Corona-Pandemie

Tests für Bürgerinnen und Bürger – so ist die Lage in den Zentren

Die Bundesregierung hat es so beschlossen. Ab Mitte Oktober sind Corona-Schnelltests nicht mehr kostenfrei. Welche Folgen hat das für die Testzentren in Oer-Erkenschwick? Wir fragten nach.
Der Oer-Erkenschwicker Uwe Heubaum hat sich gerade im Testzentrum am Stimbergpark von Luisa Ridder (Mitte) testen lassen, Deren Kollegin Laura Dannenberg (l.) hilft bei der Aufnahme. © Martin Pyplatz

Ab 11. Oktober zahlt der Bund nicht mehr für die Schnelltests auf eine mögliche Corona-Infektion. Weil, so heißt es auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums, „mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann“. Der Steuerzahler soll so entlastet werden. Indirekt will die Bundesregierung hierdurch die Impfquote erhöhen. „Bis zum 31. Dezember 2021 können sich alle, die zum Zeitpunkt der Testung noch minderjährig sind, kostenlos testen lassen. Das Gleiche gilt auch für Schwangere“, heißt es aus Berlin.

Das DRK-Testzentrum ist auch weiterhin geöffnet

Gleichwohl stellt sich für die Betreiber der Testzentren spätestens ab Mitte Oktober die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Für den Leiter des Deutschen Roten Kreuzes, das im DRK-Haus an der Agnesstraße 5 ein Testzentrum betreibt, ist klar: „Wir machen auf jeden Fall weiter“, sagt Ralf Farwick auf Anfrage der Redaktion. „Wir sehen das als Service für die Bürgerinnen und Bürger in Oer-Erkenschwick. Daher wollen wir das Testzentrum weiterlaufen lassen.“ Der Andrang von Menschen, die sich testen lassen möchten, habe laut Ralf Farwick um rund ein Drittel abgenommen. Der DRK-Leiter erinnert sich noch gut an einen spektakulären Test-Termin vor einiger Zeit. „Da kam eine ganze Hochzeitsgesellschaft vorbei: 329 Personen. Keine von ihnen wurde positiv getestet. Die Hochzeit konnte also stattfinden“, schmunzelt Ralf Farwick rückblickend. Das Hochzeitspaar wollte auf Nummer sicher gehen, dass die Feier auch wirklich wie geplant über die Bühne gehen konnte. „Das Wetter war gut. Die Feier sollte deshalb draußen stattfinden. Falls das Wetter schlechter geworden wäre, hätten man drinnen feiern müssen“, erklärt Ralf Farwick. Ohne Schnelltest der Gäste wäre das nicht gegangen.

Das DRK-Testzentrum in Oer-Erkenschwick. © Martin Pyplatz © Martin Pyplatz

Bürgerinnen und Bürger kommen vor allem dann zum Testen, wenn das Zentrum im DRK-Haus öffnet. „Und kurz bevor wir schließen“, sagt Ralf Farwick. Nach den Worten des DRK-Leiters werden jetzt wieder mehr Personen positiv auf eine Corona-Infektion getestet. Ralf Farwick: „Sonst war das mal einer pro Woche.“ Der DRK-Leiter vermutet, dass es sich dabei um Reiserückkehrer aus dem Ausland handeln könnte.

Im DRK-Testzentrum nehmen am Vormittag zwei geschulte Mitarbeitende die Testungen vor. Am Nachmittag sind es drei. Gedanken will sich das DRK in Oer-Erkenschwick noch über die Öffnungszeiten machen, wenn am 11. Oktober die kostenfreien Bürgertests auslaufen und die Nachfrage dann vielleicht nachlassen sollte.

Schnelltest-Zentrum am Stimbergpark setzt Arbeit fort

„Wir werden auch über den 11. Oktober hinaus für die Bürgerinnen und Bürger da sein“, verspricht Christian Weidensee. Er betreibt das Schnelltest-Zentrum in den Räumen des Hotels Stimbergpark (Am Stimbergpark 78). Kosten und Nutzen deckten sich nach seinen Worten. Durch die neuen Regelungen ab Mitte Oktober wolle die Regierung aus seiner Sicht auch den „Zwang erhöhen, dass die Leute sich impfen lassen“. Die Test-Nachfrage ist jedoch nach wie vor da.

„Gerade an den Wochenenden sind wir stabil im dreistelligen Bereich“, sagt Christian Weidensee. 20 geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für die Menschen zur Verfügung, die sich auf eine Corona-Infektion testen lassen wollen. Insbesondere ältere Menschen kommen ins Testzentrum am Stimbergpark. Christian Weidensee: „Das geht ohne Termin, ohne App. Viele ältere Menschen haben kein Smartphone oder eine E-Mail-Adresse.“

Zulauf hat das Testzentrum zudem durch Besucher des benachbarten Maritimo-Freizeitbades. Bevor sie dort hingehen, ließen sich die Menschen noch schnell testen, weiß Christian Weidensee zu berichten.

Die Vergütung für tests

  • Seit 1. Juli gibt es eine Änderung bei der Vergütung für die sogenannten PoC-Tests.
  • Die Sachkosten sind auf 4,50 Euro gedeckelt worden. Leistungserbringer, die nicht Arzt oder Zahnarzt sind, erhalten ab 1. Juli pro Test ein Honorar von acht Euro statt. Ursprünglich waren es zwölf Euro.
  • Die Vergütung bei überwachten Antigen-Tests zur Eigenanwendung beträgt je Testung fünf Euro.
  • Kein Honorar gibt es, wenn die testenden Personen ehrenamtlich arbeiten, etwa in Obdachlosenunterkünften. Die Vergütung für SARS-CoV-2-PCR-Tests bleibt unverändert, ebenso das Honorar für ins Labor eingesandte Antigentests.
  • In Oer-Erkenschwicker Arztpraxen und der Greif-Apotheke kann man sich ebenfalls auf das Corona-Virus testen lassen.

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