Enkeltrick

Zwei Mal Enkeltrick-Betrugsversuch in Olfen – Seniorin unter Dauerdruck

Betrüger versuchen immer wieder, Menschen mit Schockanrufen um ihr Geld zu bringen. Gleich zwei Mal in Olfen an einem Tag.
Gleich zwei Mal versuchten Betrüger Olfener telefonisch um ihr Geld zu bringen (Symbolfoto). © picture alliance/dpa

Gleich zwei Anzeigen erstatteten Olfener Bürger, die am Montag, 25. April, am Mittag einen Anruf von Betrügern erhalten hatten. Das teilt die Pressestelle der für Olfen zuständigen Kreispolizeibehörde Coesfeld mit.

In einem Fall durchschaute die angerufene Seniorin den Betrugsversuch und beendete das Gespräch, bevor es zu weiteren Forderungen kam.

Im zweiten Fall erhielt eine 76-jährige Olfenerin einen Anruf von ihrem angeblichen Enkel, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Der Anrufer gab demnach an, dass seine Mutter einen tödlichen Unfall verursacht hätte. Anschließend meldete sich eine angebliche Frau Zimmermann von der Polizei Gelsenkirchen. Sie gab an, dass eine Kaution fällig wäre, um die Untersuchungshaft aufzuheben. Diese Kaution müsse innerhalb von 1,5 Stunden in bar und im Beisein eines Staatsanwalts eingezahlt werden.

Einen weiteren Anruf erhielt die Olfenerin auf ihrem Handy, die Nummer war zuvor im Telefonat erfragt worden. Auf dem Handy, wo das Gespräch von ihrem Mann geführt wurde, erhielt das Ehepaar weitere Anweisungen. Gemeinsam fuhren sie zur Bank und holten dort den geforderten Geldbetrag ab. Auf Nachfrage einer Angestellten, ob das Geld für einen Enkeltrickbetrug benötigt werde, gingen die beiden Senioren nicht ein.

Während der ganzen Zeit blieb der Kontakt über das Handy zu den Betrügern bestehen. Als das Ehepaar nachhause kam, war dort glücklicherweise ihre Tochter wohlbehalten an der Anschrift und die Senioren beendeten das Gespräch, ohne dass es zu einer Übergabe des Geldes kam.

Unmittelbar später meldeten sich die Betrüger erneut auf dem Handy. Dieses Gespräch nahm der ebenfalls anwesende Sohn an. Als die Betrüger dies bemerkten beendeten sie das Gespräch und der Kontakt brach ab.

Misstrauisch sein

Diese Tipps hat die Polizei gegen den Enkeltrick:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Verdächtiger Anruf? 110 wählen!

Was tun, wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen fordert? „Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen“, rät die Polizei. „Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen. Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.“


Betrugsdelikte haben 2021 im Kreis Coesfeld um 12,68 Prozent zugenommen, berichtet die Polizei. Die Zahl der Fälle stieg von 1419 Delikten im Jahr 2020 auf 1599 im Jahr 2021. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von 66,38 Prozent (im Jahr 2020) auf 61,54 Prozent (2021).

Die Polizei auch im Kreis Coesfeld habe mit Betrugsmaschen wie eben dem Enkeltrick zu tun, die im Polizistendeutsch als „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen mit überregional handelnden Tätern“ bezeichnet werden. Allerdings mit sinkenden Zahlen in diesem speziellen Deliktsfeld. Betroffen seien in der Regel Menschen ab 60 Jahren. „Die Täter handeln überregional in einer Bande und werden gesteuert“, berichtet der Kriminaloberrat. Sie arbeiten gewerbsmäßig, seien geschult, setzten die älteren Menschen mit psychologischen Kniffs unter Druck.

2021 kamen bei 29 vollendeten Betrugsdelikten dieser Art 242.834 Euro an Beute zusammen.

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