Hochwasserschutz

An der Lippe bei Olfen ist eine echte Kinderstube entstanden

Was der Lippeverband gerade an der Lippe macht, dient mehreren Zwecken. Die den Menschen und Tieren zugute kommen.
Innerhalb der Flutmulde sind gut die extra angelegten Tümpel zu erkennen. Hier sollen künftig Graureiher, Störche oder Flussregenpfeifer Brut- und Rastplätze sowie ein vielfältiges Nahrungsangebot finden. Rechts zu sehen die „Alte Fahrt“, die über die Lippe führt.
Innerhalb der Flutmulde sind gut die extra angelegten Tümpel zu erkennen. Hier sollen künftig Graureiher, Störche oder Flussregenpfeifer Brut- und Rastplätze sowie ein vielfältiges Nahrungsangebot finden. Rechts zu sehen die "Alte Fahrt", die über die Lippe führt. © Jörg Saborowksi/EGLV

Verbesserter Hochwasserschutz und mehr Raum für Artenvielfalt an der Lippe. Das waren die Ziele, die der Lippeverband mit Arbeiten an der sogenannten Flutmulde bei Datteln und Olfen erreichen wollte. Im Rahmen des Programms „Lebendige Lippe“ hat der Lippeverband zwischen der Kläranlage Dattelner Mühlenbach und der „Alten Fahrt“ des Dortmund-Ems-Kanals eine Flutmulde ausgehoben. In den Geländevertiefungen kann sich bei Flut das Wasser schadlos einstauen. Außerdem dient die neue Mulde als Lebensraum für Tierarten, die gerne an stehenden Gewässern in Flussnähe leben.

Das teilt der Lippeverband mit. Mit den Arbeiten zur neuen Flutmulde hatte der Lippeverband im November des vergangenen Jahres begonnen – nun ist die Maßnahme abgeschlossen. Insgesamt wurden mehr als 20.000 Kubikmeter Boden neben der Brücke der „Alten Fahrt“ ausgehoben, um eine Geländesenkung in Ufernähe zu schaffen, heißt es von Seiten des Unternehmens. In Zukunft könne das Flusswasser dort bei hohen Wasserständen einströmen und bei sinkendem Wasserstand nach und nach wieder aus der Mulde abfließen.

Vielfältiges Nahrungsangebot

Doch die Flutmulde dient nicht nur dem Hochwasserschutz: Fische nutzen Senken als Kinderstube und zur Nahrungssuche. Andere Tierarten sollen durch extra angelegte kleine Tümpel, in denen das Wasser längere Zeit stehen bleibt, angelockt werden: Graureiher, Störche oder Flussregenpfeifer finden dort bald ein vielfältiges Nahrungsangebot, aber auch Brut- und Rastplätze.

Was ist eine Flutmulde?

  • Flutmulden sind Senken im Gelände, die die Strömungsrichtung bei Überflutungen nachzeichnen.
  • Das Wasser kann hier länger als in der übrigen Aue verweilen.
  • Im Gegensatz zu den Stillgewässern haben Flutmulden eine geringere Wassertiefe und trocknen daher vor allem bei hohen Temperaturen teils vollständig aus.
  • Durch trockene, nasse und schlammige Bereiche ergibt sich ein strukturreicher Lebensraum für Amphibien und viele Vogelarten.

An Brutstätten mangelt es an begradigten Flüssen häufig, erklärt der Lippeverband. Künstliche Uferbefestigungen durch Steinschüttungen verhindern, dass Höhlenbrüter wie der Eisvogel oder die Uferschwalbe ihre Brutstätten in natürlich vorkommende erdige Uferkanten bauen können. Darum hat der Lippeverband die Böschung entlang der Flutmulde so gestaltet, dass sie ausreichend viel Platz für Bauten bietet. In das Projekt investiert der sondergesetzliche Wasserwirtschaftsverband rund 600.000 Euro, die das Land NRW über das Programm Lebendige Lippe zur Verfügung stellt.

Im Jahr 2018 hat der Lippeverband bereits im Rahmen des Programms „Lebendige Lippe“ den Mündungsbereich des Dattelner Mühlenbachs ökologisch verbessert. Auch das Ufer der Lippe wurde renaturiert, damit Tiere eine vielfältige Lebensgrundlage am Gewässer finden.

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