Schul-Hochbaumaßnahmen

Viele Baustellen liegen auf Eis – das sind die Gründe

Die Corona-Krise hat sich zur Baukrise ausgeweitet. Frühestens zwei Jahre nach dem Abriss wird wohl erst mit dem Neubau einer Zweifeld-Turnhalle für die Paul-Gerhardt-Schule begonnen.
Die Paul-Gerhardt-Turnhalle wurde schon im Januar 2020 abgerissen. Der Neubau lässt seitdem auf sich warten. © Jochen Boerger (Archiv)

Im Januar 2020 machte der Abrissbagger der maroden Turnhalle der Paul-Gerhardt-Schule (PGS) ein Ende. Der Neubau einer Zweifeld-Turnhalle lässt auf sich warten. Eigentlich sollte er im Frühjahr 2021 beginnen. Doch die Corona-Krise hat sich inzwischen auch zu einer Baukrise entwickelt.

„Entweder noch Ende dieses Jahres, möglicherweise auch erst im Frühjahr 2022 geht es los mit dem Neubau“, kündigte Bauingenieur Oliver Föllmer vom Hochbauamt der Stadt jetzt an. Dabei steht das Geld längst bereit. Rund 3,2 Mio. Euro, größtenteils aus Finanzmitteln des Kommunalinvestitionsgesetzes und aus dem Programm „Gute Schule 2020“, sollen in den Bau einer neuen, moderneren Zweifeld-Sporthalle investiert werden.

Ob das Geld zwei Jahre später noch ausreicht, ist aber fraglich. „Schuld ist die Pandemie. Allein in den vergangenen sechs Monaten sind die Baukosten enorm gestiegen“, sagte Föllmer. Die Baufirmen haben volle Auftragsbücher, können sich die Arbeit aussuchen. Manche Unternehmen nehmen mehr Aufträge an, als sie stemmen können, und bedienen ihre Baustellen dann kleckerweise mit Handwerkern.

Auf manche Ausschreibungen kommen keine Angebote

Für die Stadt ist es schon schwierig, überhaupt eine Firma für die zahlreichen Neubau- und Unterhaltungsmaßnahmen an den Schulen zu bekommen. „Auf manche Ausschreibungen bekommen wir überhaupt keine Angebote, oder es bewirbt sich nur eine Firma“, erklärte Föllmer bei der Sitzung des Arbeitskreises Schule. Neben dem Handwerkermangel verzögerten in den vergangenen Monaten zudem noch Engpässe bei Baumaterialien die Vollendung laufender Projekte. Kürzlich musste auch das Junikum die Eröffnung des neuen „Stimbergzwerge“-Kindergartens verschieben. Der Grund auch hier: Notwendige Baustoffe werden nicht rechtzeitig geliefert.

Turnhalle ist nicht die einzige Baustelle, die auf Eis liegt

Die Turnhalle der Paul-Gerhardt-Schule ist zudem nicht die einzige Baustelle im Schulzentrum, die zurzeit liegenbleibt. Auch die Erweiterung der Paul-Gerhardt-Schule um sechs Klassenräume liegt auf Eis. Auf dem Gebäude des Stadtarchivs soll ein Erweiterungsbau mit zwei neuen Klassenräumen entstehen. Zudem ist dort dann ein Verbindungsgang zum Hauptgebäude vorgesehen. Im Schulbau selbst sollen ebenfalls noch vier weitere Klassenräume sowie neue Sanitäreinrichtungen errichtet werden. Das bessere Raumangebot ist aber nicht nur den stabilen Schülerzahlen geschuldet. Durch die gestiegene Anzahl an Differenzierungsunterricht in kleineren Gruppen sind zusätzliche Klassenzimmer in der Hauptschule unabdingbar. Allerdings erst frühestens Anfang 2022 rechnet Föllmer dort mit dem Baubeginn (2 Mio. Euro).

Viel Arbeit für Handwerker an Schulen in den Sommerferien

Immerhin ist inzwischen der Erweiterungsbau der Ewaldschule fertiggestellt. Über der Offenen Ganztagsschule wurden zwei zusätzliche Klassenräume errichtet, zudem das Lehrerzimmer aufgestockt. „Dort fehlt jetzt nur noch die Inneneinrichtung“, sagte Föllmer. Zudem will die Stadt die bevorstehenden Sommerferien nutzen, um auch an anderen Schulen dringende Sanierungsarbeiten durchzuführen.

Dringend reparaturbedürftig ist zum Beispiel das Dach der Realschul-Turnhalle. Die energetische Sanierung soll in den Sommerferien erfolgen. Kostenpunkt rund 140.000 Euro. In den Herbstferien soll dort der durch Wasserschäden in Mitleidenschaft gezogene Turnhallenboden saniert werden. Noch in den Sommerferien will die Stadt auch die Schülertoiletten der Albert-Schweitzer-Schule erweitern (55.000 Euro). Für die Herbstferien stehen unter anderem Ersatz und Sanierung von mangelhaften Klassenzimmertüren in der Paul-Gerhardt-Schule (15.000 Euro) und in der Christoph-Stöver-Realschule auf der Liste.

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