Corona-Pandemie

Ostvest-Städte halten an 3G-Regel bei öffentlichen Veranstaltungen fest

Städte wie Wuppertal wollen nicht bis zum 8. Oktober auf die neue Coronaschutz-Verordnung warten, die möglicherweise den Zutritt zu Veranstaltungen neu regelt. Sie setzen schon jetzt auf die 2G-Regel.
„2G“ bedeutet, dass in Corona-Zeiten nur Geimpfte und Genesene ins Restaurant dürfen. Für Genesene endet diese Gleichstellung sechs Monate nach der nachgewiesenen Infektion.. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Im Ostvest gibt es – anders als in anderen Städten – derzeit keine Bestrebungen, bei Veranstaltungen in städtischen Gebäuden, die 2G-Regel einzuführen. Bedeutet: Auch Besucher mit einem aktuellen Schnelltest dürfen VHS- oder Musikschulkurse, Theateraufführungen oder Sportveranstaltungen besuchen. Dies ergab eine Umfrage bei den Stadtverwaltungen in Datteln, Oer-Erkenschwick und Waltrop.

„Aktuell sind wir noch zurückhaltend und abwartend“, sagte Dattelns Rathaussprecher Dirk Lehmanski auf Anfrage unserer Redaktion. Die Verantwortlichen im Rathaus sähen keine Notwendigkeit, eigeninitiativ aktiv zu werden. „Gleichwohl haben wir das Thema im Blick und schauen mit Interesse auf die nächste Coronaschutz-Verordnung, die am 8. Oktober kommen soll. Eine mögliche Reglung möchte die Stadt Datteln innerhalb des Kreises Recklinghausen abstimmen, wie sie das auch in der Vergangenheit immer gemacht habe.

Waltrop und Oer-Erkenschwick sind gegen Alleingänge

Deutlich knapper fällt die Antwort aus Waltrop aus. Sprecherin Andrea Middendorf teilt mit, dass eine Umstellung von einer 3G- auf eine 2G-Regelung nicht geplant sei. Grundsätzlich stimme die Stadt Corona-Maßnahmen mit dem Kreis ab.

Auch in Oer-Erkenschwick planen die Verantwortlichen keinen Alleingang. Bei öffentlichen beziehungsweise städtischen Veranstaltungen in Innenräumen greife nach wie vor die aktuelle Coronaschutz-Verordnung der Landesregierung in Form der 3G-Regel zum Tragen. Die Stadtverwaltung beobachte jedoch die allgemeine Entwicklung. Dazu zählten das 2G-Optionsmodell im Bundesland Hamburg, das 2G-Modell der Stadt Wuppertal und Forderungen des Städtetages. Der hatte noch vor wenigen Tagen deutlich gemacht: „Wir brauchen eine 2G-Regelung!“

Wuppertal will dadurch die Impfquote erhöhen

Die hat Wuppertal bereits vor wenigen Tagen beschlossen. Das bedeutet: Der Zugang zu großen Freizeitveranstaltungen in städtischen Räumen wird nur über die 2G-Regel möglich sein. Das hatten die Politiker mit großer Mehrheit beschlossen. Davon betroffen sind auch Sportveranstaltungen unter freiem Himmel. So dürfen zu Heimspielen des Fußball-Oberligisten Wuppertaler SV künftig nur noch Getestete und Genesene. Diese Regel wird auch unweit des Kreises Recklinghausen schon angewandt: am Sonntag beim Spitzenspiel zwischen Preußen Münster und dem WSV.

Von der 2G-Regel ausgenommen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Bürger, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Wuppertal appelliert auch die örtlichen Gastronomen und Veranstalter, den Zugang auf 2G zu beschränken. Wuppertals Krisenstabsleiter Johannes Slawig macht deutlich: „Menschen, die sich nicht impfen lassen, werden erhebliche Nachteile erfahren. Und das ist gut so.“

Inzidenzwert im Ostvest liegt zuletzt bei 50

Die Belegungsrate aller Intensivbetten in der bergischen Metropole (nicht nur Covid-19) beträgt aktuell 83 Prozent, der Inzidenzwert ist innerhalb der vergangenen sieben Tage von 133 auf 88 gesunken. In Datteln und Waltrop lag sie zuletzt bei 54, in Oer-Erkenschwick bei 44.

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland findet es richtig, wenn nur gegen das Coronavirus Geimpfte und davon Genesene (2G) ins Restaurant gehen oder Veranstaltungen besuchen dürfen. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ hatten sich vor einer Woche 57 Prozent dahingehend geäußert. 33 Prozent halten es für falsch, wenn Gastronomie und Veranstaltungen nur noch Geimpften und Genesenen offen stehen.

Veranstalter sind noch zurückhaltend

Gastronomen und Veranstalter selbst sehen die 2G-Regel für Gäste dagegen skeptisch. Sie führen an, dass dies zu erhöhtem Kontrollaufwand führe und Gäste fernblieben. Mit dem neuen Optionsmodell, das mancherorts empfohlen wird, haben sie die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen den Zutritt zu erlauben und damit auf weitere Corona-Maßnahmen zu verzichten. Dafür entfallen Personenoberbegrenzungen, Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht.

So sieht es der Landrat

Es gebe dazu noch keine Diskussion im Kreis, sagt Landrat Bodo Klimpel (CDU). Er sei aber ein Freund von 2G. „Wir müssen dringend zu einer Herdenimmunität kommen. Deshalb sollten wir die Geimpften und Genesenen auch privilegieren.“ Allerdings müsse es Ausnahmen für all jene geben, die nicht geimpft werden dürfen.

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