Tour durch den Lipperaum

Auf den Spuren des Malers Clemens Wolter

Eine abwechslungsreiche Reise zu den „Schaffensorten“ des Malers Clemens Wolter unternahmen 50 Teilnehmer einer Bustour in den Lipperaum. Sie erlebten viel Natur und manches mehr.
50 Wanderer wandelten auf den Spuren von Heimatmaler Clemens Wolters. © Ulrich Nickel

Eine Gruppe von fast fünfzig Wanderern marschiert die Haselohstraße in Essel entlang, erreicht das Lohwäldchen, als plötzlich eine Frau im weißen Gewand hinter der großen Rotbuche hervorspringt. Nach dem ersten Schrecken tragen alle Beteiligten das Geschehen mit Humor, ist es doch Teil der Sage über die weiße Frau, die im Lohwäldchen ihr Unwesen trieb.

Die weiße Frau, die nach der Sage ihr Unwesen im Lohwäldchen trieb, erschien eigens für die Teilnehmer der Tour. © Ulrich Nickel © Ulrich Nickel

Mechthild Tenthoff schlüpfte in die Rolle dieser Figur und war von Dr. Werner Koppe engagiert worden, um der Bustour durch den Lipperaum, die die „Schaffensorte“ des Malers Clemens Wolter aufspürte, einen zusätzlichen Stempel aufzudrücken. Der Künstler scheint der Frau im Lohwäldchen begegnet zu sein, wenn man den Inhalten der Sage Glauben schenkt.

Werke des Malers wurden an den Originalplätzen präsentiert. © Ulrich Nickel © Ulrich Nickel

Die Teilnehmer wandelten auf den Spuren des Regionalkünstlers, der im Stile alter Meister Landschaftsszenen in der für ihn typischen Art in Szene setzt. Dr. Werner Koppe präsentierte das im Jahr 1897 entstandene Werk „Esseler Loh“. Die Teilnehmenden konnten gute Vergleiche zwischen damaligen Eindrücken des Malers und den heutigen Strukturen im Lohwäldchen anstellen. „Ich glaube, manche Bäume sind noch vorhanden“, gibt eine Dame ihre Sicht bekannt. Ob ein Großteil der älteren Bäume bereits vor über 120 Jahren dort wuchs, vermag keiner der Anwesenden sicher zu beurteilen.

Bilder spiegeln die Verbundenheit zur Heimat wider

Das Werk vermittelt eine Melancholie, die bei entsprechenden Lichtverhältnissen und treffender Sonneneinstrahlung der Landschaft die Stimmung verleiht, die Wolter damals erlebte. Seine Sujets spiegeln die liebliche Verbundenheit zu seiner Heimat wider und neigen zu impressionistischen Darstellungsformen. Ein Hang zur Romantik ist auch erkennbar.

Nachdem Stadtführer Arno Straßmann die Sage von der Glocke im Loh gestreift hatte, ging es für die Gruppe weiter nach Hamm-Bossendorf, nach Flaesheim, in die Westruper Heide und nach Lippramsdorf, um den Lebens- und Arbeitsstationen des Malers nachzuspüren.

Ein gemeinsames Mittagessen auf dem Hof Belhustedde beendete die Reise zu den künstlerischen Orten eines Malers, dessen Besonderheiten immer häufiger in das öffentliche Bewusstsein gelangen.

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