Modellregion

Coronakrise: Kreis Coesfeld zieht erste Bilanz zum Start als Modellregion

Der Kreis Coesfeld ist in der Coronapandemie zur Modellregion geworden, um zu testen, wie die Infektionsketten ohne ganz strenge Restriktionen zu brechen sind. Wie läuft‘s?
Bilder wie dieses hat man lange nicht mehr im Klutenseebad gesehen. Jetzt darf es wieder öffnen. Unter strengen Hygienebedingungen im Rahmen der Modellregion Kreis Coesfeld. © Redaktion

Vielen Bewerbern machte die Corona-Pandemie kurz vor dem Start als Modellregion einen Strich durch die Rechnung. Der Kreis Coesfeld hatte nach eigenem Bekunden den Inzidenzwert fest im Blick, hingen davon doch die geplanten Lockerungen und neuen Angebote ab: Glücklicherweise blieb dieser zu Projektbeginn unter 100 und hat auch weiter deutlich abgenommen.

„So konnten die ersten Modellprojekte starten, die auf große Resonanz bei den Bürgerinnen und Bürgern stießen“, sagt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. In Coesfeld und Billerbeck begann die Freibadsaison, in Lüdinghausen nahm das Klutensee-Bad mit dem Schwimmbad den Betrieb auf. Und auch das erste Open-Air-Konzert auf Burg Vischering stand an, zwei weitere folgen.

Hubertus Messing von der Stadt Billerbeck freut sich sehr über die große Resonanz zum Auftakt der Freibadsaison: „Schon am ersten Tag zogen gut 350 Gäste, davon überwiegend Sportschwimmer im Neoprenanzug, ihre Bahnen. Einen Tag später, am sonnigen Muttertag, lockte es viele Familien mit Kindern auf die Liegewiesen.“ Rund 1000 Wasserbegeisterte verzeichnete die Statistik am Wochenende insgesamt.

„Viele glückliche Gesichter“

Eine durchweg positive Bilanz zieht auch das CoeBad in Coesfeld, das am vergangenen Montag den Betrieb aufnahm. „Das CoeBad ist gut besucht und wir schauen in viele glückliche Gesichter“, erklärt Antje Evers, Sprecherin der Stadtwerke Coesfeld. Vorab können hier die Schwimmerinnen und Schwimmer über die Homepage des CoeBades online ein Zeitfenster buchen. „So kontrollieren wir den maximal möglichen Zugang zu unserem Freibad“, führt Evers aus.

Mit dem Hygiene- und Abstandskonzept hätten sich die Badegäste dabei gut angefreundet. „Unser Team hat mit Hilfe von Schwimmleinen große Kreisverkehre eingerichtet, um Begegnungen im Wasser möglichst zu vermeiden“, betont Evers. „Die Gesundheit unserer Gäste hat für uns oberste Priorität.“

Überwältigt von der Nachfrage

Zeitgleich mit dem CoeBad eröffnete am vergangenen Montag das Klutensee-Bad in Lüdinghausen – das einzige Hallenbad, das im Rahmen des Modellprojektes öffnet. „Binnen weniger Stunden sind die zweistündigen Zeitfenster, die täglich online gekauft werden können, ausgebucht“, ist Manuela Dalhaus, Leiterin des Bades, überwältigt von der Nachfrage. Das Online-Ticket ist nicht nur Eintrittskarte, sondern übernimmt auch die Funktion für die Kontaktnachverfolgen. Die dazu notwendigen Daten werden beim Einchecken ins Schwimmbad direkt gespeichert und nach spätestens vier Wochen wieder gelöscht. „Beim Badevergnügen läuft alles sehr diszipliniert ab“, lobt Dalhaus das Verhalten der Gäste, die sich im Mehrzweck-, Nichtschwimmer- oder Kleinkindbecken aufhalten dürfen.

Der Zugang zu den Freibädern ist, wie auch zu allen übrigen Modellprojekten, nur mit einem negativen Corona-Test möglich. Gleiches galt auch bei der Auftaktveranstaltung der neuen Konzertreihe „MaiKlang“ auf Burg Vischering. „Auch der Impfausweis, der eine vollständige, mindestens 14 Tage zurückliegende Corona-Schutzimpfung belegt, ist ein Türöffner“, klärt Kreis-Kulturreferentin Swenja Janning auf. Außerdem muss die Teilnahme schriftlich dokumentiert werden, was elektronisch erfolgt – auch um Recherchen zur Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen. Beim Betreten des Burghofs können sich die Gäste mit dem Smartphone einloggen. Nur in wenigen Ausnahmefällen sind handschriftliche Eintragungen in eine entsprechende Liste notwendig.

Ein Schwerpunktthema der Modellregion sind dabei die psychischen und physischen Auswirkungen solcher Angebote auf den Menschen. Dazu hat der Kreis Coesfeld eine Arbeitsgruppe der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit einer webbasierten Befragung der Teilnehmenden beauftragt.

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