Am Ewaldkreisel

Rohbau der neuen Polizeiwache fertig – so steht es um die Baustelle

Dass dieser Neubau fertiggestellt ist, darauf warten Bürger und Polizei gleichermaßen. Am Ewaldkreisel entsteht derzeit die neue Polizeiwache. Das ist der Stand der (Bau-)Dinge.
Am Ewaldkreisel entsteht gerade eine neue Polizeipräsenzwache. © Jörg Gutzeit

Bürger zeigten sich zuletzt besorgt, und meldeten sich in unserer Redaktion: Auf der Baustelle am Ewaldkreisel, wo derzeit die neue Polizeiwache gebaut wird, tue sich nichts. Kein Bauarbeiter sei zu sehen. Könne es sein, dass auch diese Baustelle – wie so viele andere – unter der Coronakrise leidet? Bekanntlich schlugen in den vergangenen Monaten viele Bauherren Alarm, dass Materialien nicht lieferbar seien – auch in Oer-Erkenschwick. Nur wenige Meter von der Polizei-Baustelle entfernt, entsteht der neue Kindergarten der Jugendeinrichtung „Junikum“, die wegen Baustoffmangels die Eröffnung zweimal verschieben musste. Droht dies nun auch der neuen Polizeipräsenzwache an diesem zentralen Standort?

Investor gibt eine klare Antwort

„Nein“, macht Architekt und Investor Jörn Hecker klar. Das gleichnamige Architekturbüro aus Velbert baut die Polizeiwache und vermietet sie dann langfristig an die Polizei. „Wir liegen voll im Zeitplan, und rechnen damit, dass der Bau noch in diesem, spätestens aber Anfang des nächsten Jahres, fertig sein wird“, erklärt Hecker weiter. Zwar habe es zwischenzeitlich kleinere Material-Engpässe gegeben, „die konnten wir aber anderweitig kompensieren“, sagt Hecker, der selbst regelmäßig wie auch Vertreter der Polizei auf der Baustelle vorbeischaut.

Der Rohbau sei bereits seit längerer Zeit fertig. Derzeit wird an der Fassade, aber vor allem am Innenausbau gearbeitet. Das sei auch der Grund, warum es vielleicht so erscheinen könne, auf der Baustelle sei niemand. Dabei sind die Handwerker fleißig, halt nur im Inneren des Gebäudes. Die Elektrik, aber auch der Trockenwandbau stehen derzeit an.

„Wir liegen im Zeitplan“, bestätigt auch Polizei-Pressesprecher Andreas Lesch. Hier rechne man mit einem Bezug des Gebäudes Anfang 2022. Sobald der Neubau der Polizei übergeben ist, baut diese noch ihre Technik ein, und möbliert die Wache. Zuständig ist dafür dann das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW. Vier bis sechs Wochen sind für diese Arbeiten veranschlagt.

Altes Dienstgebäude wurde Anforderungen nicht mehr gerecht

Mitte März führten Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen zusammen mit Bürgermeister Carsten Wewers und weiteren Gästen den ersten Spatenstich für den langersehnten Neubau einer Polizeipräsenzwache an der Stimbergstraße direkt am Ewaldkreisel durch.

Der Neubau war erforderlich geworden, weil das alte Dienstgebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne Polizei gerecht wurde. Insbesondere beim Raumbedarf und der technischen Anbindung. Mit dem neuen Dienstgebäude bieten sich optimalere Rahmenbedingungen für die dort eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten unter Leitung von Julia Huntermann. „Für mich war eine zentrale Anbindung im Stadtgebiet und damit ein bürgernaher Standort eine wichtige Voraussetzung bei der Umsetzung des Projektes. Mit der Unterstützung der Stadt haben wir dies realisieren können“, betonte Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen damals.

Keine rund um die Uhr besetzte Wache

Im neuen Dienstgebäude wird wie bisher am Rathausplatz der Bezirks- und Schwerpunktdienst untergebracht. Die Bezirksbeamten sind in den Städten wichtige Ansprechpartner für die Menschen im unmittelbaren Wohn- und Geschäftsbereich. Die neue Wache befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Neuen Mitte am Berliner Platz. Hier klagen Bürger immer wieder mal darüber, dass am helllichten Tag mehr oder minder offen sichtbar mit Drogen gehandelt wird.

Seit 2001 hat Oer-Erkenschwick keine rund um die Uhr besetzte Polizeiwache mehr. Seitdem gibt es in der Stadt eine Präsenzdienststelle mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Wie Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen am Rande des Spatenstichs für die neue Präsenzwache erklärte, gibt es seitens der Polizeibehörde keine Überlegungen, an der Situation etwas zu verändern.

Tonnenschwerer Umzug

  • Ende November 2020 erteilte die Stadt die Baugenehmigung für das Gebäude. Zuvor hatte der Stadtrat dem Verkauf der rund 850 m² großen Fläche am Ewald-Kreisels zugestimmt.
  • Bevor der Neubau aber entstehen konnte, war noch ein spektakulärer Umzug nötig: Ende Januar überführten Mitarbeiter des Schwertransportunternehmens Hövelmann aus Dinslaken die 6,5 Meter breite Seilscheibe vom Ewaldkreisel zum Maschinenbau-Unternehmen Feld in Rapen. Mehr als 30 Jahre hatte das Bergbau-Relikt zuvor in Oer-Erkenschwicks Innenstadt gestanden. Nach einer aufwendigen Restaurierung wurde die 13 Tonnen schwere Seilscheibe schließlich Anfang Mai an ihrem neuen Standort aufgestellt: an der Ecke Ludwigstraße/Steinrapener Weg.

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