zu 95 Prozent fertig“, erklärt Sander. Einige Fotos hat er aber auch nach zweijähriger Suche noch nicht entdeckt und hofft nun auf Mithilfe Suderwicher Bürger. „Vielleicht finden sich ja in dem einen oder anderen alten Fotoalbum noch solche Aufnahmen.“

Sanders sucht Bilder aus privaten Fotoalben

Gesucht werden Fotos von der Straßenbahn, die durch Suderwich fährt. Vom Kriegsgefangenenlager, in dem nach dem Krieg die Flüchtlinge untergebracht waren. Von den alten, noch vor dem Krieg geschlossenen Sportanlagen, wie an der Merveldtstraße oder der Brandheide. Und ganz allgemein von Häusern, die es nicht mehr gibt. Es seien ja beispielsweise viele Bauernhöfe abgerissen worden.

„Wenn jemand solche Fotos aus alten Alben vom Speicher zu Tage fördert, dass wäre super.“ Rüdiger Sander wird das fertige Buch über Internet-Verkaufsportale anbieten. Auch in Suderwich soll es an einigen Stellen angeboten werden.

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