Wahlbeteiligung: 73,95 %

Wenn 136 Stimmen nicht zählen – ein Rückblick auf die Bundestagswahl

Schafft es die SPD nun endgültig aus ihrem Tief? Wo haben die Bürgerinnen und Bürger am fleißigsten abgestimmt? Ein Rückblick auf die Bundestagswahl in Oer-Erkenschwick.
© dpa

Wurde die SPD bei den letzten Wahlen sozusagen von den Wählern noch abgewatscht, zeigt sich auch beim Blick auf die Oer-Erkenschwicker Ergebnisse zur Bundestagswahl: Die SPD scheint zurück zu sein, die Stadt macht ihrem Ruf als ehemalige SPD-Hochburg wieder alle Ehre. Ob sich die Stimbergstadt wieder verlässlich zur SPD-Hochburg entwickelt, das wird dann wohl erst die Landtagswahl im Mai 2022 wirklich zeigen können.

Bei der Zweitstimme gab es 37,7 Prozent für die SPD, 22,63 Prozent setzten hier ihr Kreuzchen für die CDU. Und obwohl Klimaschutz auch in der Stimbergstadt in aller Munde zu sein scheint, die Grünen landeten bei 10,9 % – dicht gefolgt von der AfD, die mit 9,86 Prozent viertstärkste Partei in Oer-Erkenschwick wurde.

Das gleiche Bild zeichnet sich auch bei der Erststimme ab: Brian Nickholz liegt mit 38,2 % deutlich vor Lars Ehm (CDU) mit 28,6 %. Während Robin Conrad von den Grünen sich mit 10,7 Prozent noch die „Drittplatzierung“ sichern konnte, rückte ihm aber auch hier AfD-Kandidat Bernard Keber mit 9,8 % sehr nahe.

Höchste Wahlbeteiligung in der Honermannsiedlung

Die höchste Wahlbeteiligung in einem Wahllokal im Stadtgebiet verzeichnete der Wahlbezirk 3.2 (RW-Heim) mit 53,8 %, die niedrigste der IGBCE-Jugendtreff (12.0) mit 30,3. Und hier lohnt sich auch ein Blick auf die Wahlergebnisse: Während Lars Ehm (CDU) hier 16,9 % der Stimmen holt, schafft es SPD-Kandidat Nickholz auf 41,8 % – aber eben auch AfD-Kandidat Keber auf 17,9 %. Er schneidet hier somit noch besser ab, als der CDU-Konkurrent. Das spiegelt auch der Blick auf die Zweitstimmen-Ergebnisse wider: Während die SPD hier 41,5 % holt, schafft es die AfD mit 16,3 % noch vor die CDU (14,1 %).

Ihr stärkstes Wahlergebnis holt die CDU im Wahlbezirk 3.2 (Rot-Weiß Vereinsheim) mit 36,5 %, das schwächste im Wahlbezirk 5.0 (Christus König) mit 12,9 %. Ebenfalls im Wahlbezirk 3.2 holt die SPD ihr schwächstes Wahlergebnis – es reicht nur für 22,8 %. Stärkste Partei wird die SPD hingegen im Wahlbezirk 13.0 (Johannes-Busch-Haus). Hier holt sie 41,8 %.

Während es „Die Linke“ in nur wenigen Wahlbezirken über fünf Prozent schaffte, zeigt sich zusammenfassend aber auch: Mit Ausreißern nach oben und unten erreichten Grüne, FDP und AfD oftmals Werte um die zehn Prozent. In Oer-Erkenschwick waren 21.488 Bürgerinnen und Bürger zur Bundestagswahl berechtigt, 15.891 nahmen von ihrem Recht gebraucht – damit lag die Wahlbeteiligung bei 73,95 %. Und noch eine Zahl am Rande: 136 Stimmen mussten als ungültig gewertet werden.

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