Manuscriptum-Verlag

Thomas Hoof: „Ich habe seit längerem keinen politischen Standort“

Der DGB plant am Donnerstag (7.) eine „Mahnwache gegen Rechts“ vor dem Gebäude des Verlages Manuscriptum, der schon im Vorfeld eine juristische Drohkulisse aufbaut und mit Rechtsmitteln droht.
Die Thomas-Hoof-Gruppe hat in Lüdinghausen im Gewerbegebiet eine Lagerhalle. Dazu hat der Verlag einen zweiten Standort in der Stadt. © Aschwer

Der Deutsche Gewerkschaftsbund im Münsterland und im Kreis Coesfeld hat sich bei der Ankündigung einer dritten Mahnwache eindeutig gegenüber dem Verlag Manuscriptum in Lüdinghausen und dem Verleger Thomas Hoof geäußert. Wir haben deshalb schriftlich Thomas Hoof zehn Fragen gestellt. Von ihm persönlich haben wir keine Antwort bekommen, jedoch Antworten von der Kanzlei Höcker Rechtsanwälte, Köln.

In einem ersten Schreiben am Freitag (1.10.) weisen Dr. Carsten Brennecke und Dr. Nikolaus Stock (beide Rechtsanwälte) darauf hin, dass die Kanzlei die Thomas-Hoof-Gruppe presserechtlich berät und vertritt. Gleichzeitig fordert die Kanzlei dazu auf, „presserechtliche Anfragen an unsere Mandantschaft in Zukunft ausschließlich an uns zu richten“. Zudem kündigt die Kanzlei für Montag (4.10.) eine Beantwortung der Fragen an.

In diesem zweiten Schreiben vom Montag betonen die Rechtsanwälte zunächst, dass bei der geplanten Berichterstattung „die Grundsätze der Verdachtsberichterstattung anzuwenden sind“. Dies bedeute insbesondere, dass die „Stellungnahmen unserer Mandantschaft vollständig und ungekürzt abzudrucken sind“. Von dieser Forderung nehmen wir Abstand – dies auch vor dem Hintergrund, dass verschiedene Fragen zusammengezogen und insgesamt beantwortet wurden. Andere Fragen wurden nicht im Detail beantwortet wie beispielsweise:

  • Wie beurteilen Sie Ihren Kontakt zur Stadt Lüdinghausen, zum Bürgermeister und zum Stadtrat?
  • Fühlen Sie sich in der Stadt wohl?
  • Sie sind gebürtiger Olfener, welchen Kontakte haben Sie zur Stadt oder zu handelnden Personen?

Allgemein heißt es in der Antwort der Rechtsanwälte: „Ich bin geborener Münsterländer, Olfen, richtig und liebe den Landstrich, seine Landschaft, seine Menschen und deren Sprachklang. Nur zwischen August und Oktober, wenn sich hier die Maiswände hochtürmen, fliehe ich gerne mal ins Wendland an der niedersächsischen Elbe, eine Art evangelisches Münsterland, damit leider ohne Glockenklang, aber eben auch fast ohne Maiswüsten.“

Auf die drei Fragen nach dem inhaltlichen Schwerpunkt des Verlages, den Kontakten gegenüber bekannten Afd-Politikern (ausschließlich geschäftlich oder auch persönlich nahestehend?) und der eigenen politischen Einordnung gibt es eine Antwort:

„Ich habe seit längerem keinen politischen Standort, erst recht keinen ,unverrückbaren‘. Dies gilt auch für die Ausrichtung meines Verlages, der ausdrücklich kein AfD-Verlag ist. Von unseren AfD-nahen Autoren kenne ich nur Michael Klonovsky persönlich. Wir verlegen vielmehr ein sehr diverses Autoren-Programm (…). Ich würde gerne auch linken Widerspruch publizieren. Sahra Wagenknecht wäre mir beispielsweise eine willkommene Autorin. Da unser Verlagsprogramm dem Prinzip von Streben und Widerstreben zwischen Kräften und Gegenkraft dient, empfinde ich es als einen Dienst an der Meinungsfreiheit und somit an der Demokratie. Dass wir die immer enger gezogenen Diskursgrenzen dabei nicht beachten, liegt in der Natur der Sache.“

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass Sie mit Ihrer Postwurfsendung kurz vor der Wahl politischen Einfluss nehmen wollten, so eine weitere Frage: Dazu heißt es in dem Schreiben der Rechtsanwälte: „Die Hauswurfsendung war eine Reaktion auf die im August noch einmal gesteigerten Angriffe der SPD- und DGB-Genossen auf mich und mein Unternehmen. Eine politische Einflussnahme, die über das Recht zur freien Meinungsäußerung hinausgeht, war dabei nicht beabsichtigt. Interessant waren die dünnhäutigen Reaktionen aus den Reihen von SPD und DGB vergleichsweise milden Spott, wo sie doch selbst mit Beleidigungen wie ,Nazi‘, ,Faschist‘ und ,Fascho‘ so ,großzügig‘ in meine Richtung werfen wie die Olfener Karnevalisten mit ihrer Kamelle.“

Auf die Frage „Einer Stellenanzeige ist zu entnehmen, dass Sie auch eine gemeinnützige Stiftung planen – welche Ziele wollen Sie damit erreichen?“ heißt es kurz und knapp: „Es wird eine Stiftung zur Förderung von Natur- und Kulturschutz sein.“

Die Frage „Ebenfalls ist der Stellenanzeige zu entnehmen, dass Ihr Verlag ,die immer enger gezogenen Diskursgrenzen ausdrücklich nicht beachtet‘ – was sind Ihre Gründe?“ bleibt hingegen unbeantwortet. Allerdings fordern die Rechtsanwälte dazu auf, die „Stellungnahmen vollständig und sinngemäß wiederzugeben“.

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